27.02.2020 - 17:29 Uhr
MitterteichOberpfalz

Künstlerfamilie Dick zeigt Kunst im Mitterteicher Museum

Carsten, Inge, Moses und Levi Dick zeigen Kunst im Museum. Malerei, Skulptur oder Fotografie, alle Werke sind mit "Dick" signiert. Nur mit dem Vornamen in der Unterschrift lässt sich der jeweilige Autor identifizieren.

von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Sehnsucht" lautet der Titel der neuen Gemeinschaftsausstellung. "Sehen" und " Sucht" sei damit gemeint, erklären die Künstler. Hinter den Arbeiten der Dicks stecke die Sucht, hinter Dinge, Fassaden und Masken zu sehen. Und dann wäre da noch die Sucht, verschiedenste Gegenstände, Vorgänge und Geschehnisse in einer eigenen künstlerisch-schöpferischen Weise auszudrücken.

Bei der Eröffnung der Ausstellung erklärte Inge Dick: "Oft wird auch das Ringen um die passende Umsetzung und Ausdrucksform zur Sucht, um zu einem perfekten Endpunkt zu gelangen, was aber wahrscheinlich niemals gelingen wird." Dem Betrachter der Ausstellung rät sie, die Werke auf sich wirken zu lassen und die Emotionen, die sie auslösen, zuzulassen. Gänzlich falsch sei es zu sagen: "Das ist abstrakte Kunst, die verstehe ich eh nicht."

Ganz individuelle Stile

Um hinter die Dinge zu sehen, arbeite jeder nach seinem individuellen Stil. Dabei folgen alle ihrer Vorliebe bezüglich Material, Darstellungsmodus und Umsetzung. Jeder holt sich aber auch beim anderen Anregungen und Meinungen ein, ohne den eigenen Stil zu verlieren. "Eine Art Sehnsucht, ein Sehen und eine "Sucht, die uns nicht ruhen lässt", erklärt Inge Dick. Dass dabei tatsächlich ein Ziel erreicht werden könne, sei unwahrscheinlich. Es gelte: "Der Weg ist das Ziel".

Wer die Familie Dick noch nicht kennt, dem stellen wir sie hier kurz vor. Carsten Dick ist 49 Jahre und Einrichtungsberater in einem Möbelhaus. Seine künstlerischen Ambitionen vervollkommnete er an der Fachoberschule Weiden im Bereich Gestaltung und am Institut für Kunst und Design in Neustadt an der Waldnaab. Zudem ist er ausgebildeter Schreiner. Für ihn sind Malerei und bildende Kunst Ausdrucksmittel, wie für andere Literatur oder Musik. Damit setzt er seine Ideen und Inspirationen besonders gut um. Auf eine bestimmte Technik festlegen will er sich nicht, denn jede Idee verlange ein anderes Vorgehen. Aquarell oder Tusche, Acryl oder Bleistift, Holz, Metall oder Glas - alles sei möglich.

Inge Dick ist 48 Jahre und leitet drei Grundschulen im Stiftland. Im Gymnasium belegte sie Kunst als Leistungskurs, studierte Kunst als Nebenfach an der Uni im Rahmen ihres Lehramtsstudiums und besucht zur weiteren Inspiration immer wieder Kurse bei freischaffenden Künstlern.

Kunst ist für sie eine geeignete Form, eigene Stimmungen und Gefühle, vor allem mit Farbe, darzustellen. Dabei erscheint ihr das "In-sich-Hineinhorchen" besonders wichtig. Am besten ließe sich das dadurch erreichen, wenn man dem Betrachter nicht ein fertiges, naturgetreues Motiv vorgebe, sondern vor allem mit abstrakten oder stark abstrahierten Darstellungen Raum für Interpretation biete.

Vorliebe für Monotypien

Derzeit befasse sie sich in der Hauptsache mit Monotypien, erzählt Inge Dick. Sie greife dabei oft emotionsgeladene Erlebnisse, wie Tod, Trauer, Verlust, aber auch Glücksmomente auf. Menschliches Tun und Charaktereigenschaften wie Eitelkeit, Verzweiflung, Scheinheiligkeit oder Narzissmus können dabei Themen sein. Auch Gedichte entstünden in diesem Zusammenhang immer wieder.

Moses Dick ist 21 Jahre jung, arbeitet in einer Gärtnerei und bei einer weiteren Firma für Problembaumfällungen und Gartenpflege. Schon von frühester Kindheit an war er stark mit der Natur und den Elementen verwurzelt. Holz habe ihn schon immer in ganz besonderer Weise angezogen. Seine erste Holzskulptur fertigte er, als er 13 war. Mit der Flex, ohne Wissen der Eltern, nachmittags im Garten. Seither setzt er seine Ideen mit Motorsäge und Flex in immer größeren Skulpturen um.

Der 20-jährige Levi Dick war zunächst an der Fachoberschule (FOS) im Bereich Gestaltung unterwegs, wechselte dann an die Porzellanfachschule in Selb und macht dort derzeit die Ausbildung zum Produktdesigner. Sein Ziel ist es, sich an einer Kunstakademie weiterzubilden und einmal als Kunstlehrer zu arbeiten.

Im Augenblick hat er das Zeichnen und Malen für sich entdeckt. Seine Ideen setzt er ansprechend um, nicht zwingend auf einem Blatt Papier, sondern auch sehr abstrakt auf Wänden. Der junge Künstler experimentiert mit den verschiedensten Malutensilien. Seine zweite Leidenschaft ist die Fotografie.

Information:

Gespräche und Kunst

Die Ausstellung "Sehnsucht" ist noch bis zum 13. April zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag, 9 bis 12 Uhr und Sonntag, 14 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 1. März, lädt die Familie zum "Kinderaktionstag Monotypie" ein. Zusammen mit den Künstlern dürfen dabei die Kinder selbst aktiv werden, und auch die Eltern sind eingeladen mitzuhelfen. An diesem Tag ist außerdem das Museumscafé geöffnet. Am Palmsonntag, 5. April, ist die Familie Dick ebenfalls im Museum und freut sich auf Gespräche mit den Besuchern. (tr)

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