04.01.2021 - 16:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Pläne in Mitterteich für 2021 und 2022: Mehr Wohnraum, mehr Gewerbe, neuer Markt

Mehrere Sanierungs- und Neubaumaßnahmen sollen 2021 in Mitterteich starten. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verrät Bürgermeister Stefan Grillmeier, was es neben den bereits bekannten Projekten noch an Planungen zur Stadtentwicklung gibt.

Ein Abbruch dieser alten Wohnhäuser am Robert-Lindig-Platz ist inzwischen keine bevorzugte Option mehr. Bürgermeister Stefan Grillmeier verweist auf „gut laufende Gespräche“ mit möglichen Investoren zur Sanierung der Gebäude.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Voller Tatendrang zeigt sich Bürgermeister Stefan Grillmeier, als er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien auf die für 2021 geplanten Projekte vorausblickt und noch weitere Vorhaben anspricht. Dabei gibt er auch Einblicke in einige Planungen, die bisher noch nicht öffentlich thematisiert worden sind.

Zu den größten Maßnahmen in diesem Jahr zählt die Sanierung der Eishalle, wofür die Stadt über 2 Millionen Euro an Fördermitteln erhält, was rund 90 Prozent der Kosten entspricht. „Die Planungen laufen“, berichtet Grillmeier.

Zu den größten Projekten in diesem Jahr zählt die Sanierung der Eishalle. Fördermittel in Höhe von über 2 Millionen Euro decken rund 90 Prozent der Kosten ab.

Inwieweit sich die Renovierungsarbeiten auf die Eishallensaison 2021/22 auswirken könnten, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ziel sei es aber, möglichst zügig voranzukommen, vor allem in den Sommermonaten.

Verhandlungen mit dem Landkreis

Nach wie vor hofft Grillmeier, dass auch die Bewerbung um Fördermittel für die Sanierung des Freibads von Erfolg gekrönt wird. Der Bürgermeister gibt erneut zu bedenken, dass Mitterteich anders als die Nachbarstädte über keine Kreiseinrichtungen im Freizeitbereich verfügt: „Wir müssen alles aus eigener Kraft stemmen.“ Mit dem Landkreis werde er heuer weiterverhandeln, um die bestmögliche Hilfe beim Unterhalt der Eishalle zu erhalten.

Die Stadt Mitterteich bekommt über 2 Millionen Euro für die Sanierung der Eishalle

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Abgeschlossen sind inzwischen alle Arbeiten in der Mehrzweckhalle, nun will die Stadt die energetische Sanierung der benachbarten Grundschulturnhalle angehen. Vorgesehen sind unter anderem auch Erneuerungsmaßnahmen an den technischen Anlagen der Halle und des Hallenbads. Auf rund 1,8 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten, wobei die zwei Bauabschnitte mit Sätzen von 90 und 86 Prozent gefördert werden.

In die Sanierung der Grundschulturnhalle und Renovierungsmaßnahmen im Hallenbad sollen rund 1,8 Millionen Euro investiert werden, wobei Zuschüsse in Höhe von 1,5 Millionen Euro erwartet werden.

Umplanung notwendig

Endlich losgehen sollen im Herbst dieses Jahres die Bauarbeiten für den dritten Kindergarten, den die Lebenshilfe als Träger betreiben wird. Zuletzt war das Projekt enorm zurückgeworfen worden, weil eine neue Bedarfsermittlung ergeben hatte, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr Betreuungsplätze benötigt werden. Mit der Erstellung der neuen Pläne, die nun fünf statt drei Gruppen in der Einrichtung vorsehen, sei wiederum das Architekturbüro Juretzka beauftragt worden, wie Grillmeier informiert. Ausgearbeitet werde derzeit auch noch der neue Kostenrahmen.

Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen gestiegen

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Einen großen Stellenwert räumt Stefan Grillmeier dem Thema Wohnen ein. „Wir müssen schauen, dass wir im sozialen Wohnungsbau vorankommen.“ Schon seit längerem gibt es bekanntlich Überlegungen, wie es mit dem alten Wohnkomplex am Robert-Lindig-Platz weitergehen soll. Vor einiger Zeit sei wieder Bewegung in die Sache gekommen. „Ich bin in Gesprächen mit Investoren, die gut laufen“, berichtet Grillmeier. Ein Abbruch sei hier nach Rücksprache mit der Regierung der Oberpfalz nun nicht mehr die bevorzugte Option. Wegen des guten Zustands der Bausubstanz sei angedacht, dass ein Investor das Anwesen kauft und saniert und die Wohnungen dann vermietet.

Kein Wohnungsbau in Eigenregie

Bei den leerstehenden Gebäuden in der Wiesenstraße (Hausnummern 30/32) wäre ein Abbruch mit anschließendem Neubau nach Ansicht Grillmeiers nach wie vor die sinnvollere Lösung. Im Februar 2020 hatte Amtsvorgänger Roland Grillmeier noch angekündigt, dass die Stadt hier selbst tätig werde, um mit Hilfe von Fördermitteln Sozialwohnungen zu schaffen. Doch von diesem Modell sei man schon vor einiger Zeit abgerückt, so Stefan Grillmeier. Denn trotz der Zuschüsse müsste die Stadt eine erhebliche Summe stemmen. „Unser Geld will ich aber lieber in städtische Einrichtungen und die Infrastruktur investieren.“ Ziel sei es, auch für das Projekt Wiesenstraße einen Investor zu gewinnen. Hier sei derzeit das Interesse vorhanden, neue Eigentumswohnungen zu bauen.

Abgerückt ist die Stadt von Plänen in der Wiesenstraße, die im Februar 2020 angekündigt worden waren

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Ein vielfach geäußerter Wunsch sei das altersgerechte Wohnen – also barrierefrei und ergänzt um entsprechende Dienstleistungen. Dazu gebe es konkrete Bestrebungen, auf der großen Freifläche an der Zanklgartenstraße gegenüber der Grundschule eine Art Quartierslösung mit Eigentumswohnungen und integrierter Tagespflege zu schaffen. Die Umsetzung soll gemeinsam mit Partnern erfolgen, so Grillmeier. Mehr Details wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Als wichtiges Ziel bezeichnet der Bürgermeister auch die Ansiedlung eines Drogeriemarktes. Dies sei ein langersehnter Wunsch der Bürger. „Ich bin hier in Verhandlungen und es laufen schon akute Planungen“, so Grillmeier. Wenn alles klappt, sei im Herbst 2022 mit der Eröffnung eines solchen Marktes zu rechnen.

"Ich bin hier in Verhandlungen und es laufen schon akute Planungen."

Bürgermeister Stefan Grillmeier über die Ansiedlung eines Drogeriemarktes

Beim Thema Gewerbe kündigt der Bürgermeister an, dass es in naher Zukunft eine Präsentation zum Neubauprojekt eines Sanitär-Unternehmens im Bereich „Kreuzäcker“ geben werde. In der jüngsten Bauausschusssitzung hatte es grünes Licht für die Voranfrage der namentlich nicht genannten Firma gegeben (wir berichteten). „Der Investor wird sein Projekt detailliert vorstellen“, verspricht Grillmeier und ergänzt auf Nachfrage, dass es sich nicht um einen bereits ansässigen Betrieb handele. Es sei ein Unternehmen aus der Region, das neu nach Mitterteich ziehe.

Das geplante Neubauprojekt eines Unternehmens im Gewerbegebiet "Kreuzäcker" war Thema im Bauausschuss

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Anfragen gibt es laut Grillmeier auch für Gewerbeflächen im Bereich zwischen Marktredwitzer Straße und Autobahn-Anschlussstelle Mitterteich-Nord. Er sei hier in Gesprächen über den Erwerb von Grundstücken. „Das ist kein leichtes Unterfangen“, bemerkt er zur Problematik, dass für Landwirte passende Tauschflächen gefunden werden müssten. Eine Herzensangelegenheit sei ihm auch, weiteres Bauland für Wohnhäuser zu schaffen. Hierzu liefen Planungen mit dem Ziel, ab Herbst 2022 neue Parzellen anbieten zu können. Im Visier seien dafür die Randbereiche bestehender Baugebiete.

Neue Gewerbeflächen sollen im Bereich zwischen der Autobahnanschlussstelle Mitterteich-Nord und der Marktredwitzer Straße (hinten) entstehen.

Hochzufrieden ist der Bürgermeister mit der aktuellen Finanzlage der Stadt. Er verweist auf die hohen Summen, die 2020 in Form von Stabilisierungshilfen, Schlüsselzuweisungen und Fördermitteln geflossen seien – zudem seien die Gewerbesteuereinnahmen so hoch gewesen wie noch nie. Wie es allerdings in der Zukunft aussehen wird, sei derzeit schwer abzuschätzen. Die meisten örtlichen Betriebe sind nach Einschätzung Grillmeiers bislang relativ gut durch die Coronakrise gekommen.

Unterstützung für Einzelhandel

„Wen es aber richtig erwischt hat, ist der Einzelhandel“, bedauert der Bürgermeister, der auch Vorsitzender des Gewerbefördervereins ist. Sehr erfreulich sei daher, dass gut verdienende Unternehmen auch jetzt vor Weihnachten wieder durch Gutschein-Aktionen den Einzelhandel unterstützt hätten. Leider fördere die aktuelle Lockdown-Situation den Internethandel noch zusätzlich. Es müsse weiterhin ein gemeinsames Ziel sein, die Geschäfte vor Ort zu stärken, betont Grillmeier. Derzeit liefen Gespräche darüber, wie sich ein ortsübergreifendes Bonussystem gestalten ließe – denkbar wäre hier etwa die Einführung einer Art „Stiftland-Card“.

Einen Überblick über laufende Planungen und weitere Vorhaben im Jahr 2021 und darüber hinaus gab jetzt Bürgermeister Stefan Grillmeier im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Das Foto entstand in seinem Amtszimmer kurz vor Weihnachten.

 

 

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