16.07.2019 - 12:25 Uhr
MitterteichOberpfalz

Postminister aus Mitterteich

Der gebürtige Mitterteicher Dr. Karl Stingl, Ehrenbürger der Stadt, war von 1922 bis 1926 Reichspostminister. Seiner Person im Speziellen und dem Wandel des Postwesens im Allgemeinen ist die neue Sonderausstellung im Museum gewidmet.

Nicole Schuller und Marion Papsch (von links) tragen beim Aufbau der Ausstellung einen Briefmarkenautomat aus dem Jahr 1936.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Die Präsentation "Die Post vor 100 Jahren und heute" ist von Donnerstag, 18. Juli, bis Sonntag, 10. November zu sehen. Zur Eröffnung am Mittwoch, 17. Juli, mit geladenen Gästen hat sich Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, angesagt.

Karl Stingl wäre in diesem Jahr 155 Jahre alt geworden. Seit seiner Karriere bei der Post hat sich das Postwesen stetig weiterentwickelt. Teile dieser Entwicklung sollen aufgezeigt werden. Etwa 150 Unikate sind ausgestellt, als Leihgaben zur Verfügung gestellt von Detlef Weidinger (Pechbrunn), Walter Thoma (Wiesau), Rainer Reisnecker (Mähring), Rainer Höfer, Rainer Gottas, Anton Haberkorn, Markus Scharnagl, Karola Kamm, Wolfgang Schreiner und Werner Männer (alle Mitterteich), Robert Treml (Waldsassen), der Weidener Niederlassung "Multikanalvertrieb" (ehemals Philatelie) und dem Stiftlandmuseum Waldsassen.

Briefmarkenautomat

Zu sehen sind unter anderem die historische Uniform eines Postillons aus der Zeit um 1900 und Telefone aus verschiedenen Epochen, vom Ortsbatterietelefon mit Kurbel aus dem Jahr 1920 über Wählscheiben-Telefone bis hin zum Mickey-Mouse-Designtelefon. Ein wahres Schmuckstück ist auch ein Briefmarkenautomat von 1936.

Natürlich sind auch viele Briefmarken ausgestellt, darunter Nachdrucke der zehn teuersten der Welt. Ein Kinderpost-Set aus dem Jahr 1957 hat das Museums-Team extra für die Präsentation für 25 Euro im Internet ersteigert. Werner Männer, Modelleisenbahner und Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege, hat Postwaggons mit dazugehörigen Figuren im Maßstab 1:87 zur Verfügung gestellt. Alte Emailleschilder mit der Aufschrift "Post" gehören ebenfalls zur umfangreichen Präsentation. Aus der Sammlung von Robert Treml stammt zudem eine akribische Zusammenfassung der Mitterteicher Postgeschichte.

Dachbodenfund

Die wichtigsten Stationen im Leben von Karl Stingl sind auf einem Zeitstrahl dargestellt. Sein Hochzeitsbild wurde erst kürzlich als sogenannter Dachbodenfund entdeckt. Es zeigt ihn mit Rosa Lausecker nach der Vermählung am 1. Juli 1897 in München. Geboren wurde Karl Stingl am 29. Juli 1864 in Mitterteich. Er studierte an der Technischen Universität München und begann als Diplom-Ingenieur seine berufliche Karriere bei der bayerischen Post- und Telegraphenverwaltung. Ab 1904 war er im bayerischen Verkehrsministerium tätig, 1910 wurde er zum Oberpostdirektor in Landshut ernannt. Ab 1919 war Stingl Ministerialdirektor der Postabteilung im bayerischen Verkehrsministerium. 1920 wurde er Staatssekretär im Reichspostministerium, von 1922 bis 1926 wirkte er als Reichspostminister.

Öffnungszeiten:

Das Museum für Porzellan, Glas und Handwerk ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Information:

Sonderpostamt im Museum

Zur Ausstellung "Die Post vor 100 Jahren und heute" wird im Museum am Sonntag, 21. Juli, von 12 bis 17 Uhr ein Sonderpostamt eingerichtet. Ein Sonderstempel und eine Briefmarke als Vierer-Block in einer Klappkarte mit dem Konterfei des ehemaligen Reichspostministers Dr. Karl Stingl in einer Auflage von 45 Stück sind dabei im Museum aufgelegt. Auch andere Marken und Briefe können an dem Tag mit dem Sonderstempel versehen werden. Der Stempel gilt 28 Tage. Während dieser Zeit befindet sich ein Briefkasten im Museum, in den Post eingeworfen werden kann. Diese wird dann via Weiden verschickt.

Am 10. Juni 1911 erschien diese Briefmarke zur 25-jährigen Regentschaft von Prinzregent Luitpold.
Eine Briefmarke zum 90. Geburtstag von Prinzregent Luitpold mit einem Wert von 10 Pfennig.
Sonderbriefmarken zum Jubiläum "125 Jahre erster bayerischer Gebirgstrachtenverband".
Laut "Wikipedia" entdeckte 1886 der junge Sammler Georg Wilhelm Baeckman ein Exemplar des Tre-Skilling-Banco-Fehldruckes auf dem Dachboden seiner Großmutter und verkaufte es für 7 Kronen an einen Briefmarkenhändler. Seitdem wechselte die Briefmarke sehr häufig den Besitzer bis sie 1996 bei der bislang letzten Auktion in Genf einen Betrag von 2,5 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet ca 1,6 Mio. Euro, einbrachte. Der heutige Besitzer ist nicht bekannt.
Erst vor kurzem ist dieses Bild von der Hochzeit des Ehepaars Stingl aufgetaucht. Karl Stingl und Rosa Lausecker heirateten am 1. Juli 1897 in München. Das Bild bleibt als Dauerleihgabe im Museum.
Dieses Kinderpost-Set aus dem Jahr 1957 haben die Museums-Mitarbeiterinnen für 25 Euro im Internet ersteigert.
Ein Telefon im Mickey-Mouse-Design.
Die Uniform eines Postillons aus der Zeit um 1900 ist eine Leihgabe aus dem Stiftlandmuseum in Waldsassen.

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