Mitterteich
29.01.2019 - 10:08 Uhr

Quader mit geballten Infos

Große dunkle Klötze sorgen seit kurzem für Verwunderung in Mitterteich. Die Stelen aus Aluminium sind Teil des neuen Beschilderungskonzepts der Ikom Stiftland. Befremdlich wirken die Objekte, weil sie noch unvollständig sind.

Bürgermeister Roland Grillmeier, Gabi Bleistein von der Tourist-Info und Geschäftsleiter Klaus Schüßler (von links) präsentieren ein Infoplakat vor einer der neuen Stelen, hier an der Waldsassener Straße. Die künftigen Infotafeln auf allen vier Seiten werden etwa doppelt so groß sein wie das Plakat. Bild: lnz
Bürgermeister Roland Grillmeier, Gabi Bleistein von der Tourist-Info und Geschäftsleiter Klaus Schüßler (von links) präsentieren ein Infoplakat vor einer der neuen Stelen, hier an der Waldsassener Straße. Die künftigen Infotafeln auf allen vier Seiten werden etwa doppelt so groß sein wie das Plakat.

Einige Wochen, nachdem eine etwas kleinere Stele in Neualbenreuth Fragen aufgeworfen hatte, folgte nun eine ähnliche Entwicklung in Mitterteich. Und deshalb hat Bürgermeister Roland Grillmeier noch vor der Fertigstellung zu einem Ortstermin geladen, um aufzuklären.

Insgesamt fünf Stelen hat die Stadt Mitterteich bestellt, vier für die Ortseingänge und eine für den Bereich bei der Raststätte im Birkigt. In den nächsten Wochen werden die quaderförmigen, 2,75 Meter hohen und 1,35 Meter breiten Objekte um jeweils vier Infotafeln ergänzt. Letztere sollen mit einer Größe von 1,15 mal 0,96 Metern und einer weiß-orangefarbenen Gestaltung für Aufmerksamkeit bei Radfahrern, Wanderern und anderen Besuchern sorgen.

Stadtplan und QR-Codes

Auf den vier Seiten der Stelen finden sich künftig jede Menge Informationen über das kulturelle und touristische Angebot der Stadt, über örtliche Firmen und das Stiftland sowie über Rad- und Wanderwege. Nicht fehlen soll auch ein Stadtplan. Über QR-Codes lassen sich per Smartphone noch viel mehr Informationen bequem abrufen. Die neuen Stelen werden die bisherigen Infotafeln an den Ortseingängen ersetzen, über deren Ablösung der Mitterteicher Stadtrat schon vor einigen Jahren diskutiert hat. „Wir hatten uns darauf verständigt, das im Zuge des interkommunalen Projekts vorzunehmen“, so Grillmeier im Rückblick.

Bad Neualbenreuth11.01.2019

Im Laufe des Jahres kommen aus dem Paket des Ikom-Beschilderungskonzepts neben den Stelen weitere Elemente in Mitterteich zum Einsatz: Neben einer digitalen Infostele am Unteren Marktplatz auch Schilder an Wanderwegen, innerörtliche Hinweistafeln sowie Infotafeln an markanten Gebäuden und Kunstwerken wie etwa Kommunbrauhaus und Schmied-Brunnen. Laut Grillmeier werden es rund 500 Schilder und Tafeln sein, allesamt in gleicher Farbgebung und versehen mit dem im Vorjahr vorgestellten Stiftland-Logo.

Rund 45.000 Euro

Die Kosten liegen bei etwa 150.000 Euro, wobei der Eigenanteil der Stadt nach Abzug der staatlichen Fördermittel bei circa 45.000 Euro liegen dürfte, wie Grillmeier erläutert. Auf die Stadt Mitterteich entfällt somit der Löwenanteil des interkommunalen Beschilderungskonzepts, dessen Gesamtkosten bei rund 600.000 Euro liegen und das mit einem Fördersatz von 70 Prozent bedacht wurde. Insgesamt werden 2656 Schilder und Tafeln sowie 15 Stelen installiert.

Mit Ausnahme von Konnersreuth und Pechbrunn, die erst vor einigen Jahren in diesem Bereich neu investiert hatten, sind alle anderen Ikom-Kommunen mit im Boot. In den acht übrigen Mitgliedsgemeinden und -städten wird es dennoch Unterschiede geben, da bestimmte Schilder oder Tafeln schon vorhanden sind und noch nicht zwingend ersetzt werden müssen. „Jeder nimmt sich aus dem Paket, was er braucht“, erklärt Bürgermeister Grillmeier, der auch Ikom-Verbandsvorsitzender ist.

Auf große Stelen an den Ortseingängen setzt beispielsweise bislang nur Mitterteich. Kleinere Varianten (2,10 mal 0,70 Meter) an touristisch interessanten Stellen kommen in der Stadt Bärnau (4), den Marktgemeinden Neualbenreuth (1) und Plößberg (3) sowie in der Gemeinde Leonberg (2) zum Einsatz. In Tirschenreuth gibt es von der Marketingagentur C3 entwickelte Infostelen in dieser Größe bereits seit einigen Jahren. Diese dienten übrigens als Vorbild für die Stelen im Beschilderungskonzept der Ikom, das die Tourismusbüros in Zusammenarbeit mit C3 und der iq-Produktgesellschaft erarbeiteten. „Sie haben sich bewährt“, so Grillmeier über die Stelen in der Kreisstadt.

Diese älteren Tafeln an den Ortseingängen sollen nach Fertigstellung der Infostelen verschwinden. Bild: lnz
Diese älteren Tafeln an den Ortseingängen sollen nach Fertigstellung der Infostelen verschwinden.
Die vor einigen Jahren eingeführten Infostelen in Tirschenreuth dienten als Vorbild für die Stelen des Ikom-Konzepts. Bild: tr
Die vor einigen Jahren eingeführten Infostelen in Tirschenreuth dienten als Vorbild für die Stelen des Ikom-Konzepts.
Kommentar:

Dunkel-Dominanz nicht von Dauer

Ein leichter Hauch von Science-Fiction weht durchs Stiftland: Anthrazitfarbene quaderförmige Objekte sind in verschiedenen Orten aufgetaucht, die größten davon ragen in Mitterteich aus dem Boden. So manchen Betrachter erinnern sie an die mysteriösen schwarzen Monolithen in Stanley Kubricks Kultfilm „2001 – Odyssee im Weltall“.
Natürlich haben die Stelen nichts mit außerirdischen Mächten zu tun. Sie sollen vielmehr dafür sorgen, dass sich Auswärtige unkompliziert über das Stiftland und die einzelnen Orte informieren können. Aber mussten die Stelen unbedingt so dunkel ausfallen? Spötter könnten anführen, dass sie perfekt hineinpassen in eine Gegend, in der Schwarz, Mausgrau & Co. zunehmend beliebt sind bei Neubauten aller Art. Man denke nur an diverse Wohnhäuser, Kindergärten oder ein ganz spezielles Feuerwehrhaus.
Aber nein, die kühle Anthrazit-Dominanz der Stelen ist zum Glück nur zeitlich begrenzt. Große Tafeln mit Flächen in Weiß und Orange dürften bald für ein ansprechendes Gesamtbild sorgen – und damit für ein warmes Willkommen im (weitgehend farbenfrohen) Stiftland.

Udo Lanz

 
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