02.09.2021 - 09:36 Uhr
MitterteichOberpfalz

Schott lässt historisches Glasfenster im Museum Mitterteich leuchten

1955 wurde in Mitterteich das ehemalige Café Brinkmann zum Labor des Glaswerks umgebaut. Ein Highlight darin war ein riesiges Glasgemälde, das das Umsetzen eines brennenden Glashafens zeigt. Das bildhafte Feuer wurde jetzt wieder entfacht.

Zur Vorstellung des revitalisierten Glasbildes im Museum Mitterteich trafen sich (von links) Zweiter Bürgermeister Johann Brandl, Nicole Schuller und Marion Papsch vom Museumsteam, Schott-Standortleiter Stefan Rosner, der frühere Schott-Mitarbeiter Rainer Gottas und Schott-Betriebsrat Gerhard Greim.
von Externer BeitragProfil

Ohne Sonnenschein wirkt das prächtigste Kirchenfenster nur halb so schön - und genau das war auch bei einem historischen Glaskunstwerk in Mitterteich der Fall. Seit rund vier Jahren hängt das großdimensionierte Kunstwerk im Aufgang zum Museum Mitterteich, führte aber eher ein Schattendasein, denn es fehlte das Licht. Auf Initiative von Schott-Betriebsrat Gerhard Greim wurde das alte Bild nun mit einer Beleuchtung versehen. Die Kosten übernahm die Schott AG.

Ein Stück Industriegeschichte

"Der richtige Platz für dieses Stück Industriegeschichte ist im Museum, weil Mitterteich eine Gloserer-Stadt ist", bekräftigte Zweiter Bürgermeister Johann Brandl bei der feierlichen Vorstellung. "Die Stadt Mitterteich möchte sich ganz herzlich bei Schott bedanken." Ein Dank, den Schott-Standortleiter Stefan Rosner umgehend zurückgab. Er berichtete: "Als wir damals das alte Laborgebäude zurückgebaut haben, haben sich viele Schottianer bei mir gemeldet und gesagt: ,Also das Bild schmeiß'mer fei nicht weg!' Natürlich nicht! Und ich bin froh, dass wir bei der Stadt Mitterteich eine Heimat für diese Glaskunst gefunden haben. Die gezeigte Szene symbolisiert sehr gut den technischen Fortschritt im Laufe von 140 Jahren Glasindustrie in Mitterteich. Ein Zeugnis auf unserem Weg zum Hightech-Weltmarktführer."

Lichterloh brennende Isolierung

Historisch betrachtet, zeigt die Bildszene Glasmacher beim Umsetzen eines heißen Schmelzbehälters. Dieser Behälter heißt fachsprachlich Hafen und wurde früher in glühend heißem Zustand mit Stroh ummantelt und zur nächsten Halle gezogen. Die Isolierung brannte lichterloh und hielt den Glashafen heiß.

Rainer Gottas, der sich im Museum Mitterteich ehrenamtlich um das Thema Glasindustrie kümmert, hat zum Kunstwerk geforscht. "Das Bild wurde 1909 vom Maler Erich Kuithan in Jena entworfen. Es illustrierte damals ein erstes Buch über die beiden Industriepioniere Otto Schott und Ernst Abbe. In den 50ern ließen die Mitterteicher Werksleiter das Bild aus Glas entstehen. Wer genau es gefertigt hat, ist leider heute nicht mehr bekannt", informierte Gottas.

Besichtigt werden kann das Glasbild zu üblichen Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Änderung bei Großprojekt der Schott AG

Mitterteich
Zur Vorstellung des revitalisierten Glasbildes im Museum Mitterteich trafen sich (von links) Zweiter Bürgermeister Johann Brandl, Nicole Schuller und Marion Papsch vom Museumsteam, Schott-Standortleiter Stefan Rosner, Schott-Betriebsrat Gerhard Greim und der frühere Schott-Mitarbeiter Rainer Gottas.

"Ich bin froh, dass wir bei der Stadt Mitterteich eine Heimat für diese Glaskunst gefunden haben."

Schott-Standortleiter Stefan Rosner

 

 

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