09.09.2020 - 15:18 Uhr
MitterteichOberpfalz

Segen für restauriertes Flurdenkmal bei Kleinbüchlberg

Zahlreiche Besucher kamen jetzt zu einer Feier am Steinbühl bei Kleinbüchlberg zusammen: Den Segen erhielt dort das renovierte Feldkreuz der Familie Waidhas. Durchgeführt hatte das nicht ganz einfache Projekt der Arbeitskreis Heimatpflege.

Stadtpfarrer Witt und Kaplan Daniel Schmid erteilen dem restaurierten Feldkreuz den Segen.

In einem feierlichen Rahmen erhielt das restaurierte Feldkreuz der Familie Waidhas am Steinbühl bei Kleinbüchlberg den kirchlichen Segen. Zahlreiche Bewohner von Klein- und Großbüchlberg, Pechofen und Oberteich wohnten dem Ereignis bei. Bekanntlich hatte der Arbeitskreis Heimatpflege mit einigen Helfern dem über 150 Jahre alten Kreuz zu neuem Glanz verholfen. Der Chor "Grazie a Dio" aus Leonberg gestaltete die Feier musikalisch. Stadtpfarrer Anton Witt nahm mit dem neuen Kaplan Daniel Schmid die Segnung vor.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Werner Männer, hieß die Besucher willkommen, darunter auch Bürgermeister Stefan Grillmeier, der aktives AK-Mitglied ist, und die Familie Waidhas, der das Kreuz gehört. Danke sagte Männer auch für die Bank, die von der Stadt nahe des Kreuzes aufgestellt wurde. Er bedauerte, dass der Kirchenmaler, der das Denkmal eindrucksvoll renoviert habe, krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte. Ortssprecher Bernhard Waidhas bedankte sich für den zahlreichen Besuch. Ein Dank galt auch dem Arbeitskreis für die Renovierung, Pfarrer Witt für die Segnung sowie dem Chor und der Stadt für die Unterstützung.

Lobende Worte und Zuschuss

Bürgermeister Stefan Grillmeier würdigte die gelungene Arbeit und betonte, dass der Arbeitskreis seit Jahren die Kreuze rund um die Stadt pflege. Etwa 20 Exemplare seien schon renoviert worden. Den Aktiven des Arbeitskreises zollte er höchstes Lob. Die Feldkreuze gehörten zur Mitterteicher Geschichte, hinter jedem verberge sich eine kleine persönliche Geschichte. Als kleines Dankeschön überreichte Grillmeier als Zuschuss zu den Renovierungskosten eine Geldspende an den AK-Vorsitzenden. Stadtpfarrer Anton Witt meinte, das Kreuz sei nicht nur ein Zeichen für den Tod, sondern auch ein Zeichen, dass Jesus am Kreuz die Erde mit dem Himmel verbinde. Die Querbalken seien ein Symbol dafür, dass Jesus die Menschen in seine Gemeinschaft mit einschließe. Mit Fürbitten, einer Lesung durch den Kaplan, den Segen der Kirche und der gesanglichen Umrahmung des Chores wurde die Feier abgeschlossen.

Projekt mit Schwierigkeiten

Zweiter AK-Vorsitzender Erhard Sommer ging auf die Geschichte des Kreuzes ein (siehe Infobox unten) und erzählte, wie es zur Renovierung gekommen war. Besitzerin Rita Waidhas habe ihn vor langer Zeit angesprochen und auf den schlechten Zustand des Kreuzes aufmerksam gemacht. Kurze Zeit später habe man sich an die Arbeit gemacht. Theo Schaumberger und Willi Forster hätten zusammen mit Mitgliedern der Familie Waidhas und den Helfern vom Arbeitskreis hervorragende Vorausleistungen geschaffen. Schwierigkeiten habe es bereitet, einen geeigneten Künstler zu finden. Schließlich habe sich der Restaurator Ernst Kolb zur Mitarbeit bereit erklärt. Schwierig sei es auch gewesen, das benötigte Gold zu beschaffen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises habe das Problem schließlich lösen können.

Erhard Sommer berichtete auch, dass es ein Anliegen des verstorbenen Franz Schaumberger aus Kleinbüchlberg (Hummel-Franz) gewesen sei, dieses Kreuz zu restaurieren. Dieser hatte dafür eine Spende gegeben. Mit der Bayernhymne wurde die Feier geschlossen.

Noch eine Zeit lang genossen die Besucher nicht nur die herrliche Aussicht, sondern auch den lauschigen Abend, verbunden mit dem Farbenspiel der untergehenden Sonne. Für die Familien Waidhas war die Feier auch ein willkommener Anlass für ein Zusammentreffen.

Im Stiftland gibt es Hunderte Feldkreuze

Tirschenreuth
Erhard Sommer berichtete über die Restaurierung und die Geschichte des Kreuzes.
Hintergrund:

Gedenken an Oberforstmeister

Über die Geschichte des Feldkreuzes am Steinbühl informierte Erhard Sommer, Zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege. Bis in die 80er Jahre befand sich das Kreuz auf dem einstigen Kirchsteig nach Großbüchlberg. Durch die Flurbereinigung stand es aber letztlich mitten in einem Feld von Andreas Waidhas. Weil es bei der Feldarbeit hinderte, versetzte Waidhas das Kreuz kurzentschlossen auf den heutigen Platz am Waldrand des Steinbühls. Zum diesem Zeitpunkt wusste aber niemand mehr, weshalb dieses Kreuz aufgestellt wurde.

Erhard Sommer forschte aber in den Unterlagen der Stadt nach und entdeckte eine Aufzeichnung des früheren Oberlehrers Rüth, der auch Kreisheimatpfleger war. In einer Übersicht über alle Feldkreuze und Denkmäler ist auch das gesuchte Exemplar benannt. Es war einst zum Gedenken an Oberforstmeister Franz Spörlein errichtet worden, der 1866 auf dem Nachhauseweg am Kirchsteig an einem Schlaganfall starb. Spörlein war damals Chef des Forstamtes, das sich in Großbüchlberg befand. In einer alten topografischen Landkarte aus dieser Zeit ist das Kreuz noch immer an seinem früheren Platz eingezeichnet. Durch das Versetzen des Kreuzes auf Privatgrund gehört es nun der Familie Waidhas.

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