Mitterteich
27.06.2019 - 16:16 Uhr

Superbeere wächst in Mitterteich

Noch gehört die Aronia zu den eher selten erwähnten Beerenarten in der Region. Dabei ist sie so gesund wie kaum eine andere. In Mitterteich haben das Hedwig und Peter Jacobey erkannt. Sie betreiben eine Plantage mit 2000 Sträuchern.

Täglich schaut Peter Jacobey in seiner Plantage nach, ob alles in Ordnung ist. Leider haben Rehe die Sträucher teils verbissen, musste er im Frühjahr feststellen. Bild: ubb
Täglich schaut Peter Jacobey in seiner Plantage nach, ob alles in Ordnung ist. Leider haben Rehe die Sträucher teils verbissen, musste er im Frühjahr feststellen.

Kurz vor dem Kreisverkehr biegt Peter Jacobey mit seinem Nutzfahrzeug nebst Anhänger links ab. Eine staubige Straße führt parallel zur Umgehungsstraße ein Stück geradeaus, dann links einen Feldweg entlang. Hinter den Feldern, kurz bevor die erste Mitterteicher Häuserzeile auftaucht, sind niedrige Sträucher zu sehen. Peter Jacobey hält direkt davor, hier befindet sich die erste Aronia-Plantage in der Region.

Keine Schädlinge

Vor fünf Jahren haben sich der Landwirtschaftsmeister und seine Frau Hedwig dazu entschlossen, Aronien anzubauen. "Wir wollten eine Pflanze, die keine Schädlinge und keine Krankheiten kennt und anbaufreundlich ist", erklärt der 59-jährige Mitterteicher. Haselnüsse, sagt er weiter, seien auch im Gespräch gewesen. Aber sie seien anfälliger. "Und mit Chemie arbeiten, das kam nicht infrage. Im Lebensmittelbereich ist das nicht mehr zukunftsweisend."

Die Wahl fiel auf die Aroniabeere. Also suchte das Ehepaar Jacobey nach biozertifizierten Pflanzen. Und dafür mussten die beiden gar nicht so weit reisen. Die Früchte wuchsen nämlich vor der Wende als Kulturpflanze in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Jacobey fand heraus, dass die Aronia aus Nordamerika stammt und seit über 100 Jahren in Ost und Mitteleuropa kultiviert wird. Die weltweit größten Anbauflächen für Aronia hat Polen, weiß Peter Jacobey, der beruflich Landschafts- und Gartenbau betreibt.

Vor fünf Jahren haben Hedwig und Peter Jacobey aus Mitterteich eine Aroniaplantage angelegt. Am kommenden Sonntag zum "Tag der offenen Gartentür" kann die Plantage, in der die heimische Superbeere wächst, besichtigt werden. Bild: ubb
Vor fünf Jahren haben Hedwig und Peter Jacobey aus Mitterteich eine Aroniaplantage angelegt. Am kommenden Sonntag zum "Tag der offenen Gartentür" kann die Plantage, in der die heimische Superbeere wächst, besichtigt werden.

2000 Sträucher

Auf dem Tagwerk großen Feld wachsen mittlerweile 2000 Aronia-Sträucher. "Die Trockenheit macht ihnen zu schaffen", sagt er angesichts des Wetters. "Sie könnten schon größer sein." Peter Jacobey muss die etwa 50 Zentimeter hohen Sträucher regelmäßig gießen, was etwas Umstände macht. "Aber sie sind voll mit Beeren", freut er sich auf eine reiche Ernte im August. "Die Beeren können so groß wie Kirschen werden", weiß der Fachmann.

Die Aronia ist kein süßes Früchtchen, wie etwa Heidelbeere oder Himbeere. Der herb-säuerliche Geschmack sei gewöhnungsbedürftig, weiß Jakobey. Roh werde sie selten gegessen. Richtig lecker schmecke die Superbeere als Saft, Fruchtaufstrich, Tee oder getrocknet. Sogar Schalen und Kerne ließen sich verarbeiten zu Tee. Mit der Verarbeitung der handverlesenen Beeren hat das Ehepaar Jacobey nach der Ernte ganz schön zu tun. "Der Saft war im vergangenen Jahr sofort ausverkauft", strahlt Peter Jacobey. Immerhin 200 Kilogramm Aronien gaben die 2000 Sträucher 2018 her. Der Plantagenbesitzer rechnet in diesem Jahr mit dem doppelten Ergebnis. Und wenn die Pflanzen erst einmal bis auf drei Meter angewachsen seien, könne der Ertrag auf 4000 Kilogramm steigen. "Wir werden heuer auch einen Selbstpflücktag anbieten", denkt Peter Jacobey auch an Kleinverbraucher.

"Tag der offenen Gartentür"

Wer ein Aronia-Produkt von der Mitterteicher Plantage im Mitterteicher Naturkostladen kauft, bekommt eine Broschüre dazu. In dieser Begleitschrift beschreibt Hedwig Jakobey die Aronia als eine ganz besondere Beere. Der Flyer ist fast so was wie ein "Rezeptbuch". Hedwig Jacobey weist unter anderem auf eine Verwendung als Punsch hin. Und die Aronia lasse sich danach herrlich zu Wein, Essig oder Likör verarbeiten. Getrocknet seien die Beeren wie Rosinen verwendbar.

"Auch Kreisgartenfachberater Harald Schlöger pflanzt Aronien immer häufiger in den Landkreisfluren und an Wegrändern", weiß Jacobey. "Aber es kann sie auch jeder in seinen Garten pflanzen." Dann erfreut die Aronia zuerst mit einer cremeweißen Dolde, danach mit den sehr gesunden Früchten und später mit einer herrlichen Herbstfärbung. Gesund ist die Aronia besonders wegen ihrer Antioxidantien. Die Pflanze gehört mit ihren bioaktiven Substanzen zu den "Radikalfängern".

Wer mehr über die leckere Superbeere aus Mitterteich erfahren will, kann am Sonntag, 30. Juni, beim "Tag der offenen Gartentür" ab 13 Uhr zur Plantage kommen. Der Weg ist am Kreisverkehr ausgeschildert.

So sieht die Aronia (hier aufgetaut und auf einem Weinblatt) aus, wenn sie reif ist. Bild: ubb
So sieht die Aronia (hier aufgetaut und auf einem Weinblatt) aus, wenn sie reif ist.
Die Prodkute der Aroniabeere sind superlecker und sollen super gesund sein. Bild: ubb
Die Prodkute der Aroniabeere sind superlecker und sollen super gesund sein.
Geht es nach den grünen Beeren, werde die Ernte in diesem Jahr verdoppelt, sagt Peter Jacobey. Bild: ubb
Geht es nach den grünen Beeren, werde die Ernte in diesem Jahr verdoppelt, sagt Peter Jacobey.
Aronia soweit das Auge reicht: 2000 Aroniasträucher pflegt das Ehepaar Jacobey nahe Mitterteich. Bild: ubb
Aronia soweit das Auge reicht: 2000 Aroniasträucher pflegt das Ehepaar Jacobey nahe Mitterteich.
 
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