09.10.2020 - 10:43 Uhr
MitterteichOberpfalz

Viel Kritik im Stadtrat Mitterteich: Stellplatz-Mangel, Parksünder und Gehweg-Radler

Das Thema Parken nahm jetzt breiten Raum im Mitterteicher Stadtrat ein. Auch gab es wieder mehrere Hinweise auf Gefahrenstellen und diverse Verkehrsverstöße. Schnelle Lösungen sind in einigen Fällen nicht in Sicht.

Matthias Gradl (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) bemängelte im Stadtrat, dass in der Parkstraße (Bild) und auch in den umliegenden Straßen häufig keine freien Parkplätze zu finden seien.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Mehrere Wortmeldungen zum Thema Verkehr und Parken gab es am Montag im Stadtrat. Beim Punkt "Wünsche und Anregungen" kritisierte Matthias Gradl (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) die Parksituation in der Parkstraße und deren Umfeld. Egal, von welcher Seite man komme, sei es schwer, einen freien Stellplatz zu finden. "Das ist eine Katastrophe", berichtete Gradl von seinen Erfahrungen. Mehrmals wöchentlich sei er nämlich in dem Bereich zu Hausbesuchen unterwegs.

Bürgermeister Stefan Grillmeier bestätigte die Schilderungen und sprach von einem wichtigen Thema. Kurzfristig werde es aber keine Lösung geben. Grillmeier wusste etwa von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und von Banken, die mangels Stellplätzen in die genannten Bereiche auswichen. "Es wird eine Aufgabe des Stadtrats sein, neue zentrumsnahe Parkplätze zu schaffen", erklärte Grillmeier.

Heribert Hegen (WG Zukunft) berichtete von einem verärgerten Anwohner der Porzellinerstraße, der sich über einen regelmäßig dort parkenden Lastwagen beschwert habe. Der Grund: Als der Mann selbst noch Lkw-Fahrer gewesen sei, habe ihn die Verwaltung auf ein dort geltendes Parkverbot hingewiesen. Damals sei dies sogar von der Polizei kontrolliert worden. "Hat sich was geändert oder gibt es Ausnahmen?", fragte Hegen.

Stefan Grillmeier bat darum, derartige Anfragen direkt an die Verwaltung zu richten, die sich dann auch kümmere und die Leute anschreibe. "Wir wollen nicht, dass ein 40-Tonner in einem Wohngebiet steht und wir wollen auch nicht, dass Lastwagen durchfahren", stellte Grillmeier klar und erinnerte an die Neuregelungen zur Aussperrung des Schwerlastverkehrs. Ausgenommen sei nur noch der Lieferverkehr.

Rechtliche Grundlage schaffen

Zweiter Bürgermeister Johann Brandl und weitere Gremiumsmitglieder wiesen allerdings darauf hin, dass Lkws nach wie vor in die Porzellinerstraße und die Marktredwitzer Straße fahren dürften. Brandl habe erst kürzlich in einem ähnlichen Fall Bilder von einem Bürger bekommen und die Polizei um Abklärung gebeten. "Es war kein verbotswidriges Parken", informierte Brandl. Wenn man dagegen vorgehen wolle, müsse die Stadt eine rechtliche Grundlage schaffen. Bürgermeister Grillmeier kündigte zunächst an, dass sich die Verwaltung damit beschäftigen werde. Auf Wunsch von Josef Schwägerl (CSU) soll über dieses Thema aber nun im Bauausschuss diskutiert werden.

Verkehrsspiegel angeregt

Reiner Artmann (WG Zukunft) gab die Wünsche von Bürgern nach Verkehrsspiegeln an zwei Stellen im Stadtgebiet weiter. Bedarf gebe es bei der Einmündung der Annabergstraße in die Wiesauer Straße und bei der Einmündung "Am Bienapfel" in die Leonberger Straße. In beiden Fällen müssten sich die Autofahrer beim Abbiegen sehr weit vortasten, um etwas sehen zu können. Weiter bemängelte Artmann den schlechten Zustand von Bordsteinkanten in der Zanklgartenstraße und in der Kohllohstraße.

Stefan Grillmeier informierte zum Thema Bordsteine, dass es eine Prioritätenliste gebe, die nach und nach abgearbeitet werde. Bei dieser Gelegenheit würdigte Grillmeier das Team des Bauhofs, das zuletzt stark eingespannt gewesen sei. So habe es in wenigen Wochen sechs Rohrbrüche gegeben. Die Anregungen für Verkehrsspiegel würden aufgenommen. Auch an dieser Stelle bat Grillmeier darum, sich bei solchen Anliegen direkt an die Verwaltung zu wenden.

Klaus Schuller (Freie Wähler) ergänzte, dass ihn wohl der gleiche Bürger wegen eines Verkehrsspiegels an der Ecke Annabergstraße/Wiesauer Straße angesprochen habe. "Das ist in Arbeit", wusste Schuller von einer Nachfrage bei der zuständigen Sachbearbeiterin.

Als langjähriges Ärgernis bezeichnete Ernst Bayer (Freie Wähler) das Parken von Autos auf Gehwegen, was nur bei entsprechender Beschilderung erlaubt ist. Es störe ihn besonders, wenn deshalb Fußgänger mit Kinderwagen oder radfahrende Kinder gezwungen würden, auf die Fahrbahn auszuweichen. Gleichzeitig seien verbotenerweise immer wieder radfahrende Erwachsene auf Gehwegen unterwegs und gefährdeten somit Fußgänger. "Das nimmt überhand", so Bayer zu dem Problem, das schon Reiner Artmann in den vergangenen Monaten wiederholt angesprochen hatte.

Das Radfahren auf Gehwegen war zuletzt im Juli im Stadtrat kritisiert worden

Mitterteich

Bürgermeister Grillmeier erinnerte an seine früheren Aussagen, dass es nun Bußgelder für solche Radfahrer gebe und die Polizei darauf ein Auge habe. Auch die Parküberwacher und die Sicherheitswacht seien angewiesen, dagegen vorzugehen. "Wir können nicht mehr tun als zu kontrollieren - und das machen wir", versicherte Grillmeier. An dieser Stelle appellierte er auch noch einmal an die Vernunft der Bürger.

Zum Hinweis auf Kontrollen durch die Polizei schilderte Heribert Hegen eine kürzliche Beobachtung. So sei ein Radler, Alter etwa Mitte 20, auf einem längeren Abschnitt auf dem Gehweg im Stadtgebiet gefahren. "Die Polizei ist daran vorbeigefahren - und einfach weitergefahren", wunderte sich Hegen. Bürgermeister Grillmeier kündigte an, dies weiterzugeben und betonte, dass die Polizei von der Stadt den Auftrag erhalten habe, bei diesen Verstößen einzuschreiten.

Ein weiteres Thema im Stadtrat war die hausärztliche Versorgung in Mitterteich

Mitterteich
Zum wiederholten Mal wurde bemängelt, dass Autos häufig auf Gehwegen parkten und Fußgänger mit Kinderwagen oder Kinder mit Fahrrädern deshalb auf die Fahrbahn ausweichen müssten. Angesprochen hat das Thema diesmal Ernst Bayer (Freie Wähler).
Im Blickpunkt:

Drogeriemarkt-Ansiedlung: Verhandlungen laufen

Schon seit vielen Jahren gibt es in Mitterteich keinen Drogeriemarkt mehr, was immer wieder von Bürgern bedauert wird. Wolfgang Karbstein (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) griff das Thema am Montag im Stadtrat unter „Wünsche und Anregungen“ auf und verwies auf wiederholte Anfragen aus der Bevölkerung. Er erinnerte daran, dass vor einigen Jahren die Ansiedlung eines solchen Marktes beim Aldi-Markt im Industriegebiet Birkigt im Gespräch gewesen sei. „Was ist daraus geworden?“, wollte Karbstein wissen.

Bürgermeister Stefan Grillmeier erwiderte, dass er auf dieses Thema im nichtöffentlichen Teil eingehen werde. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien teilte Grillmeier im Nachhinein mit, dass derzeit Verhandlungen liefen. „Mehr kann ich noch nicht sagen.“ Grillmeier betonte, dass es sein erklärtes Ziel sei, einen Drogeriemarkt nach Mitterteich zu holen. „Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.“

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