18.11.2019 - 18:18 Uhr
MitterteichOberpfalz

Volkstrauertag: Bürgermeister aus dem Stiftland fordern Zivilcourage

Bürgermeister gedachten den Opfern der beiden Weltkriege – Volkstrauertag in der Region

In Mitterteich sprach Bürgermeister Roland Grillmeier am Samstagabend vor dem Kriegerdenkmal.
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Meist wurde in Gottesdiensten der gefallenen, verstorbenen und vermissten Soldaten gedacht, ehe an den Kriegerdenkmälern die Bürgermeister das Wort ergriffen.

In Mitterteich erinnerte Bürgermeister Roland Grillmeier daran, dass es derzeit über 60 schreckliche Kriege gebe, unter denen auch die Zivilbevölkerung leide. "Wir müssen Kriegstreibern Versöhnung entgegensetzen, auch wenn dies oft mühsam erscheint." Der Bürgermeister forderte dazu auf, die Saat des Hasses nicht aufgehen zu lassen. Stadtpfarrer Anton Witt forderte zum Gebet für diese Menschen auf, damit sie erkennen, "dass sie sich selber und den anderen Menschen das Leben zur Hölle machen".

Auch heute viele Opfer

Die Feier am Kriegerdenkmal in Konnersreuth wurde am Sonntag musikalisch von der Konnersreuther Blaskapelle und dem Männergesangverein umrahmt. Bürgermeister Max Bindl gedachte in seiner Rede auch den unzähligen Opfern, die in unseren Tagen zu beklagen sind. "Die Welt ist nicht friedlicher geworden, im Gegenteil, es vergeht weltweit kein Tag, ohne Angriffe, Kämpfe und Vergehen gegen die Menschlichkeit."

In Waldsassen begleitete die Stadtkapelle den Trauerzug von der Basilika zum Kriegerdenkmal. Dort erinnerte Bürgermeister Bernd Sommer an die beiden Weltkriege. "Gerade die Sinnlosigkeit dieser blutigen Konflikte macht uns auch heute noch nahezu sprachlos vor Betroffenheit." Sommer forderte dazu auf, rechtzeitig zu erkennen, wenn Bürgerrechte ausgehöhlt und Menschenrechte mit Füßen getreten werden. "Wir müssen einschreiten, wo Mitmenschen Hilfe brauchen. Zivilcourage ist das Lebenszeichen einer menschlichen Gesellschaft." Bei der Gedenkfeier am Kriegerehrenmal in Münchenreuth

Bei der Gedenkfeier am Kriegerehrenmal in Münchenreuth wies Bürgermeister Sommer auf die doppelte Bedeutung dieses Tages hin - Gedenken und Mahnung. Die unüberschaubare Zahl der Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen und der dadurch entstehende Schmerz bei den Angehörigen müsse die Erkenntnis bringen: "Nie wieder." Vorausgegangen war der Feierstunde ein von Pater Friedhelm Czinczoll zelebrierter Gottesdienst in der Pfarrkirche Münchenreuth.

In Tirschenreuth marschierten Vereine und Bürger der Stadt am Sonntag in einem langen Zug zum Ehrenmal an der Mittelschule. "Obwohl die Weltkriege beendet sind, sind wir noch immer einen Riesenschritt vom Frieden entfernt. Aber wie schon Bertold Brecht verdeutlichte: Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt", so Bürgermeister Franz Stahl am Ehrenmal. Unser Ziel müsse es daher nicht nur sein, Konflikte gewaltfrei zu lösen und andere Menschen zu akzeptieren, sondern auch stets das Wohl der Menschen um uns herum im Blick zu haben. Denn nur so könne man wichtige Schritte in Richtung Frieden machen. Stahl forderte dazu auf, seine Meinung zu sagen und Courage zu zeigen.

In Plößberg zogen die Teilnehmer mit Fahnenabordnungen von der Marktapotheke mit musikalischer Begleitung der Blaskapelle zum Ehrenmal. Vor den Kranzniederlegungen erinnerte Bürgermeister Lothar Müller an die geschichtliche Entwicklung zum Zweiten Weltkrieg und erwähnte die seit 2016 bestehende Partnerschaft zur polnischen Gemeinde Goczalkowice-Zdroj in Oberschlesien. " Nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten", meinte Müller.

Zug zum Ehrenmal

Die politische und kirchliche Gemeinden in

Die politische und kirchliche Gemeinden in Waldershof marschierten nach dem Gottesdienst in einem Zug unter den Klängen der Falkenberger Blasmusik zur Kriegergedächtniskapelle an der alten Kirche Sankt Sebastian. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann erklärte, dass 2018 weltweit 70 Millionen Menschen auf der Flucht gewesen seien. Auch in der Kösseinestadt hätten Flüchtlinge eine neue Heimat gefunden. "Lassen wir nicht zu, dass Gewalt oder gar Krieg jemals wieder Mittel der politischen Auseinandersetzung wird."Bürgermeister Toni Dutz meinte in

Bürgermeister Toni Dutz meinte in Wiesau am Kriegerdenkmal, dass an Kriegsgräbern die Sinnlosigkeit des Krieges besonders deutlich werde. "Die Gräber sind aber auch ein Zeichen für die Versöhnung der Völker. Wir müssen die Erinnerungen weitergeben und aus den Fehlern lernen", forderte der Sprecher. "Hass bringt uns nicht weiter. Jeder Einzelne von uns muss Liebe in die Welt hinaustragen." Auch Pfarrer Markus Nees, der zuvor einen Gedenkgottesdienst zelebriert hatte, rief am Kriegerdenkmal zum Frieden auf. Abschließend legten der VdK, Zweiter Bürgermeister Fritz Holm und Marktrat Thomas Streber Kränze nieder. Der Musikverein Wiesau umrahmte die Gedenkfeier musikalisch.

In Fuchsmühl forderte im Gedenkgottesdienst Pfarrer Joseph dazu auf, sich nicht irreführen zu lassen. Das Böse in der Welt dürfe keine Gewalt über uns bekommen. Bürgermeister Wolfgang Braun beklagte anschließend die "beispiellosen Verbrechen" in den Weltkriegen, die auch die multikulturellen Beziehungen zwischen den Völkern und Nationen zerstört hätten. Umrahmt wurde der Festakt vom Musikverein Wiesau und dem Kirchenchor der Wallfahrtskirche. Von Böllerschüssen begleitet folgten die Kranzniederlegungen am Kriegerdenkmal durch den VdK-Ortsverband und der Marktgemeinde Fuchsmühl.

Mit Fahnen zur Gedenkstätte

Mit einer würdigen Gedenkfeier wurde am Samstagabend in Friedenfels der Gefallenen am Gedenkstein am Friedhofseingang gedacht. Nach dem Gottesdienst, den Pfarrer Siegfried Wölfel zelebriert und die Stiftländer Jugend- und Blaskapelle Waldsassen musikalisch umrahmt hatten, zogen Gläubige und Vereine mit ihren Fahnen zur Gedenkstätte. Bürgermeister Gottfried Härtl sagte dort: "Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und um die anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren." Im Auftrag der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, des VdK-Ortsverbands und der Gemeinde wurden abschließend Kränze am Gedenkstein sowie am Altar der Kriegerkapelle auf dem Schusterberg, an dem früher die Gedenkfeier stattfand, niedergelegt.

In Mitterteich sprach Bürgermeister Roland Grillmeier am Samstagabend vor dem Kriegerdenkmal.
Bürgermeister Max Bindl erinnerte am Sonntagvormittag in Konnersreuth an die Opfer beider Weltkriege
Bürgermeister Bernd Sommer gedachte am Sonntagvormittag in Waldsassen den Opfern von Krieg und Terror.
Festakt in Wiesau.
Bürgermeister Wolfgang Braun am Kriegerdenkmal in Fuchsmühl.
Feierstunde in Friedenfels.
Feierstunde in Waldershof.
Feierstunde zum Volkstrauertag in Plößberg
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