Mockersdorf bei Neustadt am Kulm
02.10.2018 - 11:19 Uhr

Huldigung des Kirchenpatrons

Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche "Sankt Michael" feierten die Mockersdorfer am Sonntag das Kirchenpatrozinium. Viele Bürger halfen mit, damit das Fest gelingen konnte.

Der Kirchenzug unter den Klängen der „Kulmmusikanten“ bildet den Auftakt des Kirchenpatroziniums in Mockersdorf. Im Gleichschritt marschieren die Vereinsvertreter zur Pfarrkirche „Sankt Michael“. Bild: Brendel, Hubert (BR)
Der Kirchenzug unter den Klängen der „Kulmmusikanten“ bildet den Auftakt des Kirchenpatroziniums in Mockersdorf. Im Gleichschritt marschieren die Vereinsvertreter zur Pfarrkirche „Sankt Michael“.

(br) Dem Hochfest zum Kirchenpatrozinium in der Pfarrkirche ging ein Kirchenzug der Feuerwehren Mockersdorf, Plössen und Ramlesreuth, der Krieger- und Soldatenkameradschaften Mockersdorf und Ramlesreuth sowie der Ortsgruppe der Marianischen Männer-Congregation (MMC) unter den Klängen der "Kulmmusikanten", begleitet von Böllerschüssen, voraus. In den Kirchenzug hatte sich auch Bürgermeister Wolfgang Haberberger eingereiht.

Pfarrvikar Augustin Oburota, der den Festgottesdienst in einem gut gefüllten Gotteshaus zelebrierten durfte, erinnerte daran, dass die römisch-katholische Pfarrkirche in Mockersdorf im Jahr 1391 dem Domkapitel zu Regensburg inkorporiert wurde. Der Pfarrvikar, ihm assistierte August Hofmann (Firkenhof) als Kommunionhelfer, betonte auch, dass das Gotteshaus von 1738 bis 1746 vom Stadtbaumeister Johann Lösch aus Neumarkt/Oberpfalz neu erbaut und dem Heiligen Erzengel Michael geweiht wurde.

Dann las Renate Fraunholz (Mockersdorf) aus der Offenbarung nach Johannes. Ebenso sprach sie die Fürbitten. Den Kirchengesang begleitete Lucia Stelzer auf der Kirchenorgel. Als Sopranistin sang sie das "Halleluja" und gab dem Festgottesdienst dadurch eine besondere Note, ebenso beim Lied zu Ehren des Heiligen Erzengels Michael nach Friedrich Spee nach der Melodie "Ihr Freunde Gottes allzugleich", welches die Gläubigen zur Huldigung des Kirchenpatrons gemeinsam sangen.

Geprägt war die liturgisch-religiöse Feier von dem per Medienschaltung übertragenen Hirtenbrief von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer anstelle der Predigt. Die übermittelte Botschaft bezog sich ausschließlich auf die Veröffentlichung der von Wissenschaftlern erstellten Studie unter dem Titel "Sexueller Missbrauch an Minderjährige durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige", die unlängst bei der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt wurde. Bischof Rudolf Voderholzer bat in seinem Hirtenbrief um das Ohr der Gläubigen: "Dieses Thema ist zu wichtig, als dass er dazu schweigen dürfte." Was die Formen des Missbrauchs betrifft, so würden sie von unangemessener Wortwahl über Exhibitionismus, unsittlicher Berührungen bis hin zu Vergewaltigungen reichen.

Mit Blick auf die sogenannte MHG- (Mannheim, Heidelberg, Gießen)-Studie, sollte diese herausfinden, wie häufig und in welchen Formen sexueller Missbrauch im Erhebungszeitraum von sieben Jahrzehnten (von 1945 bis 2015) vorgekommen ist. Der Schutz des öffentlichen Ansehens der Kirche wurde über das Wohl der Kinder und Jugendlichen gestellt und die Perspektive der Opfer oft übersehen. Bischof Voderholzer sei darüber zutiefst beschämt und bat die Betroffenen abermals um Vergebung.

Er erinnerte in seinem Hirtenbrief auch daran, dass die seit dem Jahr 2002 von den Bistümern eingeleiteten Präventionsmaßnahmen von der Studie ausdrücklich gewürdigt wurde. Dennoch gelte es, diese Maßnahmen noch zu verbessern und sie auch innerlich überzeugt mitzutragen, als Maßnahmen zur gegenseitigen Wertschätzung und Achtung gerade in der Kinder- und Jugendarbeit. Auf das Evangelium am Stank-Michaelstag bezugnehmend brachte der Oberhirte des Bistums Regensburg zum Ausdruck: "Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde".

Abgerundet wurde die liturgisch-religiöse Feier zum Kirchenpatrozinium mit einer eucharistischen Prozession, angeführt von den "Kulmmuskanten" mit den weltlichen Vereine und den Besuchern des Festgottesdienstes durch Mockersdorf. Pfarrvikar Augustin Oburota trug dabei unter dem Baldachin die Monstranz. Es schloss sich ein weltliches Fest im Pfarrhof mit Frühschoppen an.

Herrliches Spätsommerwetter begleitet die eucharistische Prozession durch die Dorfstraßen. Unter dem Baldachin trägt Pfarrvikar Augustin Oburota die Monstranz. Im Hintergrund (rechts) der Kirchturm der „Sankt Michaelskirche“. Bild: Brendel, Hubert (BR)
Herrliches Spätsommerwetter begleitet die eucharistische Prozession durch die Dorfstraßen. Unter dem Baldachin trägt Pfarrvikar Augustin Oburota die Monstranz. Im Hintergrund (rechts) der Kirchturm der „Sankt Michaelskirche“.
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