17.11.2020 - 10:30 Uhr
MoosbachOberpfalz

Vor 50 Jahren Gebietsreform Moosbach

Sechs Gemeinden haben sich damals zusammengeschlossen. Kirchlich waren sie schon seit Jahrhunderten vereint.

Verantwortungsvoll führten Bürgermeister Johann Scheuerer und seine Gemeinderäte Moosbach durch die schwierige Zeit der Gebietsreform vor 50 Jahren. Vorne von links: Johann Rappl, Karl Schmidt, Bürgermeister Johann Scheuerer, Leopold Bergmann. Hintere Reihe von links: Baptist Balk, Fritz Kick, Josef Kemnitzer, Johann Steger und Anton Hierold.
von Peter GarreissProfil

Der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden Burgtreswitz, Etzgersrieth, Gröbenstädt, Moosbach, Tröbes und Isgier anfang der 1970er Jahre zog einen Schlussstrich unter ein Jahrhunderte langes geschichtliches Zusammenwachsen. Kirchlich gehörten die Gemeinden ohnehin schon seit 700 Jahren zusammen.

Attraktive Zuschüsse

Der Freistaat Bayern forcierte die Gebietsreform, um leistungsfähige Gemeinden zu schaffen. Alle Kommunen im Raum Moosbach nutzten die attraktiven Zuschüsse beim freiwilligen Zusammenschluss. Der Staat belohnte dies in Moosbach mit 455.400 Euro, die wieder in die früheren Gemeinden flossen. Nun konnten Straßen, zehn Kapellen in den Ortschaften, Freibäder sowie fast 100 Straßenbeleuchtungskörper aufgestellt werden. Die Dörfer wurden heller.

Gröbenstädt machte den Anfang. 36 von 41 Wahlberechtigten stimmten für den Anschluss an Moosbach zum 1. Januar 1971. In der Gemeinde Burgtreswitz, die am 1. April 1971 nach Moosbach kam, stimmen 39 dafür und 11 dagegen. Heumaden folgte am 1. Januar 1972. Dort stimmten 49 für und 18 gegen die „Ehe mit Moosbach“. Ein Teil von Heumaden (Putzenrieth und Bruckhof) kam zu Eslarn.

Kriegsheimkehrer aus Moosbach

Moosbach

Die zweitgrößte Kommune, Tröbes, entschied sich knapp mit 41 Ja-Stimmen, 32 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen für Moosbach und wurde zum 1. Januar 1972 nach Moosbach eingegliedert. Am 1. Juli 1972 folgten Etzgersrieth und Isgier. Von Moosbach aus wurde nun eine Fläche von 5.505 Hektar und 2.700 Einwohnern verwaltet. Durch die Angliederung gemeindefreier Gebiete wie „Pfaffenrieth“, „Kaar“ und „Tännesberger Wald“ wuchs die Gemeindefläche auf 6.347 Hektar. Moosbach gehörte seitdem zu den flächenmäßig größten Kommunen im Landkreis.

Rathaus plötzlich zu klein

Unzählige Gespräche, das der Eingemeindungsverträge, die Übernahme der aufgelösten Gemeindeverwaltungen, Neuregelungen des Ortsrechtes und die Abwicklung vermögensrechtlicher Fragen, erforderten einen unerhörten Zeitaufwand, nicht zuletzt vom Rathauspersonal in Moosbach. Plötzlich war das erst 1964 neu erbaute Rathaus auf dem Marktplatz Moosbach viel zu klein. Bis zu den Kommunalwahlen 1972 waren alle Gemeinderatsmitglieder der aufgelösten Gemeinden mit beratender Stimme im Moosbacher Marktrat dabei. Für Moosbach gehörte diesem großen Gremium an: Bürgermeister Johann Scheuerer (CSU) sowie die Markträte Johann Rappl, Karl Schmidt, Baptist Balk, Fritz Kick, Josef Kemnitzer (alle CSU) sowie Leopold Bergmann, Johann Steger und Anton Hierold (alle SPD) an.

Die frühere Gemeinde Burgtreswitz war durch Bürgermeister Franz Mayer sowie die Gemeinderäte Georg Dirscherl, Hans Hartmann, Karl Meiller, Johann Schön, Johann Schön und Johann Völkl vertreten. Für Etzgersrieth zeichneten Bürgermeister Johann Uschold sowie die Gemeinderäte Eduard Ach, Rudolf Kappl, Georg Leipold und Georg Leipold, Anton Mitlmeier und Hans Völkl verantwortlich. Gröbenstädt war durch Bürgermeister Sebastian Schwabl und die Gemeinderäte Josef Baier, Ludwig Biehler, Egid Bodensteiner, Josef Putzer, Johann Schmid und Georg Wurdack repräsentiert. Die Beschlüsse in Heumaden trugen Bürgermeister Georg Kraus mit seinen Gemeinderäten Franz Bauer, Georg Bock, Josef Hanauer, Albert Kick, Georg Lehner und Georg Selch.

In der früheren Gemeinde Tröbes waren dies Bürgermeister Johann Schnupfhagn sowie die Gemeinderäte Baptist Ärmer, Hans Bodensteiner, Anton Eger, Johann Eger, Josef Eger, Johann Reitinger, Lorenz Hierold und Johann Scherer. Über die Eingliederung von Isgier nach Moosbach entschieden: Bürgermeister Michael Frischholz und seine Gemeinderäte Georg Grötsch, Johann Hönig, Josef Kindl, Leander Lang, Ferdinand Lindner und Jakob Reichenberger. Ab 1. Juli 1972 war die neue, von den Bürgern der Großgemeinde Moosbach gewählte Volksvertretung unter Bürgermeister Johann Scheuerer im Amt und begann mit Vehemenz ihre Arbeit.

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