02.07.2020 - 17:52 Uhr
MoosbachOberpfalz

Für jedes Wehwehchen ein Kraut

Die Familie Erich und Claudia Schmid aus Gaisheim bei Moosbach, er Diplom-Wirtschaftsgeograph und sie Diplom-Biologin, haben sich seit vielen Jahren den Kräutern verschrieben. In ihrem Hexengarten ist alles Bio.

In ihrem Hexengarten prüft die Biologin Claudia Schmid die Qualität der Kräuter.
von Peter GarreissProfil

Beide hatten schon immer den Wunsch, einen großen Kräutergarten anzulegen. In ihrer „Hexenküche“ sind sie ständig auf der Suche nach neuen Rezepten, die den Körper gut tun. Unzählige Kräuter, die nicht gespritzt, gedüngt oder gewachst sind, finden sie in ihren Hexengärten, im Kräuterfeld oder auf kräuterreichen Wiesen in der Umgebung. Besonders empfehlen sie Tees mit den verschiedenen Minzen oder der weißen Melisse. Die weiße Melisse ist eigentlich eine Katzenminze, die zitronig schmeckt. Der Geschmack bleibt auch beim Trocknen erhalten und ist deshalb ganz besonders lecker im Tee. Für Liköre oder Schnaps eignen sich, so die beiden, eigentlich alle Kräuter recht gut, aber besonders auch Wurzeln oder andere Kräuter, bei denen die Wirkstoffe durch Alkohol besser herausgelöst werden.

Die zwei haben ihre Interessen und Berufung zum Hobby gemacht und beschäftigen sich seit fast 20 Jahren mit Kräutern und Produkten, die man aus Kräutern herstellen kann. In ihren Hexengärten gibt es verschiedene Bereiche, trockene und feuchte, schattige und sonnige, so dass den verschiedenen Ansprüchen der jeweiligen Pflanzen gerecht wird. Manche stehen als Wasserpflanzen direkt in kleinen Mini-Teichen.

Die Kraft der Heilkräuter

Während Claudia Schmid alle Sonnenpflanzen, bei denen die Blüten wie kleine Sonnen aussehen wie beispielsweise Ringelblumen, Kamille, Mutterkraut und Margeriten sowie alle Minzen und zitronig duftende Kräuter wie Zitronenmelisse, Zitronenverbene oder Zitronengras liebt, mag ihr Mann Erich vor allem Ingwer oder Kräuter die nur im Hexengarten wachsen, wie beispielsweise das Hexenkraut.

Am pflegeintensivsten sind die Duftrosen, die eigentlich immer etwas Fürsorge brauchen. Andere Sorten wie Wildkräuter müssen immer wieder eingedämmt werden. Insgesamt benötigen die zwei Hexengärten rund ums Jahr andauernde Betreuung, denn immer ist irgendetwas anzupflanzen, zurückzuschneiden, zu ernten oder in Produkte zu verwandeln.

Claudia Schmid hat an der Universität in Regensburg studiert und sich gleich nach dem Studium intensiv mit Kräutern beschäftigt. Dadurch hat sie sich in den letzten mehr als 20 Jahren ein enormes Wissen angeeignet, welches man im Hexengarten bei Kräuterführungen, egal ob einzelne Personen oder auch Gruppen bis zu 15 Personen oder Seminars spürt. Die Teilnehmer werden dabei überrascht sein, von der Artenvielfalt, der Vielfalt der konsumierbaren Produkte und der Geschmacksvielfalt der in den Schmid`schen Gärten vorhandenen Kräuter und Pflanzen.

Besondere Bezeichnungen haben beide für ihre Hexengarten-Tees und Liköre. So gibt es neben Glückstee und Hexen-Minztee auch das Zauberwurz-Elixier und den Hexenfluch. Ihre zwei Hexengärten teilten sie in trockene, feuchte, schattige und sonnige Bereiche ein, so dass den verschiedenen Ansprüchen der jeweiligen Pflanzen gerecht wird. Gerne nehmen sich die beiden Kräuterexperten bei Führungen Zeit für Fragen der Gäste über Garten, Kräuter, Met, Mittelalter, Mystisches und über Gott und die Welt. Kontakt: Telefon 0151/23636629

Für die kommenden warmen Tage empfehlen die beiden kalte Tees wie einen Apfel-Minz-Eistee.

Das Logo der Hexenküche in Gaisheim.
Info:

Apfel-Minz-Eistee

Zutaten: 1 l Wasser, 500 ml Apfelsaft, 6 EL Apfelminzblätter getrocknet (bei frischen Blättern doppelte Menge), 4 EL Zitronensaft.

Zubereitung: Apfelminze mit heißem (nicht mehr kochendem) Wasser übergießen, 10 Min ziehen lassen, abseihen. Mit Apfel- und Zitronensaft mischen. Einen großen Krug oder hohe Gläser zu 2/3 mit Eiswürfel füllen. Die Tee-Saft-Mischung darüber gießen. Mit Minzblättern garnieren.

Info:

Hexen-Schnaps mit Beifuß

Zutaten: 1 Handvoll getrocknetes Beifußkraut, 1 Liter Wodka

Zubereitung: Beides in ein Gefäß geben und gut verschlossen 2 Tage an einem warmen Ort ziehen lassen. Abseihen und in eine Flasche füllen. Kühl aufbewahren. Wirkt nervenstärkend, verdauungsfördernd und hilft gegen Blähungen. Bei Beschwerden 3 x täglich vor den Mahlzeiten einnehmen. Schützt auch vor bösen Geistern!

Die Hexe mit einem Spruch in derHexenküche in Gaisheim.
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