06.12.2019 - 10:27 Uhr
MoosbachOberpfalz

Seit 2011 keine neuen Schulden mehr

Bürgerversammlung: Moosbach hat viel geleistet und viel vor. Dank der Stabilisierungshilfen des Staats sinkt die Verschuldung drastisch.

Bürgermeister Hermann Ach schilderte die Situation des Marktes Moosbach, informierte über Zukunftsprojekte und stellte sich den Fragen der Bürger.
von Peter GarreissProfil

Eine harmonische Bürgerversammlung mit rund 80 Bürgern ging im Rathaussaal über die Bühne. Am Ende der Veranstaltung gab es viele Wortmeldungen. Zunächst gab Bürgermeister Hermann Ach einen Rückblick auf das ablaufende Jahr. Die Grunddaten der Gemeinde mit 6.398 Hektar Gesamtfläche, 82,655 Kilometer Gemeindestraßen und 238,73 Kilometer Feld- und Waldwege veränderten sich nicht. Es gingen 14 Bauanträge ein. Die Einwohnerzahl stieg, entgegen dem Landkreistrend, um 100 auf 2.383 Personen. Es wurden 19 Geburten, 21 Sterbefälle und 15 Eheschließungen registriert.

Nicht gut schaut die Altersstruktur der Bevölkerung aus. Ach nannte den Bauch der Pyramide zu weit oben, was zu viele ältere Menschen bedeutet. Beim Fremdenverkehr werde immer mehr nach Qualität gefragt. Der Preis sei weniger entscheidend. Der Trend gehe hin zum Kurzurlaub. Die Übernachtungszahlen fielen aber von 24.323 (2018) auf 19.777 (2019). Ach lobte die hervorragende Arbeit der Tourismuschefin Claudia Rieß.

2019 gelang die Gründung der ILE Naturparkland Oberpfälzer Wald, von der man sich neue Impulse im Tourismus erwarte. Auch die Auszeichnung des Naturparklandes als Öko-Modellregion werde sich positiv auswirken. Als Vorbildlich werde die Ferienbetreuung Moosbach angesehen. Auch Kinder von Nachbargemeinden kommen nach Moosbach. Die Gemeindebücherei wurde mit dem goldenen Siegel ausgezeichnet. Durch Sturm wurde das Dach der Kirche Burgtreswitz beschädigt. Nunmehr laufen die notwendigen Untersuchungen und Erhebungen für einen baldigen Sanierungsbeginn. Ach bezifferte die Kosten dafür auf mindestens 350.000 Euro. Der Beginn der Sanierung des Kurparkes Moosbach im Frühjahr 2020 sei aber sicher. Gleich zu Beginn wird das Dach des Kiosks erneuert. Das Schloss Burgtreswitz entwickle sich immer mehr zu einem kulturellen Kernpunkt der Gemeinde. 2020 sind fünf Aufführungen des Theater Ovigo und eine Vorstellung des Landestheaters geplant. Die Verkehrsüberwachung in der Gemeinde erfolgt über einen Zweckverband. Die Kosten dafür werden 2019 durch Bußgelder (5.080 Euro) und Verwarngelder (21.785 Euro) aufgebracht. 2019 wurden bislang 1.200 Verstöße geahndet. Auf diesem Sektor werde knallhart durchgegriffen. Schließlich gehe es um Menschenleben.

2019 habe sich auf dem Bausektor viel bewegt. So wurde die 30 Jahre dauernde Renovierung des Schlosses abgeschlossen und die energetische Sanierung der Grundschule (ehemalige Hauptschule) durchgeführt. Es begann der Umbau der ehemaligen Grundschule in Wohnungen und der Bau der Seniorenwohnanlage hinter dem Pfarrgarten. Umplanungen für das Neubaugebiet „Steinling III“ sowie das Gewerbegebiet „Hammermühle“ wurden durchgeführt. Für 2020 könne man mit der Erneuerung der Verbindungsstraßen Saubersrieth – Ragenwies - Roßtränk“ und der „Isgier – Burkhardsrieth“ rechnen. Ach sprach auch die 185.000 Euro teure Renaturierung des Gruberbachs zwischen der Wieskirche und der Einmündung in die Pfreimd an. Er dankte dem OWV und dem Siedlerbund für die Pflanzung von 200 Bäumen entlang dieser Trasse.

Ach sprach von einer deutlichen Verbesserung der Haushaltslage. Dank der Stabilisierungshilfen des Freistaats in Höhe von knapp 6 Millionen Euro konnte der Schuldenstand weitgehend abgebaut werden. Die Pro-Kopfverschuldung liegt bei 644,57 Euro. Seit 2011 habe der Markt keine Neuschulden mehr gemacht. Ach sprach auch das vom Markt erworbene Weiß-Anwesen (Boder-Anwesen) im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Marktplatzes durch die Dorferneuerung an, die voraussichtlich 485.000 Euro kosten wird. Dabei sollen die Beläge erneuert und das historische Pflaster bei den Parkflächen wieder verwendet werden. Außerdem soll die Bushaltestelle mit einem Wartehaus ausgestattet werden. Schließlich soll über den Marktplatz und das Boder-Anwesen das Seniorenheim erschlossen werden.

Kurz ging der Bürgermeister auch auf die Moosbacher Versorgungsgesellschaft (MVG) ein. Diese betreibe eine thermische Leistung von 440 Kilowatt, eine angeschlossene Leistung von 1,158 Megawatt und installierte Photovoltaikanlagen von 2.173,68 kwp. Inzwischen habe die MVG das gemeindliche Hallenbad übernommen. Das Hallenbad belaste den Gemeindehaushalt dadurch nicht mehr.

Bürgermeister Hermann Ach schilderte die Situation des Marktes Moosbach, informierte über Zukunftsprojekte und stellte sich den Fragen der Bürger.
Wortmeldungen der Bürger:

Josef Enslein wollte wissen, wie es mit der Anbindung Moosbachs an den Bocklradweg bei Lohma aussehe. Bürgermeister Hermann Ach sah eine Lösung für 2020 möglich. Auch über den Kiosk im Kurpark nach der Kündigung des Pächters machte sich Enslein sorgen. Ach will das Pachtverhältnis schnellstens öffentlich ausschreiben. Ganz gleich wie dies ausgehe werde, man werde den Kiosk sanieren. Josef Dirscherl aus Burgtreswitz sprach den Durchgangsverkehr auf der Hauptstraße seines Ortes an. 1,3 Mio. Fahrzeuge pro Jahr nannte er eine schreckliche Zahl. Allerorts werden Querungshilfen für die Fußgänger errichtet, nur in Burgtreswitz gehe das nicht. Querungshilfen bringen nichts meinte der Bürgermeister. Auch von einem fest installierten „Blitzer“ hielt Ach wegen der Kosten von etwa 100.000 Euro und der Betriebskosten nichts. Dirscherl forderte die Gemeinde auf, sich Gedanken wegen der ständigen Überschreitungen der Geschwindigkeit zu machen. „Man kann doch nicht so viel Verkehr durch Treswitz lassen und nichts tun“, zeigte sich Dirscherl über die Untätigkeit der Behörden enttäuscht. Hans Gürtler sprach die Überschreitungen der zulässigen Geschwindigkeit in der Burgtreswitzer Straße in Moosbach an. Meist fahren die Leute zu schnell, die in ihren Siedlungsstraßen der Kinder wegen eine Reduzierung der Geschwindigkeiten fordern.

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