Dreifaltigkeitskirche Kappl: Einbau der sanierten Orgel verzögert sich

Eigentlich sollten die Arbeiten zum Einbau der sanierten Orgel in die Dreifaltigkeitskirche Kappl mittlerweile auf der Zielgeraden sein. Die Schließung der deutsch-tschechischen Grenze hat dieses Vorhaben aber zunichte gemacht.

Die Dreifaltigkeitskirche Kappl ist ein Magnet für die Christen in der Region. Auf die gewohnten Orgelklänge muss aber noch etwas länger verzichtet werden.
von Konrad RosnerProfil

Vom 5. bis zum 8. November 2018 wurde die vom Borkenkäfer stark in Mitleidenschaft gezogene Orgel der Dreifaltigkeitskirche Kappl von der tschechischen Firma Dlabal-Mettler abgebaut und ins mährische Bilsko (bei Olmütz) transportiert. In der dortigen Werkstatt haben die Experten die Orgel umfangreich instand gesetzt und so manche vom Holzwurm befallenen Teile erneuert. Auch Teile des Orgelgehäuses haben sie saniert.

Kind des Arbeiters weint fast

Petr Dlabal, Boris Mettler und ihr Team sind absolute Spezialisten des böhmischen und bayerischen Orgelbaus und haben schon mehrere solcher Instrumente restauriert. Anfang März kamen Mitarbeiter der tschechischen Firma zur Kappl, um die Orgel in der Dreifaltigkeitskirche wieder aufzubauen. Zuvor hatte eine Firma aus Wunsiedel ein stabiles und mächtiges Gerüst in dem Gotteshaus aufgebaut. Eine Woche lang arbeitete die tschechische Firma in der Kappl-Kirche, als plötzlich bekannt wurde, dass der tschechische Staat wegen des grassierenden Coronavirus die Grenzen nach Deutschland dicht mache.

Klar, dass auch die Familien Angst hatten, dass ihre Männer und Väter nicht mehr nach Hause können. So erzählt Robert Sommer, der die Kappl schon seit Jahrzehnten betreut, dass ein Kind eines Arbeiters fast weinend angerufen habe, er solle nach Hause kommen, die Grenze werde zugemacht. Letztlich sei man nun so verblieben, dass die tschechische Firma, sobald der Staat die Grenze wieder öffnet, sofort wieder einreisen und den Einbau der Kappl-Orgel fortsetzen wird.

Das aus dem Jahr 1734 stammende Orgelgehäuse steht bereits mit den ausgewechselten Teilen wieder in der Kappl. Auch drei neue Keilblasbälge, die oberhalb der Chorempore in die neu gestaltete Blasbalgkammer kommen, wurden schon geliefert.

Kosten von rund 200 000 Euro

Eigentlich hätte die Orgel bis zum Palmsonntag am 5. April eingebaut werden sollen, dieser Termin ist natürlich nicht zu halten. Die Einweihung hätte am 1. Mai erfolgen sollen. Diözesanbischof Rudolf Voderholzer wäre persönlich gekommen. "Wir müssen nun abwarten, wann die Grenze wieder geöffnet wird. Was anderes können wir auch nicht tun. Wann das sein wird, steht aber noch in den Sternen", erklärt Sommer. Die Sanierung der Kappl-Orgel ist mit rund 200 000 Euro veranschlagt. Dieser Kostenrahmen, so Sommer, werde aller Voraussicht nach eingehalten.

Die Kappl-Orgel wurde 1734 von einem Orgelbauer aus dem böhmischen Ellbogen unter Verwendung eines Brüstungswerkes aus dem Jahr 1690 gebaut. Die dreimanualige Orgel hat zwölf Register und ist neben der Kanzel und den drei Altären eine der dominierenden Ausstattungen in der Dreifaltigkeitskirche Kappl.

Es gab auch eine Ersatz-Orgel in der Kapplkirche:

Münchenreuth bei Waldsassen
Ein stabiles und mächtiges Gerüst, aufgestellt von einer Wunsiedeler Firma, steht vor der Chorempore in der Kappl.
Die neu gestaltete Blasbalgkammer mit den drei neuen Keilbalsbälgen.
Das Orgelgehäuse, das teilweise erneuert wurde, ist schon wieder aufgebaut.
Blick durch das Orgelgehäuse und das Gerüst auf den Hochaltar der Kappl.
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