Die Lücke in der Familie schließen

Münchenreuth ist eine Hochburg der CSU. Dies wurde bei der Versammlung des Ortsverbands Waldsassen deutlich. Kritik gab es kaum. Bürgermeister Bernd Sommer und vor allem Landratskandidat Roland Grillmeier wurden fast schon gefeiert.

Seht gut besucht war die Ortsteilversammlung der CSU beim Kapplwirt.
von Konrad RosnerProfil

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß verhehlte bei dem Treffen beim Kapplwirt nicht, dass er in Münchenreuth vor Jahren sein absolut bestes Wahlergebnis eingefahren habe, knapp 100 Prozent. "Wir bieten Lösungen an und schüren keine Ängste", sagte Bernd Sommer. Der örtliche CSU-Stadtrat Jörg Wifling freute sich über die vielen Besucher. Ortsvorsitzender Markus Scharnagl bezeichnete das Wahlprogramm als Arbeitsgrundlage für die kommenden sechs Jahre.

Scharnagl stellte alle Stadtratskandidaten der CSU detailliert und ausführlich vor. Eindeutig sprach sich Scharnagl für die Verlegung der Bundesstraße auf die Bahndammtrasse aus. "Wer dies boykottiert, behindert die Entwicklung der Innenstadt."

Bürgermeister Bernd Sommer nannte als Ziel, dass Münchenreuth an die Kläranlage angeschlossen werde. Zudem soll die Straße nach Pechtnersreuth saniert werden. Sommer dankte den Grundstücksbesitzern dafür, dass sie Grund zur Verfügung stellen. Die Kosten für diesen Ausbau: Rund 2,2 Millionen Euro, rund 800 000 Euro werde die Stadt aufwenden müssen.

"Genehmigt"-Stempel

Zum aktuellen Sachstand im Hinblick auf Fockenfeld sagte Sommer, Mitterteich, Waldsassen und Konnersreuth würden sich gemeinsam um den früheren Sommersitz der Waldsassener Äbte kümmern. Der Schulbetrieb werde eingestellt, die Patres bleiben jedoch vor Ort. Die CSU sei eine große Familie und überall vernetzt, außer beim Landratsposten. Der Landrat entscheide in seiner mächtigen Position auch darüber, ob in Waldsassen wieder der Schwerlastverkehr fließt, erklärte Bürgermeister Sommer. Diese Lücke in der Familie gelte es zu schließen. "Roland kann es", sagte Sommer und überreichte Grillmeier, in Anspielung auf den Bürokratieabbau im Landratsamt mit dem CSU-Bewerber, einen "Genehmigt"-Stempel.

Grillmeier sagte, zwischen ihm, Tobias Reiß und Bernd Sommer passe kein Blatt Papier. "Wir sind beste Freunde und vertrauen uns blind." Großes Lob galt den Landwirten; sie leisteten Enormes. Grillmeier sagte, er trete für das Kernwegenetz ein und er sei auch für die flächendeckende Öko-Modellregion. Aktuell wolle man versuchen, den "Stiftland-Strom" mit Biogas und Photovoltaik auf den Weg zu bringen.

Grillmeier nahm auch zum Krankenhaus Stellung und lobte vor allem das motivierte und engagierte Personal. "Wir haben Vertrauen in unsere Häuser." Aber Weiden müsse von seinem hohen Ross herunter, sagte Grillmeier. Er forderte, dass alle Standort-Bürgermeister bei den Gesprächen mit eingebunden werden. "Wir müssen eine Lösung finden mit einer aktiven Politik. Der Landkreis ist es wert, sich einzusetzen." MdL Tobias Reiß sagte über die Situation der Kliniken AG, Ideen müssten vor Ort entstehen. Der amtierende Landrat aber "hat mich zu wenig eingespannt".

Tobias Kunz sagte: "Ich bin guter Dinge, etwas bewegen zu können".

"Ein herber Verlust"

Der 43-jährige Allgemeinmediziner Tobias Kunz will für die CSU in den Stadtrat einziehen und sich dafür einsetzen, dass junge Ärztekollegen wieder in die Region zurückkehren. Er sei guter Dinge, dass er hier einiges bewegen könne. Gleichwohl bedauerte er, dass es das Waldsassener Krankenhaus nicht mehr gebe. "Das ist ein herber Verlust."

Kunz forderte, dass in zwei bis drei Jahren im Krankenhaus neue Arztpraxen entstehen sollten. Seine Praxis sei restlos ausgelastet. An Spitzenzeiten, wenn er auch noch Vertretung machen müsse, habe er an einem Tag bis zu 250 Patienten zu betreuen. Wichtig sei dabei, so der Mediziner, die schweren Fälle nicht zu übersehen.

In Anspielung auf einen Bürokratie-Abbau am Landratsamt überreichte Bürgermeister Bernd Sommer an Landratskandidat Roland Grillmeier einen "Genehmigt"-Stempel.
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