02.05.2022 - 14:24 Uhr
NabburgOberpfalz

2300 Kinder bei Weltwasserwoche im Freilandmuseum Oberpfalz

Im Freilandmuseum Oberpfalz schöpfen die Kinder aus dem Vollen: Bei der Weltwasserwoche lernen sie, warum Wasser "unser kostbarstes Gut" genannt wird. 2300 Schüler aus der ganzen Oberpfalz sind angemeldet.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Viertklässler der Telemann-Grundschule Teublitz haben die hellste Freude. Während an diesem Maien-Vormittag Gans und Ganter schnatternd aus dem Weiher des Stiftlanddorfes steigen, hängen die Mädchen und Buben an der Schwengelpumpe vor dem Hüthaus. "Vorsicht! Wenn der Eimer voll ist, ist er ziemlich schwer", warnt Lehrerin Petra Reiter-Theiß die Kinder. Das Wasser schwappt schon über den Rand und einer der Buben zerrt den Kübel zum Waschtrog. Es ist wieder Weltwasserwoche im Freilandmuseum Oberpfalz, die mittlerweile einundzwanzigste. Mehr als 2300 Kinder aus der Oberpfalz und dem benachbarten Tschechien sollen bis Montag, 9. Mai, zu einem nachhaltigen Umgang mit dem wertvollen Element animiert werden.

16 Stationen

Dafür hat der Leiter des Freilandmuseums, Tobias Hammerl, mit seinem Team die Voraussetzungen geschaffen. Das ganze Museumsgelände und auch die Schulungsräume stehen im Zeichen der Weltwasserwoche. Für die Schüler sind 16 Stationen aufgebaut, die an den sechs Werktagen immer vormittags von verschiedenen Behörden und Verbänden betreut werden. Die Wasserwirtschaftsämter Weiden und Regensburg gehören mit zu den Organisatoren. Außerdem sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in der Oberpfalz, das Landesamt für Umwelt, die Umweltstationen an der Kontinentalen Tiefbohrung Windischeschenbach und im Kloster Ensdorf, mehrere Gesundheitsämter, die Fischereifachberatung des Bezirks Oberpfalz, der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz mit dabei.

Für Grundschullehrerin Reiter-Theiß ist der Tag im Freilandmuseum die ideale Ergänzung zum Heimat- und Sachunterricht in der Schule. "Wir behandeln das Thema Wasser ja schon länger", erzählt sie. Auch in ihrer Klasse ist der Klimawandel und die damit verbundene zunehmende Trockenheit ein Thema. "Einige Kinder wissen da schon sehr viel." Wie man verantwortungsvoll mit Wasser umgeht und welche Möglichkeiten es gibt, Wasser zu sparen, darüber haben die Mädchen und Buben im Unterricht längst gesprochen. "Dabei spielt auch virtuelles Wasser eine Rolle", erklärt die Lehrerin. Also zum Beispiel Wasser, das für die Herstellung eines T-Shirts verbraucht wird. Solche Gedanken mussten sich die Hütbuben, die vor 100 Jahren im Stiftlanddorf gelebt haben, nicht machen. Sie mussten noch Wasser aus dem Brunnen pumpen und in Eimern zum Haus tragen, die Mädchen ihren Müttern beim Wäschewaschen in großen Zubern und Trögen helfen. Warum das früher notwendig war und wie das ging, zeigten die Mitarbeiter des Freilandmuseums den Kindern.

Auch Schüler aus Tschechien

In den vergangenen zwei Jahren fand die Weltwasserwoche im Freilandmuseum nur digital statt. Heuer sind zum ersten Mal wieder Präsenzveranstaltungen möglich. Scheinbar gibt es immensen Nachholbedarf: "Das Interesse im Vorfeld war riesig", berichtet Museums-Pressesprecher Felix Schäffer. 96 Schulklassen konnten mitmachen, aber 312 hatten sich angemeldet. Berücksichtigt wurden die Klassen nach Eingang der Anmeldungen. Auch Schüler aus der tschechischen Partnerstadt Nabburgs, Horsovsky Tyn, reisen an. Offiziell steht die Weltwasserwoche unter dem Motto "Unser Grundwasser - Der unsichtbare Schatz". Bei der Eröffnung am Montagvormittag begrüßten Landrat Thomas Ebeling, mehrere Bürgermeister und Bezirksräte die Schüler.

Service:

Virtuelle Weltwasserwoche

Das Freilandmuseum Oberpfalz bietet auch eine virtuelle Weltwasserwoche an. Auf den Internetseiten der Einrichtung gibt es Videos zu acht Schwerpunktthemen:

  • Gewässerbiologie: Jörg Brandner vermittelt ökologische Schwerpunkte der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.
  • Wassernutzung früher: Den Schülern wird aufgezeigt, wie die Menschen früher ohne die moderne Wasserversorgung zurecht kamen.
  • Bodenschutz/Bodenbewusstsein: An dieser Station geht es um die Bodenfunktion (Filter, Puffer, Speicher).
  • Wald und Wasser: Anhand anschaulicher Experimente erleben Schüler wie wertvoll Wald ist und wie er vor Erosion und Überschwemmung schützt.
  • Karpfenland Oberpfalz: Wie funktioniert Teichwirtschaft? Wie leben Karpfen
    und Co?
  • Wasserkreislauf: Den Schülern wird vermittelt, dass Wasser nicht im Überfluss vorhanden ist und dass dieses kostbare Gut eines besonderen Schutzes bedarf.
  • Amphibien: Um die 19 Amphibienarten (Molche und Salamander, Kröten und Frösche) in Bayern geht es in diesem Video.
  • Artenschutz: An das Leben im und am Wasser haben sich viele Tiere, wie etwa der Biber angepasst. Anhand von Exponaten können die Schüler diese Spezialisierungen auch begreifen.
 
 

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