Die Aktionsgruppe „Gesundes Altern in der Oberpfalz“ ist in der breiten Öffentlichkeit noch wenig bekannt und möchte dies ändern. Beim Treffen im Nabburger Jugendwerk gab die Organisation Einblick in ihre Arbeit.
Sie entstand im Juli 2018 während des Workshops „Gesundes Altern“ auf dem Fachforum „Gesundheitliche Chancengleichheit in allen Lebenslagen in der Oberpfalz“. Das ist der Koordinierungsstelle "Gesundheitliche Chancengleichheit Bayern" und der Regierung der Oberpfalz ein Anliegern. Geleitet wird die Aktionsgruppe von Claudia Zölfl-Setschödi vom Gesundheitsamt Neumarkt und von Günther Makolla, dem Seniorenbeauftragten von Bodenwöhr.
Was im Behördendeutsch hochtrabend klingt, ist einfach gesagt: Das Ziel der Aktionsgruppe ist es, die Gesundheit älterer Menschen in der Oberpfalz, die schwer erreichbar sind, durch zielgerichtete Ansprache und passgenaue Aktionen zur Gesundheitsförderung zu unterstützen. Die Methode dabei beruht darauf, nicht zu warten, bis die Bedürftigen kommen. Die Gruppe will proaktiv unterstützen, handeln und initiieren.
Mittlerweile gehören ihr über 40 Mitglieder an. Sie besteht aus ehrenamtlichen Gesundheitsbotschaftern, Seniorenbeauftragten, politischen Vertretern oder Akteuren der "Gesundheitsregion plus", die sich für das Wohlergehen der Bürger in der Oberpfalz einsetzen.
Die Schwerpunkte sind ganz unterschiedlich gesetzt. Unter der Leitung von Günter Makolla steht Bewegung und Mobilität im Vordergrund. Die digitale Kompetenzförderung der Senioren hat die Gruppe um Claudia Zölfl-Setschödi im Auge. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen.
Gerade in der Corona-Zeit sind die Herausforderungen anders gelagert. Um in Kontakt zu bleiben, initiierte die Aktionsgruppe Telefonhotlines, um so den Senioren Fragen rund um Corona zu beantworten. Man entwickelte Informationsseiten für regionale Anlaufstellen und unterstützte Nachbarschaftshilfen und Einkaufsdienste. Die älteren Menschen traf die Pandemie besonders hart. Sie waren aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und besonderer Schutzbedürftigkeit als Risikogruppe nur sehr schwer erreichbar. Einige Mitglieder der Aktionsgruppe erzählten, dass ältere Menschen in schwierigen Lebenslagen sich durch die Pandemie noch stärker zurückgezogen hätten und die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten gesunken sei. Hilfe benötigen und „sich helfen lassen“ gehe nicht immer Hand in Hand.
Angebote an die Senioren können nur erbracht werden, wenn sich genügend ehrenamtliche Mitarbeiter finden. Mit dem „Akquirieren von Ehrenamtlichen“ setzte sich ein Vortrag von Jürgen Griesbeck, dem Leiter der Seniorenakademie Bayern, auseinander. Dabei ist es wichtig, die richtigen Rahmenbedingungen und aktuelle Anreize zu schaffen, um ins Gespräch mit Interessenten zu kommen. Und wie erreichen Vereine und Kommunen potenzielle Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler? Auch darauf hatte der Leiter der Seniorenakademie eine klare Antwort: „Leute persönlich ansprechen ist seit Jahrzehnten der Dauerbrenner!“ Weitere Möglichkeiten seien Anrufe, Veranstaltungen mit Informationen zur Beteiligung im Ehrenamt oder das Nutzen sozialer Medien.
Die digitale Kompetenzförderung der Senioren ist ein weiterer Schwerpunkt im breiten Angebotsspektrum der Aktionsgruppen. Schulungen werden wohl am erfolgreichsten durch Multiplikatoren vor Ort angeboten.






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