21.05.2019 - 16:17 Uhr
NabburgOberpfalz

Bahnübergang: Auch heuer keine Genehmigung

Der Planfeststellungsbeschluss für die Beseitigung des Bahnübergangs lässt nach überaus langer Zeit weiter auf sich warten. Beim Staatlichen Bauamt geht man inzwischen davon aus, dass sich das Verfahren auch noch ins Jahr 2020 hineinzieht.

Das Genehmigungsverfahren für eine Innerortsumgehung zur Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs, die auch den Bau einer neuen Naabbrücke vorsieht, wird auch in diesem Jahr noch nicht abgeschlossen. Die Realisierung des Projekts bleibt in der Warteschleife.
von Externer BeitragProfil

Ein Jahr nach der Erörterung der Einwände gegen die Rahmenplantrasse zur Beseitigung des schienengleichen Bahnüberganges in Nabburg tauschte sich Regierungspräsident Axel Bartelt mit der Stadt aus. Nach dem Gespräch über den aktuellen Stand des laufenden Planfeststellungsverfahrens, an dem die Bürgermeister Armin Schärtl, Kurt Koppmann und Heidi Eckl teilnahmen, verfassten die Regierung der Oberpfalz und die Stadt Nabburg eine gemeinsame Erklärung. Zu der Runde an der Regierung der Oberpfalz in Regensburg hatte Regierungspräsident Bartelt zusätzlich den Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, Henner Wasmuth, und von der Regierung den Bereichsleiter für Planen und Bauen, Peter Thumann, sowie den Leiter des Sachgebietes Straßenbau, Josef Kreitinger, dazu gebeten.

Bürgermeister Schärtl betonte laut Pressemitteilung, dass sich mit der Verlegung der Rettungswache von der Perschener Straße in das ehemalige Krankenhaus im Stadtwesten die Notarztsituation dramatisch verschlechtern dürfte. Die Einsatzorte von Notarzt und Rettungswagen befänden sich derzeit zu zwei Dritteln östlich der Bahnschranke und nur zu einem Drittel westlich davon. Das hieße im Umkehrschluss, wenn Notarzt und Rettungswagen künftig im Stadtwesten ausrückten, stünden sie doppelt so oft vor der geschlossenen Schranke wie derzeit.

Viele Interessen

Das Verfahren zur Beseitigung des Bahnübergangs läuft bereits seit knapp zehn Jahren. "Ich habe volles Verständnis, dass die Bürger hier endlich konkrete Fortschritte sehen wollen. Nicht nur für Außenstehende ist es schwer nachvollziehbar, warum die Maßnahme so lange dauert", wird der Regierungspräsident zitiert.

Von baufachlicher Seite sei darauf hingewiesen worden, dass neben der Erarbeitung notwendiger Tekturunterlagen und ergänzender Untersuchungen insbesondere auch eine politische Diskussion um eine Alternativplanung (sogenannte Vieregg-Rößler-Lösung ), die von 2012 bis zur ministeriellen Entscheidung 2016 geführt wurde, sehr viel Zeit in Anspruch genommen habe. "Erst ab dann stand letztendlich fest, in welche Richtung weiter geplant werden konnte", heißt es.

Neben den anspruchsvollen technischen Rahmenbedingungen, die eine Kreuzung von Straße und Eisenbahn sowie die vorhandene Grundwasserthematik ohnehin schon mit sich bringen, bedeute Planen im innerstädtischen Bereich auch starke Bindungen durch das vorhandene Straßennetz und Einschränkungen durch ein sehr beengtes Baufeld. Insbesondere im innerörtlichen Bereich würden auch private Interessen stark tangiert. Hier gelte es, negative Auswirkungen möglichst zu minimieren, wie zum Beispiel die Inanspruchnahme privaten Baugrundes, die Vermeidung von Existenzgefährdungen oder die Minimierung von Immissionen. Zusammenfassend könne man sagen, dass die lange Planungszeit vor allem dem Ringen nach der bestmöglichen Lösung geschuldet war, die die Stadt Nabburg als Juwel der mittleren Oberpfalz auch verdient habe.

Noch fehlende Unterlagen

Beim Gespräch wurden auch der weitere Zeitplan und die nächsten Verfahrensschritte besprochen. Henner Wasmuth berichtete demzufolge, dass abschließend noch ein Gutachten erstellt werden müsse, welches - passend zum Bauzeitenplan - die jeweiligen Lärmemissionen aus dem Bauablauf prognostizieren müsse. Dies setze einen weit fortgeschrittenen Planungsstand voraus, der erst jetzt durch Vorziehen von Teilen der Ausführungsplanung erreicht worden sei. Ebenso seien die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie zu berücksichtigen, für die vorläufige Vollzugshinweise der zuständigen Ministerien erst seit 15. November 2017 vorliegen.

Wieder Auslegung

Mit der Fertigstellung dieser Erhebungen sei nicht vor Ende September zu rechnen. Bis Mitte November könne die Einarbeitung in die Unterlagen erfolgen. Diese müssten daraufhin öffentlich ausgelegt werden, mögliche Einwände gesammelt und erforderlichenfalls erörtert werden, so dass sich das ganze Verfahren noch bis ins Jahr 2020 hinziehen dürfte. "Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach als Antragsteller und die Stadt Nabburg brachten abschließend zum Ausdruck, dass die Beseitigung des schienengleichen Bahnüberganges durch die Amtstrasse so schnell als möglich rechtssicher umgesetzt werden soll, damit das für Nabburg wichtige Projekt endlich einer Realisierung entgegensieht", steht in der Erklärung. Regierungspräsident Bartelt habe den Vertretern der Stadt darüber hinaus angeboten, sich im Rahmen eines Besuchs ein persönliches Bild vor Ort zu machen.

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