11.09.2020 - 09:37 Uhr
NabburgOberpfalz

Edelstein der Romanik im Fokus

Franz Grundler und seine Frau Gabriele Ziegler (Bildmitte) stellen Bürgermeister Franz Zeitler (links) und Tourismusfachkraft Martina Hölzl (rechts) ihre Karner-Studien vor.
von Autor AUBProfil

Er war seit 10 Jahren das Ziel von Franz Grundlers unzähligen Spaziergängen aber auch intensiven Forschungen: der Karner in Perschen. Jetzt präsentierte der Nabburger das Ergebnis seiner Studien. Auf das kleine Gebäude im Perschener Friedhof wurde Franz Grundler im Jahr 2004 im Zuge seiner Recherche zum Theaterstück "Ordo" aufmerksam. Angesichts der original erhaltenen Fresken galt sein Interesse zunächst deren Ikonografie, schon bald aber dem gesamten Baukörper. Zwar stellte ihm das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach als zuständiger Liegenschaftsverwalter des Freistaates Bayern Pläne zur Verfügung, doch den historischen Aufzeichnungen fehlte es an Details. Erst mit Hilfe eigener Messungen und Berechnungen schien er einigen Geheimnissen dieses "Edelsteins der Romanik" auf die Spur zu kommen: Durch wohl nicht zufällig gewählte Maße, Proportionen und Ausrichtungen beispielsweise ergeben sich zu besonderen Festtagen im Inneren Lichteffekte mit hoher Symbolkraft, die der einstigen Auferstehungskapelle sicher noch mehr Imposanz verliehen.

Sie blitzte einst auch durch kleine Karfunkelsteine auf, die den bedeutendsten "carwnculus", Christus selbst, in der Mandorla umgaben. Als "Stella maris" steht aber die Mutter Gottes optisch und perspektivisch im Focus. Wie ein Stern weist sie den Seelen der Verstorbenen den Weg ins Paradies. Im Karner selbst wird dieser von heidnischen Doppelkopfvögeln ebenso gesäumt wie durch christliche Figuren. Nicht zuletzt diese dualistische Welt bewogen Franz Grundler und seine Frau Gabriele Ziegler, sich noch intensiver mit ihrem "Lieblingsobjekt" zu beschäftigen und ihre Erkenntnisse jetzt mittels einer kleinen Ausstellung in der Remise darzustellen.

Bei einer ersten Präsentation zeigte sich auch Bürgermeister Frank Zeitler beeindruckt. Seine eigenen Kindheitserinnerungen rund um den Karner vor Augen, würdigte er in Begleitung der städtischen Tourismusfachkraft Martina Hölzl nicht nur die vorliegenden Studien, sondern auch die historische Bedeutung des Gebäudes für Nabburg und die Region. Für dessen Erhaltung sicherte er ebenso seine persönliche Unterstützung zu wie auch der thematisch damit verbundenen Ausstellung.

Sie ist derzeit nur nach erfolgter Voranmeldung bei Franz Grundler (Telefon 0160/99347607) zu besichtigen.

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