Nabburg
12.03.2021 - 16:47 Uhr

Ehemalige Mülldeponien noch immer im amtlichen Blickwinkel

Zur Abschätzung der Gefährdung, die von einstigen Müllhalden ausgehen könnte, muss die Stadt Nabburg Konzepte erstellen lassen. Ein erster Auftrag geht an ein Bodenschutz-Fachbüro in Neustadt am Kulm.

Symbolbild: Wilhelm Amann

Die Stadt Nabburg muss sich auf Geheiß des Landratsamtes mit drei ehemaligen Mülldeponien befassen. Einen ersten Untersuchungsauftrag für eine sogenannte Altablagerung vergab der Stadtrat bereits an ein Fachbüro.

Im November hat das Landratsamt Schwandorf die Stadt wegen der Altablagerung mit der Bezeichnung "SAD-Josefikapelle" angeschrieben. Es geht dabei um eine einstige Müllhalde, die sich auf einem Grundstück der Stadt Nabburg - in der Nähe der Josefikapelle auf einem Hang in Richtung Haindorf - befindet. Auf der Deponie wurde von 1959 bis 1982 Hausmüll abgelagert, danach nur noch Bauschutt und Erdaushub. Das Rathaus wurde aufgefordert, ein Konzept für eine Detailuntersuchung dieser ehemaligen Deponiefläche zu beauftragen und bis zum 31. Mai einzureichen. Die frühere Deponie wurde von 1997 bis 2000 zusammen mit dem Ingenieurbüro Auernheimer (Amberg) überprüft und eine umfassende Erstuntersuchung vorgenommen. In diesem Zusammenhang wurden einige Überwachungsanlagen wie Grundwassermessstelle und Sickerwassererfassung errichtet. Nach Vorlage der Ergebnisse wurden keine Forderungen mehr für weitere Maßnahmen an die Stadt Nabburg gestellt. Die Deponie muss jedoch so lange abfallrechtlich behandelt werden, bis sie aus der amtlichen Nachsorge entlassen ist. Vom Landratsamt wurde auch bereits angekündigt, dass nach Abschluss dieses Verfahrens auch die beiden anderen Altablagerungen "SAD-Nabburg" und "SAD-Neusath" behandelt werden müssen.

Nabburg10.03.2021

Nun wurde von Amtswegen das Verfahren wieder aufgegriffen. Als Fachstellen sind das Wasserwirtschaftsamt Weiden, das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Kitzingen, das Gesundheitsamt Schwandorf und der Immissionsschutz am Landratsamt Schwandorf beteiligt. Konkret gefordert ist die Ausarbeitung eines Konzeptes für die Gefährdungsabschätzung der sogenannten Wirkungspfade Boden-Grundwasser, Boden-Nutzpflanze, Boden-Mensch und Boden-Luft. Die Erstellung dieses Konzeptes muss durch einen Sachverständigen erledigt werden, der für alle Wirkungspfade zugelassen ist. Im Umkreis von 200 Kilometern wurde in Bayern lediglich Helga Rupp (Neustadt am Kulm) vom gleichnamigen Fachbüro vorgeschlagen. Sie machte ein Angebot für 1648,09 Euro, das der Stadtrat annahm. Nachdem mit weiteren Beauftragungen zur Nachsorge dieser Deponie zu rechnen ist, wird die Kämmerei bei der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern GAB) Fördergelder beantragen. Für die jetzt nötigen Leistungen kommt noch keine Förderung zum Tragen.

Zweite Bürgermeisterin Irene Ehemann (FW) fragte nach, wo sich denn die beiden anderen genannten Altdeponien befinden. Bauamtsleiter Thomas Prey kannte sie auf Anhieb auch nicht, weshalb er sich zwischenzeitlich am Landratsamt erkundigte. Mit "SAD-Neusath" ist demnach ein bewaldetes Grundstück nordöstlich von Neusath (gegenüber Oberpfälzer Freilandmuseum) gemeint, mit "SAD-Nabburg" ein Gelände südlich von Diendorf (an der Kreisstraße in Richtung Schwarzach). Beide Flächen befinden sich im Eigentum der Bürgerspitalstiftung Nabburg.

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