Karl-Heinz Mayerhöfer vom Investor "Ratisbona Handelsimmobilien" gab dem Stadtrat bei seiner Sitzung am Dienstag einen Einblick in den aktuellen Stand der Planungen. In trockenen Tüchern ist demzufolge der Mietvertrag mit Rewe, dem Ankerbetrieb im neuen Einzelhandelszentrum.
Der Lebensmittler hat Meyerhöfer zufolge eine Größe von rund 1600 Quadratmetern. Hinzu kommt ein 480 Quadratmeter großer Getränkemarkt. Für das zweite Gebäude ist laut Mayerhöfer das Ziel, dass mindestens ein Bekleidungsgeschäft, ein Schuhhändler sowie je ein Geschäft für Haushaltswaren und für zoologischen Bedarf einziehen. "Eine Apotheke wird trotz Anfragen nicht kommen", entkräftete der Redner etwaige Bedenken. Gleiches gelte für einen Friseur.
Julia Forster vom Ingenieurbüro Preihsl+Schwan stellte dem Stadtrat die weiteren aktuellen Planungen für das Projekt vor. Es trägt nun den Namen "Einkaufszentrum im Naabtal" (vormals "Sondergebiet Einzelhandelszentrum Regensburger Straße"). Ein Schallschutzgutachten hat laut Forster ergeben, dass keine Lärmschutzmaßnahmen nötig sind. Zur optischen Trennung werde dennoch eine Schutzwand errichtet, damit die Bewohner der angrenzenden Bebauung nicht den direkten Blick auf die Parkplätze haben.
Zum weiteren Zeitplan sagte sie: "Wir können nun in die frühzeitige Beteiligung gehen". Im Juli hat der Stadtrat eine Sondersitzung angesetzt, um dort die eingegangenen Stellungnahmen oder Einwände abzuwägen. Der nötige Satzungbeschluss könnte noch im Oktober fallen, so dass eventuell Ende des Jahres noch die Bagger anrücken würden.
Der Stadtrat billigte einstimmig die vorgelegten Planungsunterlagen und beschloss, das Verfahren mit der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung fortzuführen.
Einzelhandelskonzept fortgeschrieben
Das Einzelhandelskonzept bietet einen Überblick über den Ist-Zustand in der Stadt und gibt auch Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Einstimmig beschloss der Stadtrat die Fortschreibung des Konzeptes auf der Basis der von Mitarbeitern der BBE-Handelsberatung vorgetragenen Daten.
Wie Cem Onay den Räten zunächst darlegte, hat natürlich auch die Stadt Nabburg mit den Folgen des demografischen Wandels zu kämpfen. Außerdem sei auch hier etwas zu beobachten, was die Fachleute mit dem Begriff „Distanzempfindlichkeit“ bezeichnen. Das heißt einfach ausgedrückt: Der Anteil der Personen, die in einem Radius von bis zu fünf Minuten Entfernung zur Einkaufsstätte wohnen, steigt stetig an. Daraus folgerte Onay: „Wohnortnahe Versorgung wird immer wichtiger“.
Ein Blick auf die Situation vor Ort: Insgesamt 52 Einzelhandelsbetriebe gibt es laut Onay in der Stadt. Während sich die kleinflächigen Betriebe auf die Ober- und Südstadt konzentrieren, sind die großflächigen vor allem am Angerweiher und Ramgraben zu finden. Anhand von Zahlen zur Kaufkraftbindung verdeutlichte der Experte, in welchen Bereichen in der Stadt noch Nachholbedarf herrscht.
Die Bindung beträgt zum Beispiel bei den Nahrungs- und Genussmitteln 91 Prozent. Das heißt, dass neun Prozent der Kaufkraft an andere Orte abfließen. Im Bereich Kleidung liegt der Wert für Nabburg gar nur bei 23 Prozent. Unter dem Strich ist der Gesamtwert für Nabburg 64 Prozent. Konkret ausgedrückt bedeutet das: Ein zweistelliger Millionenbetrag fließt aus der Stadt an Kaufkraft in andere Orte ab. Als Mittelzentrum, das Nabburg ist, muss es laut Onay das Ziel sein, Kaufkraft zu binden und bestehende Strukturen zu stärken.
Ein Blick auf einzelne Bereiche in der Stadt: Die Oberstadt mit dem historischen Stadtkern bietet eine hohe Aufenthaltsqualität. Durch die topografische Lage und die Tatsache, dass eine Durchgangsstraße fehlt, gebe er dort aber nur eine geringe Frequenz. Im Konzept wird deshalb empfohlen, den Brachenmix dort zu sichern und die touristische Ausrichtung zu erhalten.
In der Südstadt mit der Regensburger Straße und der Georgenstraße sei die Leerstandsquote zwar seit der letzten Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes im Jahr 2016 verbessert worden. Im Vergleich ist sie laut Onay aber immer noch hoch. Die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich ließe sich durch die Schaffung eines zentralen Platzes steigern. Die Versorgungsfunktion am Angerweiher sei durch die Ansiedlung des Drogeriemarktes und die Erweiterung des Discounters gestärkt worden.
Anschließend wandte sich der Experte dem geplanten Einkaufszentrum an der Regensburger Straße zu. Es handle sich dabei um einen städtebaulich integrierten Standort, der eine Nahversorgungslücke im westlichen Stadtgebiet nach der Schließung des Diska-Marktes fülle. Wie Onay darlegte, kann etwa ein Viertel der Stadtbevölkerung – rund 1500 Bürger – den neuen Markt in einem Radius von 800 Metern fußläufig erreichen. Auf Nachfrage von Bürgermeister Armin Schärtl sagte er, dass das Vorhaben den Vorgaben des Landesentwicklungsplanes entspricht.













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