Nabburg
05.07.2019 - 16:34 Uhr

Flotter Flitzer für 19 Euro am Tag

E-Car-Sharing am Seyerleingarten: Der Stadtrat billigt eine Vereinbarung mit dem Unternehmen "E-Wald". Der kleine Flitzer kann auch stundenweise gebucht werden.

In Wackersdorf können Bürger seit vergangenem Sommer ein Elektroauto leihen. Das soll nun bald auch in Nabburg möglich sein. Archivbild: Dobler
In Wackersdorf können Bürger seit vergangenem Sommer ein Elektroauto leihen. Das soll nun bald auch in Nabburg möglich sein.

Maximilian Köckritz, Geschäftsführer des Zweckverbands kommunale Verkehrssicherheit (ZKV), hat der Stadt ein Angebot für ein Elektro-Leihauto unterbreitet. Am Seyerleingarten wird eine E-Ladesäule installiert. "Es hat eine Zeit gedauert, jetzt wird sie bald installiert", sagte Schärtl. Die Säule liege bereits im Bauhof bereit. "Wir können so dem politischen Wunsch nach der E-Mobilität nachkommen", sagte Schärtl. Viel mehr noch: Wer einmal erleben will, wie sich ein Elektroauto fährt, kann sich bald eines leihen. Die Buchung erfolgt dann online über eine App.

"Unsere Bürger können sich einbuchen, um einen zur Verfügung stehenden BMW i3 stundenweise oder tageweise zu mieten", erläuterte Schärtl. Die zweite Steckdose stehe für alle weiteren Elektroautos zum Aufladen zur Verfügung.

Kein Aufwand

Bei letzterer läuft die Abrechnung über den ZKV. Das Car-Sharing-Modell bietet die Firma E-Wald (Teisnach) an. Das Unternehmen betreibt in der näheren Umgebung schon einige Ladesäulen. Kundenkarten zum Preis von 10 Euro werden in der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg ausgegeben, oder werden den registrierten Nutzern postalisch zugesandt. "Weiterer Abrechungsaufwand für die Stadt entsteht nicht", sagte Schärtl. Der ZKV stellt den BMW zur Verfügung, der eine Reichweite von etwa 300 Kilometern habe. Am gebuchten Tag stehe das Fahrzeug dann bereit, Zugang gibt's mit der entsprechenden Kundenkarte.

Pro Stunde soll das Auto 3,99 Euro kosten, am Tag 19 Euro. Köckritz habe geäußert, so Schärtl, Nabburg sei ein guter Standort, wegen der Verkehrsanbindung und der Nähe zu den weiteren Leihstationen in Wackersdorf, Amberg und Neustadt/Waldnaab. Die Stadt stellt die Ladesäule und den Strom zur Verfügung. Amberg habe im ersten halben Jahr etwa 300 Euro Stromkosten spendiert, sagte Schärtl. "Wir können jederzeit wieder aussteigen". Der Bürgermeister warb für das Angebot.

Auch Hans-Georg-Dobler (CSU) sprach sich dafür aus. "300 oder 500 Euro im halben Jahr sind überschaubar. Das ist eine gute Sache." Evi Thanheiser nannte es eine "gute Gelegenheit für die Bürger, mal ein E-Auto auszuprobieren". Heidi Eckl (ÖDP) sagte, das Angebot dürfe man zu dem Preis nicht ausschlagen. Bürgermeister Schärtl wurde beauftragt, die entsprechende Vereinbarung abzuschließen. Auch für die Stromabrechnung an der zweiten Zapfstelle an der E-Ladesäule. Den Strompreis dafür legt die Stadt fest. Der solle kostendeckend sein, war sich der Rat einig. Die Abrechnung erfolgt über den ZKV.

559 Schüler

Bürgermeister Armin Schärtl berichtete aus der Schulverbundsversammlung. Demnach zählen die Mittelschulen Pfreimd, Nabburg, Schmidgaden und Schwarzenfeld 559 Schüler, erstmals werde es in Wernberg-Köblitz keine Mittelschulklasse geben. Er bedaure das sehr, sagte Schärtl, aber die "von der Bürokratie geforderte Mindestschülerzahl von 15" wird nicht erreicht, 12 Schüler sind gemeldet. In Pfreimd werden sechs Klassen gebildet, in Nabburg neun (M-Zug), in Schmidgaden vier und in Schwarzenfeld acht.

Regierungspräsident Axel Bartelt wird am 7. August von 12 bis 16 Uhr die Stadt besuchen und sich ein Bild von aktuellen Projekten machen -natürlich auch vom Bahnübergang. Schärtl bat die Fraktionen, jeweils ein Mitglied zu entsenden.

Auf der Internetseite der Stadt wird es keinen generellen "Kummerkasten" geben, sagte Schärtl. Davon sei man abgekommen. Wer Beschwerden habe, könne sich jederzeit telefonisch ans Rathaus wenden. Kaputte Straßenleuchten können aber online gemeldet werden. Einstimmig hob der Stadtrat einen Beschluss aus dem Jahr 1991 zur Förderung der Volkshochschule auf. Er wurde durch die Neuorganisation der Volkshochschulen obsolet.

Vergab der Stadtrat noch einen Auftrag für das Feuerwehrgerätehaus Diendorf. Die Tore liefert die Firma Max Schierer aus Cham zum Preis vom 15 230 ,81 Euro. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, auch die Spenglerarbeiten zu vergeben. Die Angebotseröffnung steht noch aus.

Einstimmig fiel der Maßnahmenbeschluss für die Sanierung der Mittelschule. Er war wegen der Förderung nötig. Die Gesamtkosten werden auf 4,544 Millionen Euro geschätzt. Aus dem Kommunalen Investitionsprogramm erwartet die Stadt einen Festbetrag von 382 000 Euro, aus der FAG-Förderung einen Anteil von gut 50 Prozent. Insgesamt werden an der Stadt rund 2 Millionen Euro hängen bleiben.

"Stolperfalle"

Bernd Hofmann sprach die "Stolperfalle" vor der Nordgauhalle an: Die unterste Stufe der Zugangstreppe ist schlecht zu sehen, wenn Besucher abends aus der hell erleuchteten Halle ins Freie treten. Die Stadt werde sich drum kümmern, sagte Schärtl. Außerdem bat Hofmann darum bei einem eventuellen Abriss der Treppe an der Spitalkirche auf sterbliche Überreste im Untergrund zu achten. Heimatpfleger Kurt Engelhardt hatte Hofmann darauf angesprochen. Die Knochengrube sei bekannt, sagte Schärtl, sollten Überreste auftauchen, würden sie "pietätvoll am Waldfriedhof beerdigt". Dies sei auch schon bei der großen Baumaßnahme so gehandhabt worden.

Wackersdorf31.01.2019
 
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