01.02.2019 - 09:38 Uhr
NabburgOberpfalz

Vom Friedhof zum Park

Beerdigungen gibt es auf dem Stadtfriedhof keine mehr. Er wurde an Silvester entwidmet. Bis der Friedhof kein Friedhof mehr ist, dauert es aber bis 31. Dezember 2033.

Beerdigungen gibt es auf dem Stadtfriedhof nicht mehr. Er wandelt sich langsam zu einer Grünanlage. Eine Besonderheit ist das Leichenhaus.
von Irma Held Kontakt Profil

Das hängt mit den vorgegebenen Ruhezeiten zusammen. Nach den Worten von Reinhard Schlosser vom Standesamt fand die letzte Beisetzung im vergangenen Dezember statt. Bei einer Liegezeit von 15 Jahren ergebe sich in diesem Fall der 31. Dezember 2033 als Stichtag. Es muss aber niemand sein Grab vor Ablauf der bereits bezahlten Frist auflösen, weil jetzt der Friedhof entwidmet ist. Schlosser geht auch davon aus, dass die Anlage erhalten bleibt. Nach wie vor ruhen Verstorbene in der Erde.

Der alte Teil des Gottesackers besteht bereits seit Jahrhunderten. Der neue Teil, hinter dem Leichenhaus, wurde erst in den 60er Jahren angelegt. Der Todeskampf dieses Friedhofs zieht sich bereits 40 Jahre hin. Wegen hygienischer Probleme unter anderem durch mangelnde Verwesung wurde 1978 in Absprache mit Landrats-, Gesundheits- und Wasserwirtschaftsamt eine Schließung mit einer Übergangszeit von 25 Jahren vereinbart. Eine letzte Beerdigung Ende 2003 ließ sich aber nicht umsetzen, weil Grabgebühren für 40 Jahre erhoben worden sind. "Daraus", erklärt Schlosser mehrere Stadtratsbeschlüsse zum Ableben des Stadtfriedhofs, "ergab sich Folgendes: Im alten Teil des Stadtfriedhofes sind Urnenbeisetzungen in begründeten Ausnahmefällen bis Ende 2018 möglich." Allerdings müsste zum Beerdigungszeitpunkt das Grab noch bezahlt sein.

Als begründete Ausnahmefälle sollte gelten, ein überlebender Ehepartner oder der Letzte einer Generation. Die Entscheidung fällte der Bürgermeister. Neue Nutzungsrechte wurden nicht mehr vergeben. Auch im neuen Teil wurden keine Grabstätten wieder verkauft. Bis 2018 waren sowohl Sarg- als auch Urnenbestattungen erlaubt.

Bereits jetzt sind viele Gräber auf dem Stadtfriedhof aufgelassen. Er wird Jahr für Jahr grüner. Inzwischen gibt es eine Liste mit erhaltenswerten Denkmälern. "Wenn jemand ein Grab auflassen will, meldet er sich bei mir", sagt Schlosser. "Ich schaue nach, ob es auf dem Friedhofsplan rot, also als erhaltenswert, gekennzeichnet ist, Schöne Denkmäler, aber auch schmiedeeiserne Kreuze oder Grabsteine, die an bedeutende Nabburger erinnern, werden stehen bleiben. Das Grab allerdings wird eingeebnet und es wird Gras angesät. "Gräber, zu denen keine Angehörigen zu ermitteln sind, muss die Stadt die Stadt abbauen. Der Friedhof entwickelt sich langsam aber sicher zu einer Grünanlage. Ein besonderer Bau ist das Leichenhaus. Es ist im klassizistischen Stil errichtet. Was damit geschehen soll, steht noch in den Sternen. Heimatforscher Josef Eimer arbeitet derzeit dessen Geschichte auf. "Erhaltenswert ist es auf jeden Fall", ist Schlosser überzeugt. "Und sogar gewohnt hat dort auch einmal jemand", weiß Schlosser. Parallel zur Schließung des Stadtfriedhofs wurde, wie bereits berichtet, der Waldfriedhof erweitert.

Informationen zum Waldfriedhof unter

Nabburg
Reinhard Schlosser deutet auf den Friedhofsplan. Dort ist verzeichnet, welches Grabdenkmal erhaltenswert ist.
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