28.05.2020 - 17:10 Uhr
NabburgOberpfalz

Gastronomie im Freizeitzentrum Perschen auf Sparflamme

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Ein Ansturm auf Pommes und Eis: Damit hat Viktor Sauerwein als neuer Pächter der Gastronomie im Freizeitzentrum Perschen gerechnet. Jetzt wird er aber vom Coronavirus überrollt. Kann in dieser Krise der Vertrag auf Eis gelegt werden?

Die Krise durch Corona macht auch vor der Gastronomie im Freizeitzentrum nicht halt. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht, um den neuen Pächter zu halten, der gerade erst loslegen wollte. Noch prangt über dem Eingang der Name des Vorgängers.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Ohne Freibad-Sommer keine Überlebenschance: Vor diesem Hintergrund hat der neue Pächter der Gastronomie im Freizeitzentrum Perschen, Viktor Sauerwein, "die Reißleine gezogen". So formuliert es Nabburgs Bürgermeister Frank Zeitler, der am Dienstag zusammen mit Vorgänger Armin Schärtl und dem Pfreimder Kollegen Richard Tischler über die Zukunft dieses Segments beraten hat. Die endgültige Entscheidung fällt der Zweckverband Freizeitzentrum, als dessen Vorsitzender aktuell Schärtl mit Stellvertreter Tischler fungiert in seiner konstituierenden Sitzung.

Wir schlagen vor, den Beginn des Pachtvertrags um ein Jahr zu verschieben, das könnte eine Lösung sein.

Richard Tischler, stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender des Freizeitzentrums

Richard Tischler, stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender des Freizeitzentrums

"Bei Regen kommen 20 Gäste, bei Sonne 2000": Diese Herausforderung hatte Zweckverbandsvorsitzender Schärtl Ende Januar für den neuen Pächter Viktor Sauerwein prognostiziert. Er sollte das "Wirtshaus im Freibad" und den Kiosk dort übernehmen. Beides lag jahrelang in der Hand von Gastronom Erich Wiesenbacher.

Bei einem Pressetermin wurde der neue Mann zu Jahresbeginn der Öffentlichkeit vorgestellt. Man baute auf seine umfassende Erfahrung. Immerhin hatte Familie Sauerwein in der Vergangenheit die Schulverpflegung in Vohenstrauß gestemmt, hungrige Badbesucher in Pleystein und Windischeschenbach verpflegt sowie eine Pension und ein Restaurant geführt. Zusätzlich sollte nun ab 1. Mai die Pacht in Perschen anlaufen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatte da noch keiner auf dem Schirm.

Voll getroffen

"Die Beschränkungen durch Corona treffen den neuen Pächter auf breiter Front", zeigt der neue Nabburger Bürgermeister Frank Zeitler Verständnis für die ausgesprochen schwierigen Startbedingungen. Da sei es verständlich, dass Sauerwein nun vorsichtshalber die Reißleine gezogen habe. "Gekündigt ist schnell, aber zuvor sollte man reden", lautet die Devise der Verantwortlichen, die nun Mitte Juni der Zweckverbandsversammlung einen Vorschlag unterbreiten wollen.

Ein Jahr Aufschub

"Wir schlagen vor, den Beginn des Pachtvertrags um ein Jahr zu verschieben, das könnte eine Lösung sein", so der stellvertretende Zweckverbandsvorsitzende Richard Tischler. Statt am 1. Mai 2020 würden Zahlungen erst ab Mai 2021 fällig werden. Allerdings müsse dieser Schritt von der Verbandsversammlung gebilligt werden. "Ob wir zumindest den Kiosk eröffnen können, wissen wir noch nicht", gibt Tischler zu bedenken, der sich vorstellen kann, diese Verkaufsmöglichkeit heuer ausnahmsweise pachtfrei anzubieten.

Optimismus im Januar:

Nabburg

Der neue Pächter hat diesbezüglich Bedenkzeit und sich inzwischen gegenüber Oberpfalz-Medien positiv zu diesem Lösungsansatz geäußert. "Ich möchte gerne weitermachen", sagt er und rechtfertigt die Verhandlungen mit der schwierigen Lage: "Mit so etwas hat niemand gerechnet", nimmt der 38-Jährige Bezug auf die Beschränkungen durch das Coronavirus. "Derzeit kann man nicht expandieren wenn man mit Summen in Höhe von 10 000 bis 20 000 Euro in Vorleistung gehen muss", stellt er klar.

Das erste Jahr sei ohnehin schwierig, da brauche man Reserven. Und ohne das Geschäft im Sommer könne man nicht über die Runden kommen. Fürs Restaurant sieht es da seiner Einschätzung nach ganz schlecht aus, lediglich für den Kiosk könnte er sich angesichts der weiterhin unübersichtlichen Lage einen "Notbetrieb" vorstellen. "Aber auch dafür brauchen wir Zeit, um Ware zu bestellen", gibt Sauerwein zu bedenken. Und was tun mit Eis und Pommes, wenn es eine zweite Infektionswelle mit erneuten strengen Ausgangsbeschränkungen gibt? "Die Leute drehen jeden Euro dreimal um, wenn sie überlegen, sich einen Kaffee zu gönnen", befürchtet der Gastronom.

Derzeit kann man nicht expandieren, wenn man mit Summen in Höhe von 10 000 bis 20 000 Euro in Vorleistung gehen muss.

Pächter Viktor Sauerwein

Pächter Viktor Sauerwein

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.