10.08.2020 - 17:30 Uhr
NabburgOberpfalz

Gegenüber der Bahn: Interessen der Stadt Nabburg unterstreichen

Zu den aktuellen Bahn-Themen plant der Stadtrat eine Sondersitzung. Er will nicht tatenlos zuschauen, wie Planungen nebenher und ohne Abstimmung verlaufen.

Der Bahnübergang soll weg, Lärmschutz soll im Zuge der Elektrifizierung kommen: Geplant wird getrennt voneinander.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Das Thema kam am Ende der letzten Stadtratssitzung zur Sprache. Heidi Eckl (ÖDP) meinte in einer Wortmeldung, es habe kürzlich bei der Info-Versammlung der BI gegen Bahnlärm zu wenige konkrete Infos gegeben. Deshalb solle der zuständige Projektleiter bei der Deutschen Bahn AG zu einer Sitzung eingeladen werden.

Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) holte dazu weiter aus und betonte, dass der BI-Versammlung schon ganz klare Aussagen zugrunde lagen. Es habe vorher auf seine Initiative hin im Nabburger Rathaus ein Gespräch stattgefunden, an dem auch Vertreter von DB, Regierung und BI teilnahmen. Dort habe es die protokollierte Aussage des DB-Projektleiters gegeben, wonach man in Nabburg mit fünf Meter hohen Lärmschutzwänden plane, über die noch eineinhalb bis zwei Meter hohe Elektromasten für die Stromführung hinausragen werden. Über diese belegbare Auskunft habe die BI dann in ihrer Veranstaltung informiert.

Die Frage, wie dieser Lärmschutz dann gestaltet werden soll, sei bisher unbeantwortet. Als Tatsache bezeichnete er es, dass drei Planfeststellungsverfahren sehr stark die Interessen der Stadt Nabburg berühren, aber bisher nicht aufeinander abgestimmt werden. Eines betreffe den Bau der Bahnübergang-Umgehung, eines die Elektrifizierung und ein weiteres den Hochwasserschutz im Naabtal, der auch den Bahnbereich tangiere.

"Keiner spricht miteinander", gab Zeitler seinen gewonnenen Eindruck wieder, dass alles separat ablaufe. Jeder Planungsverantwortliche erfülle nur für sich allein seinen Auftrag und verfolge die Interessen seines Auftraggebers. Dadurch bleibe aber die Stadt Nabburg mit ihren Belangen auf der Strecke: "Wir bekommen dann nicht die beste Lösung, sondern einen Riesen-Durcheinander, denn da wird an uns vorbeigeplant." Da hätte seiner Meinung nach in den letzten Jahren schon viel koordiniert werden können, ja müssen.

Artikel über Info-Versammlung der BI gegen Bahnlärm

Nabburg

Es scheine festzustehen, dass die Stadt Nabburg die Gestaltung der Lärmschutzwände selber zahlen muss, sofern sie Abweichungen von den angebotenen Standards der DB wünscht. Bei der Regierung könne man dann eine staatliche Förderung für kosmetische Korrekturen beantragen. Damit könne sich die Stadt aber nicht zufrieden geben: "Wir dürfen doch nicht zuschauen, wie die Bahn eine Güterverkehrsachse durch unseren Vorgarten plant." Es komme da nämlich zu einem massiven Eingriff in die städtische Infrastruktur.

Zeitler hielt es für richtig, zum gesamten Themenkomplex eine Sondersitzung zu machen. Alle relevanten Stellen müssten dazu in Nabburg an einen Tisch kommen.

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