07.10.2020 - 13:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Gendern bei der Bundeswehr – eine unnötige Phantomdiskussion

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Der Vorschlag des Ministeriums, weibliche Dienstgrade in der Bundeswehr einzuführen, ist oberflächliche Symbolpolitik. Funktionierendes Gerät und mehr Wertschätzung würde den Soldaten eher helfen – auch den Frauen, kommentiert Tobias Gräf.

Egal, ob Mann oder Frau: Soldatinnen bekommen bei der Bundeswehr keine Sonderbehandlung – auch das ist Gleichberechtigung. Auf der Hindernisbahn in der Pfreimder Oberpfalzkaserne beweisen Hauptgefreite Katrin Ruhland und Stabsfeldwebel Reinhard Jäger gemeinsam sportliche Fitness.
von Tobias Gräf Kontakt Profil
Kommentar

Natürlich darf man sich die Frage stellen, ob die Bundeswehr angesichts von Nachwuchssorgen und chronischer Probleme beim Material und der Einsatzbereitschaft nicht größere Probleme hat als das Gendern von Dienstgraden bei Soldatinnen. Von den Frauen in der Truppe zumindest wird dies nicht als virulentes Problem gesehen – die lockere Haltung der Gleichstellungsvertrauensfrau in Pfreimd zeigt das.

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In Fachkreisen wird mit Blick auf die Aufregung um weibliche Dienstgrade deshalb längst von einer "Phantomdebatte" gesprochen - und das zu Recht. Nur zu sehr erinnert der Vorstoß aus dem Hause Kramp-Karrenbauers an medienpolitische Inszenierungen ihrer Vorgängerin, sich mit der Installation von Flachbildschirmfernsehern und einer wohnlicheren Beleuchtung auf den Kasernenstuben als tatkräftige Reformerin in der öffentlichen Wahrnehmung zu präsentieren.

Doch eine echte Profilierung ist mit solchen durchschaubaren Manövern nicht zu erreichen. Die noch immer zu geringe Wertschätzung der Truppe in der Öffentlichkeit, eklatante Defizite im Rüstungsmanagment oder die überfällige Einführung bewaffneter Drohnen zum Schutz der Soldaten im Auslandseinsatz – das sind Themen, die in der Bundeswehr wirklich interessieren und deren Umsetzung die Truppe von der Ministerin erwartet – auch die Soldatinnen.

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