20.11.2020 - 14:23 Uhr
NabburgOberpfalz

Heilige im Mittelpunkt des Nabburger Heimat-Heftes

Trotz oder gerade wegen der widrigen Umstände hielt das „Forum“ heuer wenigstens diese Tradition aufrecht: Denn die neu erschienene 40. Ausgabe der „Heimat Nabburg“ eignet sich bestens für ein „Homeoffice“ in Sachen Stadtgeschichte.

Ein Themenschwerpunkt widmet sich den früheren Altären der Stadtpfarrkirche und der Herkunft "unserer Heiligen".
von Autor AUBProfil

Da die pandemischen Einschränkungen das Interesse der Menschen wieder mehr auf Regionales fokussierten und das Entdecken oder Erkunden der unmittelbaren Gegend im Sommer eine Renaissance erlebte, bietet die neue Auflage der "Heimat Nabburg" nun für die Winterabende den passenden Lesestoff dazu. Spannend erzählt, detailliert recherchiert und ausführlich illustriert widmen sich die ersten drei Artikel dem Thema "Aller Heiligen" - nicht ohne einen Hauch Wehmut. Annette Kurella stellt den Lesern aus restauratorischer Sicht jene beiden Tafelbilder vor, die um 1860 aus Nabburg als "Schenkung" in den Bestand des Historischen Museums Regensburg übergingen. Zwar nicht schriftlich gesichert, dennoch höchst wahrscheinlich, waren beide einmal Bestandteile des früheren Hauptaltares der Stadtpfarrkirche. Mehr blieb scheinbar davon leider nicht erhalten.

Auch einige andere Statuen gelten als verschollen. Umso interessanter jedoch, woher die uns so vertrauten "Heiligen" einst kamen, bevor sie in "legendärer" Art unseren Kulturkreis bereicherten. Anhand der figürlichen Relikte der einstigen Seitenaltäre hat Christa Haubelt-Schlosser viele Aspekte dieser Geschichte(n) beispielsweise zu den Heiligen Sebastian, Florian, Barbara oder Wendelin zusammengestellt. Wie gut sich diese christlichen Vorbilder in unseren Alltag integrierten, zeigen speziell auch zwei Altäre von Waldemar Behrens.

Anfang der 1930er Jahre entstanden, also noch bevor der Künstler nach Nabburg zog und bis zuletzt hier arbeitete, symbolisieren sie nicht nur die Anfangsperiode des Holzbildhauers im Spiegel seiner Zeit, sondern auch die Wanderschaft diverser Heiligenfiguren, wie Stadtheimatpfleger Raphael Haubelt schildert.

Die in den drei Beiträgen beschriebenen Objekte wären nach Plan zeitgleich auch im Original zu bestaunen gewesen, doch ob und wann die zugehörige fertig aufgebaute Ausstellung im Stadtmuseum Zehentstadel (Bericht folgt) öffnen darf, ist noch ungewiss. Und so gewährt die ursprünglich als Begleitheft gedachte "Heimat Nabburg" nun zumindest schon mal einen bildhaften Eindruck.

Ergänzt wird dieser Themenschwerpunkt durch Beiträge der Stamm-Autoren Karl-Peter Rauschert, Kurt Engelhard und Ernst Thomann. Letztgenannte widmen sich natürlich bodendenkmalerischen Aspekten. Während Thomann auf zufällige kleine "Fundstücke" seiner Ära als Kreisheimatpfleger für Archäologie zurückblickt, hat dessen Amtsnachfolger Kurt Engelhard seine Spurensuche in der Region um Eckendorf genauer analysiert.

Ähnlich spannende Erkenntnisse gewinnt Karl-Peter Rauschert durch akribisches Aktenstudium: Im Aufsatz "Das Elend mit der Kontribution, dem Herrn von der Wahl und den Truppendurchzügen" sowie einer Fortsetzung seiner "Geschichten aus dem alten Nabburg" fasst er Wissenswertes und auch zum Schmunzeln Anregendes zusammen.

Das 40. Heft der "Heimat Nabburg", eine Schriftreihe des Forum, ist zum Preis von 9,50 Euro im Schreibwarengeschäft Obendorfer, in der Gäste-Info im Rathaus und hoffentlich bald auch im Stadtmuseum Zehentstadel erhältlich. Dort per Mail an museen[at]nabburg[dot]de oder telefonisch unter 09433-204 639 bestellte Exemplare werden sogar frei Haus geliefert.

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