06.09.2019 - 15:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Immer gut für Überraschungen

Die Hauptwasserleitung liegt schon sicher unter Erde, am Donnerstag wurden die ersten Häuser angeschlossen. Trotzdem ist noch etwas Geduld gefragt auf der Baustelle in der Oberviechtacher Straße, denn der Zeitplan hat sich etwas verschoben.

Noch haben die Bagger Vorfahrt auf der Baustelle in der Oberviechtacher Straße. Über der Hauptwasserleitung sind die Gräben inzwischen geschlossen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Eigentlich liegen wir ganz gut in der Zeit", meint Bauamtsleiter Thomas Prey beim Termin auf der Baustelle. Dass die Stadt mit ihrem Anteil an der Sanierung ein paar Wochen später fertig ist als geplant, liegt an den Überraschungen im Untergrund: Alte, funktionslose Kanäle tauchen da plötzlich auf, Stromleitungen, von denen keiner so recht weiß und sogar ein altes Brückenfundament, das beim Neubau der kleinen Brücke über Aschbach einfach in der Erde blieb.

"Das sind eben so die Unwägbarkeiten in einer Straße, die Mehrarbeit bedeuten", stellt Prey fest. Darauf müsse man dann schnell reagieren. Bei einer Hauptverkehrsstraße wie der Oberviechtacher Straße, in der viele Versorgungsleitungen laufen, gestalten sich die Arbeiten sehr komplex. Der städtische Anteil an der Baustelle nähert sich allerdings dem Ende. "Die Kanalsanierung ist abgeschlossen, die Wasser-Hauptleitung komplett verlegt und auch die Brückensanierung erledigt", berichtet Prey. Jetzt fehlt nur noch die neue Straßenbeleuchtung mit LED, die die alten, stromfressenden Peitschenmasten ersetzt. Schon jetzt sind die Arbeiter auf der Baustelle dabei, die Gehwege zu erneuern. Auf einer Straßenseite werden noch intakte Bordsteine gesetzt, auf der gegenüberliegenden Seite blitzt schon neuer Granit in hellerem Grau auf. Das Bayernwerk hat bei dieser Gelegenheit zwei neue Stromkabel verlegt, die Telekom Glasfaser in Leerrohre eingeblasen. Aktuell sind die beiden Wasserwarte Erwin Lobinger und Karl Fronhofer auf der Baustelle mit den Hausanschlüsse beschäftigt, die ersten Anwesen waren bereits am Donnerstag an der Reihe.

Stabile Versorgung

"Hier läuft im Grunde die Hauptleitung für ganz Nabburg entlang", gibt der Bauamtsleiter zu bedenken und erinnert an einen Wasserrohrbruch in der Hütgasse vor nicht allzu langer Zeit. So ein Fall mache deutlich, wie wichtig dieser Teil der Infrastruktur ist. Bis Ende September sollen die Anlieger an diesem 400 Meter langen Abschnitt der Oberviechtacher Straße zuverlässig mit neuen Anschlüssen versorgt und somit auf der sicheren Seite sein.

Nicht nur neu, sondern auch umweltfreundlicher ist der Regenwasserkanal, der das Oberflächenwasser von der Straße in den Aschbach leitet. Als Auflage des Wasserwirtschaftsamtes gibt es dafür nun spezielle Rohre und zwei Sedimentationsanlagen. Dadurch gelangt weniger Dreck in den Bach, das Material setzt sich ab und kann dann entfernt werden.

Doch auch wenn die Wasserleitungen schon verbuddelt sind, befahrbar ist die Straße erst nach den Fräs- und Asphaltierungsarbeiten. Die sollten nun Mitte November erledigt sein. Dann kann auch die Umleitung aufgehoben werden, die zu Beginn der Baustelle im April vor allem auswärtige Fahrer zu einer unerlaubten "Abkürzung" über die Baustelle verleitet hat. "Da steckten dann plötzlich Lastwagen fest, und dann war schnell ein Gartenzaun ramponiert", weiß Prey.

Fortsetzung folgt

Nun haben Anwohner und Autofahrer immerhin bald eine Verschnaufpause bis zum Frühjahr. Dann rücken noch einmal die Bagger an: Die Hütgasse wird ausgebaut, Wasserleitung und Kanal werden bis Nikolaiweg und Naabufer fortgeführt. Auch ein kurzes Stück Neunburger Straße und Naabweg sind von Bauarbeiten betroffen.

Spezielle Rohre sorgen dafür, dass Schmutzwasser von der Straße nicht mehr ohne weiteres in den Aschbach fließt und halten Sediment zurück.
Info:

Gesamtkosten

Auf rund zwei Millionen Euro beläuft sich das Gesamtvolumen für die Baumaßnahmen in der Oberviechtacher Straße. 1,3 Millionen Euro muss die Stadt aufbringen, die für Gehwege, Beleuchtung und Wasserversorgung verantwortlich ist. Für Aschbach-Brücke und Straße ist das Staatliche Straßenbauamt und somit der Freistaat zuständig; 560 000 Euro sind dafür zu berappen. Auch die Stadt Pfreimd steuert 140 000 Euro bei für eine "Vorwegmaßnahme": Im Bereich der Straße verläuft nämlich die zukünftige Hauptleitung für die angepeilte Wasserversorgung aus der Bodenwöhrer Senke, die später auch das kostbare Nass in die Nachbarstadt transportieren soll. Aufgerüstet wird bei der Straßensanierung vom Staatlichen Bauamt auch die Ampelanlage in der Oberviechtacher Straße.

Wolfgang Vetter vom Ingenieurbüro Weiss und Bauamtsleiter Thomas Prey überprüfen, ob alles nach Plan läuft in der Oberviechtacher Straße.
Nur noch ein Schacht gibt den Blick auf die Hauptwasserleitung frei.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.