12.10.2020 - 10:08 Uhr
NabburgOberpfalz

Karpfenzeit im Freilandmuseum

In den Wochen um die Landkirchweih werden in der Oberpfalz vielerorts die Karpfenteiche abgefischt. Dieser Tradition folgt auch das Freilandmuseum in Neusath.

Für die Helfer ist das Abfischen Schwerstarbeit. Alle Fische werden sortiert, gezählt und gewogen.
von Richard BraunProfil

Seit annähernd tausend Jahren hat die Karpfenzucht in der Oberpfalz Tradition. Für viele Land- und Teichwirte sind die Fischteiche ein wichtiger Erwerbszweig. Im Oberpfälzer Freilandmuseum steht mehr die Ökologie und das Bewahren einer alten Tradition im Vordergrund.

Deutliche Unterschiede bei Zucht

Allein aus dieser Aufgabenstellung heraus unterscheidet sich die Karpfenzucht in den Museumsteichen wesentlich von einer auf Ertrag ausgerichteten Teichwirtschaft. Das beginnt bereits beim Besatz. Im Mühlteich werden nur so viele Fische gesetzt, wie das Gewässer auf natürlichem Weg ernähren kann. Ein Zufüttern kommt nicht in Betracht. Außerdem sorgen die Fische für eine natürliche Unkrautbekämpfung im Gewässer. Dies alles geschieht unter wissenschaftlicher Begleitung.

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit: Im Mühlental wurde der große Weiher abgefischt. In den Morgenstunden wurde der Mönch geöffnet, und der Wasserspiegel begann sich langsam abzusenken. Um die Mittagszeit begann das Wasser an der tiefsten Stelle zu brodeln. Hier am Mönch hatte sich der gesamte Fischbestand versammelt. Jetzt begann für die Helfer Schwerstarbeit. Mit Netzen und Käscher wurden die Fische gefangen und zu den bereitstehenden Behältern gebracht. Unter wissenschaftlicher Aufsicht wurden sie nun sortiert, gezählt und gewogen. Dies musste ziemlich schnell geschehen, damit die Fische nicht unnötig leiden mussten. Die Schleien und Karpfen wurden anschließend in den Überwinterungsteich verfrachtet. Im Fischbestand war von K1 bis K4 alles vertreten. Schlachtreife Fische wurden entnommen und der weiteren Verwertung zugeführt. Der Rest wurde wieder in den Teich zurückgesetzt. Auch Muscheln und Krebse gingen den Fischern ins Netz. Beides sind zuverlässige Indikatoren, dass es sich beim Mühlteich um ein gesundes Gewässer handelt.

Gesunde Fische

Der Fischmeister war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Alle Fische waren gesund und hatten ordentlich an Gewicht zugelegt. Auch war nur eine geringe Fehlmenge zu verzeichnen. Das Abfischen in diesem Jahr unterschied sich ganz wesentlich vom Abfischen der Vorjahre. Wegen Corona durften die Besucher nicht mithelfen. Gerade für die Kinder war es immer ein besonderes Vergnügen im Schlamm zu waten und die kleinen Fische zu fangen. Heuer blieb nur das Zusehen.

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Schwarzenfeld
Dieser Karpfen brachte elf Kilo auf die Waage. Er wird auch im nächsten Jahr wieder seine Bahnen im Mühlteich ziehen.
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