10.11.2019 - 16:27 Uhr
NabburgOberpfalz

Kinderreich und ein wenig ärmer

Neue Bauplätze locken vor allem Familien mit Kindern. So schnell wie das Areal fürs Eigenheim ist aber auch das Baukindergeld weg. Nabburg muss deshalb gewaltig aufstocken.

Im Baugebiet "Hirtenleite III" sind alle Flächen schon vergeben, die ersten Rohbauten unter Dach. Jetzt rechnet die Stadt mit einer Flut von Anträgen auf das Baukindergeld.
von Monika Bugl Kontakt Profil

20 000 Euro pro Jahr hatte der Nabburger Stadtrat bisher für alle Bauwilligen mit Kindern im Haushalt eingeplant. Diese Summe werde aber "keinesfalls mehr ausreichen", informierten bei der jüngsten Stadtratssitzung Bürgermeister Armin Schärtl und Verwaltungsleiter Hans Sorgenfrei. Im Gremium lieferten sie einen Überblick über die Familienförderung, die neben einem Bergrüßungsgeschenk für Neugeborene auch die Förderung von Wohneigentum in Form eines "Baukindergelds" vorsieht. Die Basis dafür bildet eine Stadtratsbeschluss vom 10. Januar 2017.

Laut Sachstandsbericht lagen nun aber allein für das Jahr 2019 sieben Anträge auf Baukindergeld vor, darunter auch zwei von Eigentümern im Sanierungsgebiet, wo das Baukindergeld doppelt so hoch ist wie auf der grünen Wiese. 2000 Euro Förderung sind pro Kind in den Baugebieten vorgesehen. 18 000 Euro flossen somit aus der Stadtkasse an die Bauherrn mit Nachwuchs, bei einem Budget von 20 000 Euro wäre das Geld schnell knapp geworden, wenn nicht ausnahmsweise durch Umschichtungen bei der Buchung der Storchenprämie weitere 10 000 Euro zur Verfügung stehen würden.

Schnell war den Stadträten klar, dass ein Haushaltsansatz von 20 000 Euro in Zukunft keinesfalls mehr ausreichen würde, da im neuen Baugebiet in Diendorf 25 bis 30 Kinder bereits "mitgebracht" werden und ab dem Jahr 2020 dort schon der erste Einzug ins neue Eigenheim vor der Tür steht. "Der große Schwung kommt erst im nächsten Jahr", prognostiziert Verwaltungsleiter Sorgenfrei gegenüber Oberpfalz-Medien.

Die Verwaltung hatte deshalb dem Stadtrat vorgeschlagen, den Ansatz für das Baukindergeld von jährlich 20 000 auf 40 000 bis 50 000 Euro zu erhöhen. Einstimmig billigte der Stadtrat schließlich die Summe von 50 000 Euro sowie die Auszahlung an die bislang sieben Antragssteller, die heuer die Förderung beantragt haben. Im vergangenen Jahr flossen insgesamt 26 000 Euro an Bauherrn mit Kindern, 2017 waren es lediglich 8000 Euro.

Als ausreichend wurde dagegen das Begrüßungsgeld für Neugeborene befunden. 10 000 Euro waren dafür heuer eingeplant, 9640 Euro schließlich bislang als Ausgaben verbucht. Wie hoch das Budget künftig für die Familienförderung ausfallen wird, hängt nicht zuletzt auch von der Verfügbarkeit von Bauplätzen ab. "Die 40 Plätze in der Hirtenleite sind jedenfalls alle weg", informiert Sorgenfrei und verweist auf die Rohbauten, die dort seit dem Start vor wenigen Wochen aus dem Boden geschossen sind: "Bei manchen Bauten ist sogar schon das Dach drauf", so der Verwaltungsleiter. "Die jungen Leute brennen darauf einzuziehen und schaffen es sogar, in diesen Zeiten eine Baufirma zu kriegen."

Angespornt durch diese Entwicklung und weitere Anfragen ist die Stadt schon dran an der Ausweisung neuer Flächen. In Diendorf ist aber erst mal Schluss. "Wir werden uns da Richtung Perschen und Bergelshof orientieren", zeigt sich Sorgenfrei zuversichtlich.

Info:

Baukindergeld

Zur Förderung von Wohneigentum gibt es bei der Stadt Nabburg einen Zuschuss je Kind. Dieses "Baukindergeld" beträgt bei Erwerb oder Übertragung eines unbebauten Grundstückes nach dem 31. Dezember 2016 maximal 2000 Euro, bei Erwerb oder Übertragung eines bebauten Grundstückes bzw. einer Eigentumswohnung innerhalb der Sanierungsgebiete bis zu 4000 Euro, im übrigen Stadtgebiet bis zu maximal 2000 Euro.Die konkrete Fördersumme wird jeweils am Jahresende ermittelt und hängt auch von der Anzahl der eingereichten Anträge ab. Die Förderung erhalten Käufer mit Kindern bis einschließlich zehn Jahren, die zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung zum Haushalt des Käufers gehören oder innerhalb von fünf Jahren hinzu geboren werden. Die Förderung gilt auch für die Übertragung eines unbebauten Grundstückes von den Eltern oder Großeltern. Das erworbene oder übertragene unbebaute Grundstück muss innerhalb von vier Jahren nach der Beurkundung mit einem Wohngebäude bebaut und mit einem Kind als Hauptwohnsitz bezogen werden. Außerdem muss das Wohngebäude ab Bezug mindestens zehn Jahre vom Erwerber als Hauptwohnsitz genutzt werden. Die vom Stadtrat beschlossene "Richtlinie der Stadt Nabburg zur Familienförderung (Förderung von Wohneigentum und Begrüßungsgeld für Neugeborene)" sieht vor, dass das Geld bei Nichteinhaltung der Vorgaben wieder zurückzuzahlen ist.Die Auszahlung erfolgt auf Antrag bei der Stadt Nabburg und kann frühestens mit Bezug des Wohngebäudes gestellt werden. Für Neugeborene gibt es außerdem ein einmaliges Begrüßungsgeschenk in Form einer Familienjahreskarte für das Freibad in Perschen sowie zehn "Nabburger Zehner" als Einkaufsgutschein.

Viele Bauwillige haben nur auf den Startschuss gewartet, um loszulegen. Stück für Stück helfen Bagger und Kran bei der Realisierung des Traums vom Eigenheim. Und die Stadt legt beim Baukindergeld nach.
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