05.10.2020 - 17:12 Uhr
NabburgOberpfalz

Nabburg feiert Erntedank in Zeiten von Corona

In Zeiten von Corona ist wenig selbstverständlich, doch beinahe nichts unmöglich, predigte Stadtpfarrer Hannes Lorenz beim Erntedankgottesdienst im Nabburger Schlosshof. Der konnte trotz Vorgaben feierlich zelebriert werden.

Mit dem Einholen des reich geschmückten Erntewagens des Landvolks Brudersdorf-Diendorf, darauf die stattliche Erntekrone, begann in Nabburg der Festtag wie in kaum einer anderen Pfarrei in der ganzen Region.
von Sepp FerstlProfil

Feiern ist wichtig, um Gemeinschaft zu stärken – und das gilt umso mehr in Corona-Zeiten. Da Gottesdienste erlaubt sind, wenn die geltenden Hygiene-Schutzmaßnahmen beachtet werden, hatte der Pfarrgemeinderat Nabburg für das Erntedankfest ein Konzept erarbeitet und viele Ordner im Einsatz, um den Ablauf der Feierlichkeiten so „normal“ wie möglich gestalten zu können. „Bringen wir unsere Dankbarkeit gemeinsam zum Ausdruck, denn die Ernte dieses Jahres ist höchst erfreulich. Trotz der Corona-Zeit hat uns die Natur reich beschenkt und Gott lässt uns spüren, dass seine Liebe und Sorge für uns ohne Unterlass besteht“, sagte Stadtpfarrer Hannes Lorenz.

Bereits in den frühen Morgenstunden waren fleißige Helfer unterwegs, um den Schlosshof für den Dankgottesdienst vorzubereiten. Mit dem Einholen des reich geschmückten Erntewagens des Landvolks Brudersdorf-Diendorf begann in Nabburg der Festtag wie in kaum einer anderen Pfarrei.

Eine Prozession zog unter flotter Marschmusik der Kleinbesetzung der Jugendblaskapelle in die Altstadt ein. Der Kirchenzug folgte dem gewohnten Weg, über den Unteren Markt und den Oberen Markt und endete dieses Mal im Schlosshof. Traditionell im Zug vertreten waren die Gartenbauvereine Nabburg und Neusath sowie die Fahnenabordnungen der kirchlichen und vieler weltlicher Vereine, sowie die Räte: Bürgermeister mit Stadtrat, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat.

„Nichts ist unmöglich“ mit diesem Werbeslogan würde deutlich, so Pfarrer Lorenz, wie sehr die Menschen von heute auf die eigenen Fähigkeiten zählten, wie sehr in unserer Welt und Gesellschaft nur das „Machbare“ zähle. An Erntedank werde eine andere Haltung dagegengesetzt: „Nichts ist selbstverständlich.“ Gerade in diesem Jahr werde es unzählige Male deutlich, dass nichts von dem möglich ist, was in zuvor an Festen und Feiern, aber auch an gewohntem Lebensgefühl selbstverständlich gewesen sei. Aus eigener Kraft allein, könne menschliches Leben nicht gelingen. Es brauche das gläubige Vertrauen, dass Gott hinter unserem Leben stehe und dass er unser Leben Tag für Tag mit seinen Gaben begleite.

Ganz der alttestamentlichen Botschaft entsprechend, sollten auch die Menschen von heute nicht davon ausgehen, dass sie sich alles aus eigener Kraft und mit eigener Hand erwerben könnten. Sie sollten die Dankbarkeit an Gott nicht vergessen. „Erntedank ist ein Tag im Jahr, der uns aufruft, gerade für das scheinbar Selbstverständliche wieder neu dankbar zu werden und diesen Dank ins Gebet zu bringen.“ Auf die Frage, ob das in unserer Zeit und Gesellschaft denn überhaupt noch gelingen könne, meinte Lorenz nur „Nichts ist unmöglich“.

Danach formierte sich ein Festzug, um die Erntekrone vom Schlosshof in die Pfarrkirche zu bringen. Im Anschluss lud der Frauenbund in das Jugendwerk zum Frühschoppen ein.

Das Erntedankfest im vergangenen Jahr

Nabburg
Der Festgottesdienst im Schlosshof, den Pfarrer Lorenz in Konzelebration mit Pfarrvikar Pater Alfred feierte, wurde vom Kirchenchor unter Leitung von Jonathan Brell und der Jugendblaskapelle unter Stabführung von Markus Ferstl umrahmt.

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