03.09.2020 - 15:37 Uhr
NabburgOberpfalz

Nabburger Stadtarchiv zieht neben dem Neuen Tag ein

Das Archiv der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg bekommt eine neue Unterkunft. Es zieht vom Unteren Markt in die Bachgasse um. Der Stadtrat entscheidet sich damit für die finanziell günstigste von drei denkbaren Varianten.

Ins Gebäude der ehemaligen Sparkasse, jetzt BGZ (Büro Gewerbe Zentrum) genannt, baut die Stadt das Archiv ein. Es wird im linken Teil des Erdgeschosses seinen Platz finden.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Die Stadt befindet sich schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem neuen Domizil für das Archiv. Denn die bisherige Unterbringung im einstigen Verwaltungsgebäude am Unteren Markt 4 ist nicht mehr länger tragbar. Die klimatischen Verhältnisse - zu hohe Temperaturen, zu niedrige Luftfeuchtigkeit und zu schnelle Schwankungen - sind nicht geeignet. Außerdem ist die Holzbalkendecke bereits überlastet, und der Arbeitsstättenverordnung kann insbesondere hinsichtlich der sanitären Bedingungen nicht ansatzweise entsprochen werden.

Deshalb ließ die Stadt drei Möglichkeiten an zwei verschiedenen Standorten untersuchen. Der Architekt Georg Zunner (Amberg) überprüfte mittels Machbarkeitsstudie und Nutzungskonzept, inwiefern sich die ehemalige Zinngießerei Schreiner zur Unterbringung des Archivs verwenden ließe. Er kam dabei zu zwei Alternativen, die beide zu verwirklichen wären: Sanierung für 3,2 Millionen Euro und Sanierung mit Teilrückbau und Anbau für rund 2,9 Millionen Euro. In beiden Fällen wurde auch die Einrichtung einer Schauzinngießerei berücksichtigt, wie sie Stadtheimatpfleger Raphael Haubelt vor mehreren Monaten vorgeschlagen hatte. "Aufgrund der extrem hohen Kosten bei beiden Varianten schlägt die Verwaltung vor, die Einrichtung des Archivs in der ehemaligen Zinngießerei zu verwerfen", sagte Bürgermeister Frank Zeitler am Dienstagabend in der Stadtratssitzung. Über das weiteren Vorgehen hinsichtlich des Zinngießerei-Gebäudes, das der Stadt gehört, solle in einer anderen Sitzung beraten werden.

Wesentlich besser zu den finanziellen Verhältnissen der Stadt passt der zweite untersuchte Standort: das Gebäude der ehemaligen Sparkasse an der Bachgasse 1. In Abstimmung mit dem Bauamt und dem städtischen Archivar Felix Engel hatte Architekt Konrad Kraus einen Entwurf für die noch freie Nutzungseinheit mit rund 260 Quadratmetern Fläche ausgearbeitet, die sich im Erdgeschoss in direkter Nachbarschaft zur neuen Redaktion von Oberpfalz-Medien / Der neue Tag befindet. Es zeigte sich, dass die räumlichen Kapazitäten für einen längeren Zeitraum ausreichen. Im Magazin und in der Bibliothek können Klimageräte eingebaut werden, die den Temperaturanstieg auf maximal 23 Grad begrenzen. Das Architekturbüro ermittelte die Gesamtkosten, wovon ein Teil für Maßnahmen abgezogen werden kann, die im Zusammenhang mit dem bisherigen Umbau des Komplexes bereits ausgeführt sind. Unter dem Strich käme man auf einen noch notwendigen Aufwand für den Umbau in Höhe von 381 800 Euro.

Nach Angaben des Archivars Felix Engel wurden auch bereits Fördermöglichkeiten abgeklärt. Es sei davon auszugehen, dass aus dem Bayerischen Kulturfonds etwa 20 bis 25 Prozent der Gesamtkosten als Zuwendungen gewährt werden können. Der Bürgermeister schlug vor, sich für diese Variante zu entscheiden: "Das ist eine sehr gute Lösung für die Zukunft", zumal rascher Handlungsbedarf bestehe. Maßnahmenträger werde die Stadt Nabburg als Eigentümer des Gebäudes sein. Nach Fertigstellung des Archivs erfolge eine langfristige Vermietung an die VG Nabburg.

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CSU-Sprecher Hans-Georg Dobler erkundigte sich, was die beiden anderen VG-Gemeinden dazu sagen. Mit deren Bürgermeistern sei gesprochen worden, antwortete Zeitler. Die Notwendigkeit des Umzugs sei allen bewusst.

Die Zustimmung des Stadtrates fiel einstimmig aus. Die notwendigen Mittel, so legte man fest, sind für die Haushaltsjahre 2021/2022 einzuplanen. Aufträge gehen an den Architekten und die Fachplaner.

Im Blickpunkt:

Archivsatzung

Einstimmig beschloss der Stadtrat auch eine Archivsatzung. Sie regelt im wesentlichen Aufgaben und Benützung (Auszüge aus 16 Paragrafen): Es ist die Fachdienststelle für alle Fragen des Archivwesens der Stadt Nabburg. Sie archiviert das Archivgut der Stadt und stellt es zur Benützung zur Verfügung. Die Benützung erfolgt durch die Einsichtnahme in Findmittel, Archivgut und Reproduktionen in den dafür vorgesehenen Räumen des Archivs. Dieses kann die Benützung auch durch Beantwortung von schriftlichen oder mündlichen Anfragen, durch Abgabe von Reproduktionen oder durch Versendung von Archivgut ermöglichen. Mündliche oder schriftliche Auskünfte können sich auf Hinweise auf einschlägiges Archivgut beschränken. Das eigenmächtige Entfernen von Archivgut aus den Räumen ist untersagt.

Das Archiv ist und bleibt eine Einrichtung der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg, der die Stadt Nabburg und die beiden Gemeinden Altendorf und Guteneck angehören. Auch die beiden kleineren Kommunen brauchen deshalb nach den Worten des Archivars Felix Engel eine solche Satzung. Er weiß zu berichten, dass die Anfragen auf Nutzung ständig steigen. Deswegen sei auch mit anwachsenden Gebühreneinnahmen zu rechnen. (am)

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