08.10.2020 - 15:54 Uhr
NabburgOberpfalz

Neue Wege zu zwei Nabburger Ortsteilen suchen

Der Bahnübergang auf der Nabburger Hauptverkehrsachse steht permanent im Fokus der Kommunalpolitik. Nun rücken auch die beiden anderen Übergänge ins Blickfeld. Sie sollen ebenfalls beseitigt werden.

Über diesen Bahnübergang wird der Ortsbereich um die Ledermühle ans Verkehrsnetz angeschlossen. Nach dessen Beseitigung bedarf es einer neuen Lösung.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Bei der kommenden Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg würden die beiden Bahnübergänge im Ledermühlweg und in Haindorf eine Lücke in den aufzustellenden Lärmschutzwänden bedeuten. Dadurch entstünde im Umfeld eine höhere Lärmbelästigung für die Bürger. Vor diesem Hintergrund fand am 22. September auf Einladung des Bürgermeisters Frank Zeitler eine Besprechung statt, an der neben Vertretern der Deutschen Bahn AG auch Repräsentanten der Regierung der Oberpfalz und der Stadtratsfraktionen teilnahmen. Über das Ergebnis berichtete Zeitler nun in der öffentlichen Stadtratssitzung, zu der rund 20 Zuhörer in die Marienkirche gekommen waren.

Nach längerer Diskussion - so war zu hören - einigten sich die Teilnehmer darauf, dass die Stadt Nabburg bei der DB Netz AG einen Antrag auf Beseitigung der beiden Bahnübergänge stellen soll. Bedenken meldete jetzt die SPD-Fraktion an. Der Bereich um die Ledermühle könne in Zukunft über eine Brücke ans Verkehrsnetz angebunden werden, aber in Haindorf würden sich Probleme bei der Erschließung der zwei Ortshälften zu beiden Seiten der Bahnlinie abzeichnen, meinte ihr Sprecher Josef Weber. Im Falle Haindorf sprach er sich deswegen für eine Ertüchtigung des bestehenden Bahnübergangs aus. Ähnlich argumentierte Helmut Ertl für die ÜPW. Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) wies auf das neue Schienenausbaubeschleunigungsgesetz hin, das die Kommunen bei solchen Projekten von der bisherigen Zuzahlung (ein Drittel) befreit. "Wir können also bedenkenlos einen Antrag stellen", sagte er und betonte, dass dann die Bahn am Zug sei, um Lösungsvorschläge zu präsentieren. Wenn die Stadt jetzt nichts fordert, werde sie auch nichts bekommen. Es liege dann ja immer noch am Stadtrat, ob er die Ideen der Bahn annimmt und verwirklicht haben möchte. Zeitler verdeutlichte: "Gerade bei der Bahn müssen wir 200 Prozent fordern, um am Ende 100 Prozent zu erhalten."

Weiterer Artikel aus der Stadtratssitzung

Nabburg

"Wir reden hier über ungelegte Eier", hielt es Stadtrat Josef Pürner (CSU) in Richtung SPD und ÜPW für sinnlos, jetzt bereits über Lösungen zu spekulieren. Stadträtin Evi Thanheiser (SPD) trat dafür ein, auf den Erhalt der Ost-West-Verbindung in Haindorf zu achten. "Von einer ersatzlosen Schließung der beiden Bahnübergänge war aber auch noch nie die Rede", merkte dazu Dritter Bürgermeister Johann Kleber (Nabburg-Land) an. Bürgermeister Zeitler zeigte sich damit einverstanden, in den Beschlusstext einen Passus einzufügen, der ausdrücklich auf den Erhalt der gewachsenen Verkehrsverbindungen für Kraftfahrer und Fußgänger abzielt. Dann könne man beruhigt abwarten: "Wir stehen noch ganz am Anfang des Entscheidungs- und Planungsprozesses." Stadtrat Armin Schärtl (SPD) erinnerte an dieser Stelle daran, dass die Stadt schon mal mit der Beseitigung der Bahnübergänge konfrontiert war, gerade aber beim Ledermühlweg wegen der hohen Kosten zögerte. Angesichts der neuen Aufteilung des Aufwands solle man dieses Projekt nun schnell angehen.

Einstimmig beschloss der Stadtrat sodann, einen Antrag für die Beseitigung des Bahnübergangs im Ledermühlweg zu stellen. Für Haindorf wurde der Beschluss mit 19:2-Stimmen (gegen ÜPW) gefasst.

Hintergrund:

Anträge an die Bahn

In den Anträgen zur Beseitigung der beiden Bahnübergänge im Ledermühlweg und in Haindorf werden folgende Voraussetzungen genannt:

  • Die künftigen An- und Zufahrtswege zu allen betroffenen Ortsteilen müssen im erforderlichen Maß und darüber hinaus sichergestellt werden.
  • Die beiden Teile Haindorfs dürfen auf keinen Fall voneinander abgeschnitten werden. Eine Querung - in welcher Form auch immer - muss vorgesehen werden. Eine erschließungstechnische Trennung wird nicht zugelassen.
  • Im besonderen Maße sind die Anforderungen der Landwirte und des Schwerlastverkehrs hinsichtlich der An-und Zufahrtswege (besonders auch zur Ledermühle) zu berücksichtigen.
  • Die Bahn soll für beide Bahnübergangsbeseitigungen Alternativplanungen aufzeigen.
Durch Haindorf verläuft die Bahnlinie. Beide Teile stehen nur über den Bahnübergang in Verbindung. In Zukunft wird eine andere Form der Querung notwendig.
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