Wow! Wer die Bäckerei Urban noch kennt, bleibt erst einmal an der Eingangstüre stehen und schaut sich um. Alles ist anders. Stimmt nicht ganz. Es hat sich vieles geändert und ist dennoch geblieben wie es war, als an der Georgenstraße noch Gertie Urban und ihre Mitarbeiterinnen bis zum Jahreswechsel 2023/2024 Brot und Feinkost verkauft haben. Kaffee wird weiterhin serviert, aber an Tischen zum Sitzen. Die Regale sind ebenfalls geblieben, über denen sich noch Zöpfe von Weintrauben als Wandbemalung ranken. Leonie Schultes, die den Kaffeeklatsch ab Mitte Mai betreibt, präsentiert darin stilvolle Dekoartikel und ausgewählte Feinkost, zum Beispiel spezielle Nudeln oder Balsamico. Der Verkaufstresen steht auch noch da.
Mode direkt aus Italien
Den Platz, der früher fürs Brot bestimmt war, werden Gläser und Tassen einnehmen. Die Auslage hinter Glas ist dann mit Backwaren gefüllt. Verschwunden ist die dominante Kühltheke. Die 25-jährige Betreiberin des Kaffeeklatsches braucht sie nicht mehr, dafür aber Sitzgelegenheiten für die Gäste. Die gebürtige Nabburgerin, die in Amberg lebt, steckt richtig viel Arbeit und Zeit in ihr neues Café. Sie streicht Wände neu und montiert einen großen Spiegel, der den Raum größer wirken lässt. "Klamotten, Deko und Kaffee gibt es nicht so oft", sagt sie. Und mit genau diesem Dreiklang wartet sie in der ehemaligen Bäckerei auf. Der Nebenraum wird zur Modeboutique. "Hier hängt das Besondere, das es nicht überall zu kaufen gibt", sagt sie, als sie mit Oberpfalz-Medien vor dem "Kleiderschrank" steht. Dafür ist die gelernte Kosmetikerin, die als Einrichterin arbeitet, für zwei Tage nach Italien gefahren. "Ich ordere nicht. Ich kaufe vor Ort." Das wird so bleiben. Sie hat nicht jedes Oberteil oder Kleid in jeder Größe auf dem Ständer, aus einem bestimmten Grund. "Dafür ist die Stadt zu klein. Da bleibt keine Individualität mehr."
Gern der eigene Chef
"Ich wollte es ein bisschen anders haben", meint sie mit Blick auf die ausgefallenen Stühle an den Kaffeetischen, die neben dem Kronleuchter erst einmal die Blicke auf sich ziehen und für angenehme Atmosphäre sorgen. "Ich habe hier alles vereint, was ich gut kann und liebe. Wobei", schränkt sie ein, "ein Café ist schon Neuland für mich". In Amberg hat sie bereits eine kleine Boutique geführt. "Ich mag gern mein eigener Chef sein", erklärt sie ihr Faible für Selbstständigkeit. Warum gerade Nabburg? "Meine Mutter hat die Räume entdeckt und dann war es eine Sache von Stunden. Ich habe mich sofort hier wohl gefühlt."
"Ich mag entspannte Leute"
Und jetzt wünscht sie sich, dass sich die Gäste und Kunden ab 17. Mai bei ihr genauso wohl fühlen, gemütlich in den sesselartigen Stühlen sitzen, reden, sich inspirieren lassen, stöbern – und ein neues Kleidungsstück oder Accessoire entdecken. "Ich mag entspannte Leute, die sich miteinander unterhalten." Deshalb ist der Name Kaffeeklatsch so etwas wie Programm. Der Begriff steht schließlich für Kaffeekränzchen, bei dem Neuigkeiten ausgetauscht werden. Das darf bei Leonie Schultes gerne tischübergreifend geschehen.
Brunchfeeling auf der Speisekarte
Zu einem Café gehören für die junge Frau, die selbst gerne Schönes um sich hat und genießt, "richtig coole Frühstücke", so ihre Worte. Sie hat sich auf ihre neue Aufgabe in der Gastronomie vorbereitet und zeigt Fotos von ihrem Angebot auf der Speisekarte. Kuchen gehören dazu, außerdem Bagels, unterschiedlich belegt, Pancakes, Omeletts in verschiedenen Kreationen, Frenchtoast oder Brote, unter anderem mit Avocado, Tomate oder Ei. All das, was unter Snacks oder Brunch zu verstehen ist, zählt zum Angebot. Die Eröffnung am 17. Mai gestaltet sie ebenfalls anders. Ab 11 Uhr steht die Tür für alle, die sich einen ersten Eindruck verschaffen wollen, offen.






















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