27.03.2020 - 11:38 Uhr
NabburgOberpfalz

Nicht nur "Kevin" bleibt daheim

Notleidende Künstler und vom Ruin bedrohte Hoteliers: Das Coronavirus trifft so manche Berufsgruppe schon vor der Ansteckung. Die Politik verspricht Hilfspakete und fordert Quarantäne. Harte Zeiten für Einbrecher.

Ausgangsbeschränkungen dürften in diesen Tagen auch den Einbrechern das Geschäft verleiden.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Wer jetzt keinen Wachhund hat, kann diesen Job gleich selber übernehmen. Ein Teil der Landkreis-Bewohner befindet sich in Quarantäne, der Rest soll wegen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus nach dem eindringlichen Appell von Bundeskanzlerin und Ministerpräsident, und jetzt auch noch mit Ausgangsbeschränkung freiwillig zu Hause bleiben. Keiner denkt da an den armen Einbrecher, der vergebens leer stehende Wohnungen ausspäht und wenig Chancen auf einen Passierschein hat. Solange Münzsammlung und Schmuck-Schatulle in Sichtweite der Besitzer sind, wird so ein Raubzug zum riskanten Geschäft. Selbst dann, wenn da beispielsweise ein Ehepaar in systemrelevanten Berufen sich auf der Intensivstation Dienst leistet oder die letzten Züge durch die Region steuert. Bleibt noch der Nachwuchs. Es ist doch anzunehmen, dass der Einbrecher den Kinohit "Kevin allein zu Haus" gesehen hat, eine Filmkomödie von John Hughes aus dem Jahr 1990. Da weiß er, was ihm blüht: Jede Menge ausgefeilter Tricks, die ihn zu Fall bringen. Zeit genug haben ja nun alle, sich raffinierte Fallen auszudenken. Doch auch die Einbrecher haben offensichtlich aktuell viel freie Zeit. So kursierte mal wieder das Gerücht, sie würden sich derzeit mit Überzeugungskraft statt Stemmeisen Zugang zu Wohnungen verschaffen: angeblich um die gesetzlich vorgeschriebenen Feuermelder zu überprüfen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig, wenn der Enkel-Trick versagt und die Enkel alle daheim herum hocken und täglich bei den besonders gefährdeten Senioren nachfragen, ob sie einen Einkauf übernehmen sollen. In den USA sind wohl beide Seiten, Einbrecher und potenzielle Opfer weit weniger kreativ. Sie werden wohl vom Coronavirus so überrollt, dass sie keine Zeit haben sich auf Instagram mit Mode für Bankräuber zu befassen (Fashion for Bank Robbers), immerhin die Berufskleidung einer verwandten Branche. Und ängstliche Bürger hamstern dort nicht Klopapier, sondern Waffen – und das nach insgesamt vier lehrreichen Fortsetzungen von "Kevin allein zu Haus"!

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.