18.09.2019 - 14:08 Uhr
NabburgOberpfalz

Prüfen, rufen und drücken

Bei einer Wiederbelebung muss es schnell gehen. Und es darf nichts falsch gemacht werden. Das erfahren die Realschüler bei einer Notfall-Simulation.

Anett Grohnert von der Interessensgemeinschaft und Bankdirektor Bernhard Werner brachten für die Realschule einen Defibrillator mit.
von Externer BeitragProfil
Reanimationsübungen standen bei der Veranstaltung zur Woche der Wiederbelebung im Mittelpunkt.

Rund 700 Schüler der Naabtal-Realschule nahmen im Rahmen der bundesweit stattfindenden "Woche der Wiederbelebung" an einer besonderen Veranstaltung der Interessengemeinschaft Erste Hilfe und Notfallrettung e.V. teil. Es galt, an Übungsphantomen Wiederbelebungsmaßnahmen vorzunehmen. Pro Minute spendeten die VR-Bank Mittlere Oberpfalz sowie die Firma Rescue-Train unter Geschäftsführer Marko Frischholz aus Nabburg einen Euro für die Anschaffung eines neuen Defibrillators (AED) an der Schule. Dieser soll im Notfall eine effiziente Reanimation unterstützen. Insgesamt 1500 Minuten kamen zusammen, also 1500 Euro.

In dieser Woche sollen Bürger durch verschiedene Aktionen aufgeklärt und motiviert werden, sich mit den wenigen Schritten "prüfen - rufen - drücken", die lebensrettend sein können, vertraut zu machen. Jedes Jahr erleiden mindestens 50 000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses. Ihre Überlebenschance hängt an wenigen Minuten. Denn das Gehirn beginnt bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bereits nach nur drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss unwiederbringlich zu sterben. Das ist ein wichtiges Zeitfenster, in dem man mit einer sofortigen Herzdruckmassage Leben retten kann, zumal der Rettungsdienst im Durchschnitt acht Minuten oder länger bis zum Eintreffen braucht.

Wie funktioniert Wiederbelebung? Sie ist ganz einfach. Drei Schritte sind zu beachten: "Prüfen": den Patienten ansprechen und behutsam an der Schulter rütteln. "Rufen": Andere auf die Situation aufmerksam machen und den Notruf 112 wählen. Und schließlich "Drücken": den Handballen auf die Mitte des Brustbeins setzen, den Handballen der anderen Hand darüber legen. Dann 100-mal pro Minute den Brustkorb mindestens fünf Zentimeter tief herunterdrücken.

Für einen Ersthelfer ist nicht erkennbar, ob eine bewusstlose Person einen Herzstillstand oder Kammerflimmern hat. Was viele nicht wissen: Nur ein kleiner Teil der Patienten hat tatsächlich einen Herzstillstand, bei dem eine reine Reanimation erfolgreich durchgeführt werden kann. Der Großteil weist eher das sogenannte Kammerflimmern auf. Hier kann nur ein AED zur erfolgreichen Reanimation verhelfen. Dieser prüft automatisch, ob ein Schock notwendig ist, so dass der Ersthelfer diesen im Bedarfsfall abgeben kann. Dabei wird der Laienhelfer durch klare Ansagen in den Maßnahmen der Wiederbelebung angeleitet.

Die Interessengemeinschaft Erste Hilfe und Notfallrettung e.V. wurde 2015 gegründet. Sie ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Erste-Hilfe-Kenntnisse in der Bevölkerung stärker in den Fokus zu rücken und zu fördern. Mit der VR-Bank Mittlere Oberpfalz unter Vorsitzendem Bernhard Werner sowie der Rescue-Train GmbH hat der Verein zwei starke Partner für seine Veranstaltung in der Naabtal-Realschule gewonnen. Hier haben die Ersthelfer von morgen eindrucksvoll bewiesen, dass Erste Hilfe ganz einfach ist und keiner Angst vor einer Reanimation haben muss.

Beeindruckt von der Leistung der Schüler übergaben Anett Grohnert für die Interessengemeinschaft sowie Vorstand Bernhard Werner von der VR-Bank Mittlere Oberpfalz und Marko Frischholz, Geschäftsführer der Rescue Train GmbH, den neuen Lebensretter an die Schule und wünschten allen Beteiligten, dass dieser so wenig wie möglich zum Einsatz kommt.

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