04.01.2021 - 16:17 Uhr
NabburgOberpfalz

Segensbringer auf neuen Wegen

Ihr Einsatz gilt Kindern auf der ganzen Welt, dafür ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus. Die Aktion kann heuer wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden, deshalb entwickelten die Pfarreien kreative Ideen.

von Sepp FerstlProfil

„Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. So lautet das Leitwort der 63. Aktion Dreikönigssingen. Das Beispielland ist die Ukraine. Dort müssen viele Kinder allein zurechtkommen, weil ihre Eltern im Ausland arbeiten. Sie leben bei Verwandten und sehen ihre Eltern oft nur per Videochat.

Sie sehnen sich nach Halt und Menschen und Organisationen, die ihnen Halt geben. Das Kindermissionswerk widmet sich mit seinen Projekten dieser Aufgabe.

Während mancherorts die Sternsingeraktion in diesem Jahr komplett entfällt, haben andere Pfarrgemeinden kreative Lösungen entwickelt, um den Segen auf eine andere Art und Weise in die Häuser zu bringen. Eine Übersicht aus dem Dekanat Nabburg:

"Heller denn je"

Unter dem Motto „Heller denn je“ findet die Sternsingeraktion in der Pfarrei Nabburg auf ganz neue Weise statt. Ursprünglich wollten an die 40 Sternsinger den Segen Gottes zu den Menschen bringen und dabei Spenden für die Ukraine, die Kinder in Nkandla (Südafrika) sowie die Aids-Hilfe von Pater Gerhard Lagleder sammeln.

Die Umstände der Pandemie verhindern dies. Aus diesem Grund bringen sie den Segenswunsch per Video in die Wohnungen und Häuser der Menschen. Er kann abgerufen werden unter www.bit.ly/pfarreinabburg. Seit dem Neujahrstag liegen in der Pfarrkirche „Segenspackerl“ als „Segen-to-go“ bereit. Darin befinden sich Weihrauch, Kreide, Kohle, ein Aufkleber mit dem Segensspruch, sowie eine Karte mit einem von einem Sternsinger handgeschriebenen Segenswunsch.

Kontaktlos auch im Landkreis Neustadt

Grafenwöhr

Am Neujahrstag wurde die Aktion in der Abendmesse eröffnet. Darüber hinaus werden Gottesdienste von den Sternsingergruppen mitgestaltet: Eine Sternsingerandacht sowie alle heiligen Messen am 5. Januar. Am Dreikönigstag findet die Sternsingeraktion im Pfarrgottesdienst um 10.30 Uhr ihren Abschluss. In der Kirche steht auch eine Spendenbox. Ebenso können Spenden mit dem Verwendungszweck „Sternsinger“ im Pfarrbüro abgegeben oder überwiesen werden auf die Konten der Katholischen Kirchenstiftung Nabburg bei der Sparkasse, IBAN: DE30 7505 1040 0570 0046 97 und bei der Raiffeisenbank, IBAN: DE26 7506 9171 0003 2372 65.

In Schwarzenfeld sind die Sternsinger in den Straßen unterwegs. Pater Justine wünschte ihnen bei der Aussendung Kraft, Mut und Energie auf ihren Wegen durch die Straßen der Pfarrei. Die Ministranten machten sich mit Vater oder Mutter am Montagvormittag auf den Weg und besuchten die Häuser. Sie sind noch bis zum 6. Januar unterwegs und legen Spendentüten in die Briefkästen.

Das gespendete Geld wird für wohltätige Hilfsprojekte in der Ukraine verwendet. Manche Menschen warteten an den Türen und gaben den Sternsingern Süßigkeiten oder eine Spende – aber immer mit dem derzeit nötigen Abstand. Anschließend schrieben die Sternsinger „20 C+M+B 21“ an die Eingangstüren.

Eine kreative Idee gibt es auch in Stulln: ein kontaktloses Sternsingen. Zu Beginn des Gottesdienstes in der St.-Barbara-Kirche gab Gemeindereferent Markus Seefeld Antworten auf die Frage: „Was gibt uns Halt?“. Er nannte beispielhaft die Eltern, Freunde, Verwandte, Beziehungen und verlässliche Menschen sowie den Glauben an Gott. Pfarrer Heinrich Rosner verdeutlicht in der Predigt die Situation der Familie in der Ukraine.

Flyer in den Briefkästen

Der Geistliche erteilte nach dem Gottesdienst den Segen – und die Sternsinger machen sich in mehreren Gruppen auf den Weg. In diesem Jahr werden sie nicht läuten. Sie schreiben nach Möglichkeit mit gesegneter Kreide „20 C + M + B 21“ an die Türe oder werfen den Aufkleber mit einem Flyer in den Briefkasten. Wer die Sternsingeraktion mit einer Spende unterstützen möchte, kann den Betrag in den Opferkorb der Kirche legen, in den Pfarrbriefkasten werfen oder in der Bäckerei Ritz abgeben.

Das diesjährige Motto in der Pfarreiengemeinschaft Wernberg-Köblitz ist „Sternsinger to go“ in der Tüte. Die aktuelle Corona-Situation hat auch in der Pfarreiengemeinschaft in Wernberg-Köblitz den Plan B auf die Tagesordnung gerufen. Die Sternsinger werden diese Woche vor dem Festtag Heilig-Drei-König nicht von Haus zu Haus gehen, sondern die „Sternsinger to go“ in der Tüte sind unterwegs.

Um die Hygiene- und Abstandsregeln zu gewährleisten, wurden bereits seit Samstag in den Kirchen Unter- und Oberköblitz, Wernberg, Neunaigen, Deindorf, Glaubendorf und Woppenhof das Drei-Königs-Wasser und die Drei-Königs-Gaben während der Gottesdienste gesegnet und zum Mitnehmen in den Kirchen bereitgestellt. Die Drei-Königs-Gaben beinhalten einen Segensgruß für den Segen zu Hause, Weihrauch, Kohle und Kreide sowohl die Jahresbanderole für das Jahr 2021. Es sind Spendenkörbchen für die Sternsingeraktion aufgestellt. Die Einnahmen werden Kindern in der Ukraine zur Verfügung gestellt.

Üblicherweise kommen die Sternsinger in die Häuser und schreiben mit gesegneter Kreide über die Türen: 20*C+M+B+21. Beim Gottesdienst am Sonntag erfolgte bereits alternativ die Segnung der „20*C+M+B+21“-Aufkleber durch Pater Binu für die Pfarrei Unterauerbach.

Das aktuelle Jahr steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Durch die aktuelle Situation sind Geschwister gemeinsam unterwegs. Sie werfen die Aufkleber in die Postkästen.

Die „Sternsinger“ tragen Armbänder mit dem Spruch „Segen bringen, Segen sein.“ Weitere Infos zu der Sternsingeraktion sind in den Gottesdiensten am Hochfest „Erscheinung des Herrn“, am Dienstag um 19 Uhr in Unterauerbach (Vorabendgottesdienst) und am Mittwoch (Feiertag) um 8.30 Uhr in Schwarzach, sowie um 9.45 Uhr in Altfalter möglich.

Auch in der Pfarrei Dürnsricht-Wolfring sendete Pfarrer Michael Hoch die Sternsinger aus. Sie verteilen in diesem Jahr Segenspäckchen mit Aufklebern. In die Briefkästen werfen die Sternsinger auch einen Überweisungsträger mit der Bitte um ein Spende.

 

 

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