12.02.2021 - 09:20 Uhr
NabburgOberpfalz

Streusalz: Schlecht für Baum und Boden

Dank Streusalz sind Straßen und Gehsteige im Winter schnell eisfrei. Der Natur tut das nicht so gut. Der Bund Naturschutz im Landkreis Schwandorf hat eine Alternative auf Lager.

Streusalz ist bequem, der Natur bekommt es nicht so gut. Der Bund Naturschutz rät zu Alternativen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Rund 1,5 Millionen Tonnen Streusalz werden jedes Jahr auf Straßen und Wegen in Deutschland ausgebracht, meldet der Bund Naturschutz. Das ist sicher, bequem – und teuer. Auch die Natur bezahlt dafür, wenn Schmelzwasser in die Umgebung gelangt. Debei gibt es umweltfreundliche Alternativen.

Jeder Haus- und Grundstückseigentümer und viele Mieter sind dazu verpflichtet, Gehwege und Zufahrten frei von Schnee und Eis zu halten. "Viele greifen dabei gerne zu Salz", heißt es in einer Pressemitteilung der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe (BN) Schwandorf mit Geschäftsstelle in Nabburg. Ein Drittel des Salzes, das auf den Straßen und Wegen landet, werde durch private Haushalte ausgebracht. Was viele nicht wissen: Die ökologischen und volkswirtschaftlichen Folgen sind laut BN gravierend. „Das Salz schädigt nicht nur Autos und Brücken, sondern auch Bäume und Böden. Viel besser sind salzfreie Streumittel aus Sand und Splitt. Sie mindern ebenfalls die Rutschgefahr und schonen unsere Umwelt“, erklärt Klaus Pöhler, Vorsitzender beim Bund Naturschutz Schwandorf.

Auftausalz besteht zu mindestens 94 Prozent aus Kochsalz, also Natriumchlorid. Es gibt aber auch Produkte, die Mineralien wie Calciumsulfat, Magnesiumsulfat oder Ton enthalten. Da auch bei Minusgraden immer etwas flüssiges Wasser im Schnee enthalten ist, können sich die Salzionen schnell lösen und verhindern ein erneutes Vereisen des Wassers. Durch das Bestreuen der eisglatten Straßen mit Salz, entsteht eine Salz-Wasser-Lösung, die den Schmelzpunkt des Eises herabsetzt. Fahren viele Autos auf einer gestreuten Straße, wird die schlammige Salzlösung in beachtlichen Mengen nach außen Richtung Bankett und Böschung geschleudert. „Die Straßen sind schnell eisfrei und trocken, dafür bekommt unsere Natur das ganze Salz ab“, beklagt Pöhler.

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Das Streusalz werde im Boden angereichert und auch in regenreichen Jahren kaum ausgewaschen. Es behindere die Wasseraufnahme der Bäume und verändert deren Nährstoffhaushalt. "Die Blätter vertrocknen, obwohl genügend Feuchtigkeit im Boden ist. Kleine Blätter, Braunfärbung der Blattränder und frühzeitiger Laubfall sind Folgen, die man dann im Frühjahr und Sommer sieht", so die Warnung der Naturschützer. "Aber nicht nur die Bäume sterben einen langsamen Salztod, auch unsere Böden werden dauerhaft geschädigt." Durch komplexe chemische Prozesse wird die Struktur des Bodens zerstört und Nährstoffe durch Natrium verdrängt. Das Salz verkrustet demnach die obere Bodenschicht, was den Austausch der Bodenluft verschlechtert. Schlechte Wasserspeicherung und die Auswaschung wichtiger Nährelemente können im Extremfall zu einer Bodenunfruchtbarkeit führen. „Ein flächendeckender Streusalzeinsatz führt zu einer generellen Chloridbelastung in den Bäumen, zu einer Natriumanreicherung in den Straßenrandböden und zu einem hohen Chloridgehalt im Sickerwasser. Unnötiger Salzeinsatz muss deshalb zwingend reduziert werden“, so Oskar Deichner, Biologe beim Bund Naturschutz.

„Die umweltfreundliche Alternative zu Salz, ist das Räumen der Straßen und das Verwenden von salzfreien, abstumpfenden Streumitteln wie Sand, Splitt oder Granulat“, fordert BN-Vorsitzender Pöhler. Im Handel sind diese Produkte durch das Umweltzeichen „Blauer Engel“ erkennbar. Vor angeblich umweltfreundlichen ökologischen Tausalzen, die Harnstoff enthalten, warnt der BN hingegen. Harnstoff werde als Stickstoffdünger in der Landwirtschaft verwendet. Große Mengen auf Bürgersteigen könnten über das Schmelzwasser in den Gewässern landen und dort großen Schaden anrichten.

"Das Salz schädigt nicht nur Autos und Brücken, sondern auch Bäume und Böden. Viel besser sind salzfreie Streumittel aus Sand und Splitt. Sie mindern ebenfalls die Rutschgefahr und schonen unsere Umwelt."

Klaus Pöhler, Vorsitzender der BN Kreisgruppe

Klaus Pöhler, Vorsitzender der BN Kreisgruppe

 

 

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