Nabburg
11.04.2021 - 11:20 Uhr

"Tonart" in einem Sonderformat

Der Stadtrat will nicht im Weg stehen: "Tonart" soll heuer im Juli stattfinden. Ob und wie das Musik-Festival in Nabburg wirklich ablaufen wird, hängt einzig und allein von Corona ab.

Ein Bild aus dem Spitalhof aus unbeschwerten Zeiten: Mit eng aneinander sitzendem Publikum vor den Bühnen wird das Musik-Festival heuer sicherlich nicht ablaufen können. Archivbild: Gerhard Götz
Ein Bild aus dem Spitalhof aus unbeschwerten Zeiten: Mit eng aneinander sitzendem Publikum vor den Bühnen wird das Musik-Festival heuer sicherlich nicht ablaufen können.

"Tonart" soll es trotz Pandemie geben. Dieses Ziel hat sich der Organisationsausschuss gesteckt und ein Konzept erarbeitet, wie das Festival unter Corona-Bedingungen ablaufen könnte. Wobei aus heutiger Sicht nicht auszuschließen ist, dass die Veranstaltung im Extremfall dann doch abgesagt werden muss.

Aktuell ist geplant (Hintergrund), das Musikfest im Juli auf drei Tage zu erweitern, aber auf zwei Bühnen in der Altstadt zu beschränken und die Besucherzahl zu begrenzen. Was sich gewiss in der Summe der zahlenden Gäste deutlich niederschlagen würde. Die Organisatoren gehen in ihrer Kalkulation von insgesamt 1800 Besuchern aus. Der Eintritt (nur nach Kartenvorverkauf) soll fünf Euro pro Person und Konzert kosten. Weitere Einnahmen sind so gut wie gar nicht angesetzt. Denn eine rentable Bewirtung, die eines planbaren Vorlaufs bedürfte, ist im Moment ziemlich unwahrscheinlich. Das benötigte Zuschussbudget wurde auf 19 600 Euro errechnet. Diesen Betrag müsste die Stadt als Veranstalter übernehmen.

Soll sie das machen? Vor dieser Frage stand der Stadtrat nun. Für Zweite Bürgermeisterin Irene Ehemann (FW), die sich selbst als großen Freund von "Tonart" bezeichnete, stellte sich schon die Frage, ob die Kommune angesichts der unsicheren Lage bei einer Kostensumme von fast 20 000 Euro wirklich einsteigen soll. Heidi Eckl (ÖDP) hielt das Risiko für überschaubar, zumal kaum Vorleistungen erforderlich wären. Der Aufwand halte sich insgesamt in Grenzen, weil nur ein Bühnenaufbau nötig wäre. Die Verträge mit den auftretenden Gruppen seien so zu gestalten, dass auch kurzfristige Absagen ohne Entschädigung möglich wären.

Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) wollte nicht verschweigen, dass er schon immer skeptisch gegenüber "Tonart" eingestellt war, weil die Anzahl der Besucher nicht in der richtigen Relation zu den Kosten stehe. Nachdem sich der Stadtrat - schon vor seinem Amtsantritt - im Februar 2020 zu einer Neuauflage in 2021 entschieden hatte, wolle er jedoch an dieser Beschlusslage nichts ändern. Wenn der Ausschuss das Festival für realisierbar hält, so werde er auch zustimmen.

Nabburg09.04.2021

Karin Raab (Nabburger Land) vertrat die Auffassung, dass im Falle einer Absage etwa 5000 Euro an der Stadt hängen bleiben. 19 600 Euro seien außerdem doch etwas zu viel für ein stark begrenztes Programm. So sah es auch Albert Bruckner (FW): Es sei schon fraglich, ob die Stadt den reduzierten Ablauf so hoch subventionieren soll. Tobias Wegmann (ÖDP) und Evi Thanheiser (SPD) sahen hingegen von einer Zustimmung ein positives Signal für alle kulturell Interessierten ausgehen. Michael Giesl (CSU) warf die Frage auf, ob die potenziellen Besucher überhaupt bereit sind, fünf Euro für ein einstündiges Konzert zu zahlen. Da könne sich also das Defizit leicht noch erhöhen, falls weniger Leute kommen.

Am Ende erfuhr das Konzept die Zustimmung mit 14:6. Dagegen votierten Stadträte von Freien Wählern, Nabburger Land und CSU.

Vorsitzender des Organisationsausschusses bleibt Ernst Bräutigam. Zusätzlich zu den bisherigen Mitgliedern Joseph Ferstl, Josef Weber, Heidi Eckl, Maximilian Fröhler und Tanja Wolfsteiner gehören dem Gremium neu Hans-Peter Auburger und Fabian Knorr an.

Hintergrund:

Geplanter Ablauf des Musik-Festivals

  • Dauer: Freitag 19 bis 23 Uhr, Samstag 19 bis 23 Uhr und Sonntag 18 bis 22 Uhr.
  • Schlosshof: Konzertante Blasmusik für 200 bis 400 Besucher je Konzert.
  • Spitalhof: Folk, Blues und Pop für 50 bis 100 Besucher je Konzert.
  • Auftritte: Pro Abend eine Band mit zwei etwa einstündigen Konzerten hintereinander, dazwischen kurze Pause zum Wechsel des Publikums und Desinfizieren. Insgesamt an drei Abenden sechs Bands mit zwölf Konzerten.
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.