03.09.2021 - 15:36 Uhr
NabburgOberpfalz

Zehn Berührungen bei neuer Führung auf dem Nabburger Zwingerweg

Auf dem Nabburger Zwingerweg treffen sich Sein und Schein, Himmel und Hölle, Schutz und Schönheit. Zehn Berührungspunkte markieren den Rundweg. Die Führung wird ab 2022 angeboten. Raphael Haubelt stellt sie Oberpfalz-Medien vor.

Raphael Haubelt blickt nach drüben. Er hat viel zu erzählen, was sich inner- und außerhalb der Stadtmauern abgespielt hat. Im Hhintergrund der Dechanthof mit dem Dechantturm
von Irma Held Kontakt Profil

"Berührungspunkte" wird diese gut eine Stunde dauernde Führung auf dem Zwingerrundweg heißen. Sie soll im nächsten Jahr drei bis vier Mal angeboten werden. Gruppenführungen für diese lohnenswerte Tour sind ebenfalls buchbar. Den Anstoß dazu hat nach den Worten von Stadtheimatpfleger und Gästeführer Raphael Haubelt Stadtpfarrer Hannes Lorenz gegeben. Daraufhin habe er eine Runde um die Altstadt ausgearbeitet, die sich von einer Stadtführung schon durch die Kürze der Zeit abhebt. Doch es ist keine Tour im Schnelldurchgang. Wer Raphael Haubelt zuhört, nimmt viel mit. Den zehn Berührungspunkten liegt ein gegensätzliches und mehrdeutiges Begriffspaar zugrunde. Gleichzeitig ruft es die Teilnehmer zum Mitmachen auf.

An diesen Stellen bringt Raphael Haubelt nicht nur die Gegensätze in Einklang, sondern erläutert Wissenswertes zur Stadtgeschichte, zur Stadtmauer oder zur Stadt-Land-Beziehung, und das obwohl es beispielsweise nur heißt "unterwegs" und "überlegen".. Hie und da eine Sage, wie die von den Zwergerln unter der Schießstätte, oder Legenden eingestreut, sorgen für Amüsement und lockern die Fakten auf.

Schönheit und Nutzen

Die Führung um den Zwingerweg beginnt am Seyerleingarten, am einzig befahrbaren Stück des Zwingers. Doch Raphael Haubelts Rundgang führt nicht zum Obertor, sondern im Uhrzeigersinn um die Altstadt. Er erzählt, dass der Pulverturm früher Krebsturm hieß, weil es noch gar kein Pulver gab, als er erbaut wurde. Die Stadtmauer sei einst viel höher gewesen, die Häuser dahinter verschwanden. Bei der Stadtmauer sei es nicht wie bei der Kirche um Schönheit gegangen, sondern um den Nutzen. Recht schnell ist man am Fleischtörl angelangt, dem vierten Berührungspunkt.

Das Fleischtörl – deshalb auch die Verniedlichung von Tor - war nur ein Fußgängerzugang zur Stadt. Die an der Naab angesiedelten Müller, Gerber oder Hafner erreichten schnell die Stadt. Beim Fleischtörl waren innerhalb der Altstadt die Fleischstände angesiedelt. "Die Tore wurden abends geschlossen." Daraus resultiert wohl die heute noch gebräuchliche Redewendung "kurz vor Torschluss". An dieser Stelle erzählt Raphael Haubelt wie die Pest nach Nabburg kam. Es war auch kurz vor Torschluss.

Überraschendes Ende

Himmel und Hölle berühren sich in den Zeiten der Reformation und den Nachwehen am Dechanthof. Nicht nur beim Dechanthof zwingt der Zwingerweg zu Abwegen. Dem Mähntor nähert man sich von der Unterstadt. Das findet Raphael Haubelt gut so, weil es zum bewussten Betrachten dieses historischen Stadtzugangs führt. Der neu geschaffene Zustieg im Mähntor leitet über zum neuen Teil des Zwingerwegs. Ahnen und wissen heißt der vorletzte Berührungspunkt und zugleich der letzte für alle, die auf eigene Faust die Stadt umrunden. "Wir können nicht ahnen, welcher Aufwand betrieben wurde, um die Stadt schützen." Zugleich gibt die Stelle einen wunderbaren Blick auf Storchennest und Stadtfriedhof frei. Ein Berührungspunkt von Geburt und Sterben. Hin und weg heißt die letzte Station. Die Teilnehmer gehen dorthin, sind dann weg und tauchen im Spitalhof wieder auf. Doch so simpel ist Raphael Haubelts überraschender Abschluss nicht. Da steckt mehr dahinter.

Mehr zu den Stadtführungen

Nabburg
Hintergrund:

Führungen 2021

  • Bierführung "Ein Zoigl der Vergangenheit", 18. September, 18 Uhr
  • 5-Kirchen-Führung "Von der Ur- zur Stadtpfarrei", 3. Oktober, 13.30 Uhr
  • Szenische Führung "Der Venezianische Kaufmann", 8. Oktober, 17 Uhr
  • Turmführung "Nabburg über-irdisch", Sondertermin am 31. Dezember, 23.30 Uhr bis Ende des Mitternachtsgeläuts, ein Glas Sekt pro Teilnehmer zum Jahreswechsel.
  • Auskunft, auch zu weiteren Stadtführungen, und Anmeldungen oder Gruppenbuchungen in der Gästeinformation im Rathaus, Telefon 09433/1826, E-Mail: touristik[at]nabburg[dot]de

 

 

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