27.10.2020 - 16:01 Uhr
NabburgOberpfalz

Zusätzliche Parkflächen mit Zündstoff

Es sind gute Nachrichten für Pendler, Angestellte und Besucher: Die Stadt Nabburg weist auf dem ehemaligen Baywa-Gelände einen neuen Parkplatz aus. Doch die Sache hat einen Haken. Bürgermeister Frank Zeitler zeigt sich darüber verstimmt.

Die Grafik zeigt im Norden an der Ecke Ramgraben/Austraße den Parkplatz am einstigen Danhauser-Baustoffmarkt mit circa 50 Plätzen. Neu ist die Parkfläche am ehemaligen Baywa-Gelände hinzugekommen, die im Süden an Netto angrenzt und Platz für mindestens 100 Autos bietet.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Beim Thema Parkplätze für Autos geht es Nabburg so, wie vielen anderen Städten: Sie sind knapp und somit begehrt. Um zumindest im Bereich Austraße/Ramgraben eine Entlastung zu erreichen, kaufte die Stadt deshalb 2018 den Parkplatz vor dem Danhauser-Firmengebäude. Doch Anfang des Jahres veräußerte die Kommune das zentral gelegene Areal wieder – um es inzwischen vom neuen Eigentümer wieder anzumieten.

Was bisher nur wenige wissen: Neben der ehemaligen, circa 1400 Quadratmeter großen, Danhauser-Fläche nördlich der Netto-Filiale hat die Stadt nun eine weitere öffentliche Parkzone auf dem ehemaligen Baywa-Gelände ausgewiesen – direkt südlich an die Netto-Filiale anschließend. „Uns geht es darum, der Bevölkerung bekannt zu machen, dass dieser Parkplatz nun auch jederzeit genutzt werden kann“, informiert Bauamtsleiter Thomas Prey bei einem Pressetermin vor Ort.

Parkfläche bekannter machen

Mit seiner Vermutung, dass die frühere Baywa-Fläche mit ihren rund 2500 Quadratmetern bei den Nabburgern als Parkplatz noch nicht bekannt ist, scheint Prey richtig zu liegen: Obwohl an der Einfahrt ein offenes Tor und ein blaues Parkplatz-Schild auf die Nutzung als Autostellplatz hinweisen, ist das Gelände meist menschenleer – und niemand parkt dort. „Wahrscheinlich liegt das auch am Baywa-Firmenschild am Straßenrand, das hier noch steht“, vermutet Bürgermeister Frank Zeitler. „Wir werden das demnächst wegmachen lassen, damit es keine Missverständnisse mehr gibt.“

Bürgermeister Frank Zeitler (links) und Bauamtsleiter Thomas Prey stellen den Parkplatz auf dem ehemaligen Baywa-Gelände südlich der Netto-Filiale vor. Das Areal an der Austraße bietet Platz für circa 100 kostenlose Stellplätze.

Damit bietet die Stadt den Bürgern nun nördlich und südlich der Netto-Filiale zwei kostenlose Parkflächen in fußläufiger Altstadtnähe an. Was sich zunächst nach einer ganz guten Lösung anhört, ist jedoch laut Bürgermeister durchaus fragwürdig. Die Tatsache, dass die Stadt unter seinem Amtsvorgänger die Danhauser-Fläche mit ihren rund 50 Stellplätzen noch kurz vor der Wahl im März 2020 an ein örtliches Unternehmen verkauft hat, stößt Zeitler sauer auf – denn jetzt muss für die Parkfläche Miete bezahlt werden: „Aus haushalterischer Sicht ist das völlig unverständlich. Nabburg muss eigentlich sparen, jetzt zahlen wir für einen Parkplatz der zuvor der Stadt gehörte.“

Der Bürgermeister weiter: „Die ehemalige Danhauser-Fläche ist ein guter Parkplatz in zentraler Lage. Das tut der Gastronomie gut, das deckt den Einkaufsmarkt ab, und ist altstadtnah. Der Parkplatz wurde ohne Not aufgegeben. Ich bin darüber geradezu verärgert, was hier noch vor meiner Amtszeit passiert ist.“

Stadtrat gegen Miet-Verlängerung?

Hinzu kommt: „Es kann gut sein, dass der Stadtrat sich künftig gegen eine weitere Anmietung der Fläche entscheidet, dann fällt der Parkplatz für die Menschen weg“, befürchtet Zeitler. Um sich auf diesen möglichen Fall vorzubereiten, hat der Rathauschef nun das Angebot des Freistaats angenommen, auf dem ehemaligen Baywa-Gelände einen weiteren Parkplatz mit mindestens 100 Stellplätzen auszuweisen. Bauamtsleiter Prey dazu: „Für den Fall, dass die ehemalige Danhauser-Fläche nicht mehr genutzt werden kann, haben wir hier zumindest eine große Ausweichfläche.“

Der ehemalige Danhauser-Parkplatz wurde ohne Not aufgegeben. Ich bin darüber geradezu verärgert.

Bürgermeister Frank Zeitler (CSU)

Baywa-Fläche nur Übergangslösung

Diese Lösung ist zwar attraktiv, wird aber nicht von Dauer sein, denn: „Der Freistaat Bayern stellt uns das Baywa-Gelände nur solange zur Verfügung, bis die Arbeiten für die Umgehungsstraße beginnen“, erläutert Prey. Dann braucht der Staat das Areal selbst, um dort Arbeitsmaterial zu lagern oder Baumaschinen abzustellen. Mit dem Ende des Planfeststellungsverfahrens für die Umgehungsstraße wird 2021 gerechnet. Bis zum endgültigen Beginn des Straßenbaus wird es dann sicherlich noch einige Zeit dauern. Trotzdem ist klar: Der Parkplatz bleibt eine Übergangslösung.

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Tritt das ungünstigste Szenario ein – der Stadtrat beendet die Anmietung der Danhauser-Fläche und der Freistaat Bayern fordert das Baywa-Gelände zurück – fallen beide Parkflächen weg. Wo sollen dann wieder die notwendigen Ersatzparkplätze entstehen? Bürgermeister Zeitler: „Dafür haben wir aktuell noch keine Lösung.“

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