13.09.2019 - 11:51 Uhr
Neidstein bei EtzelwangOberpfalz

26 Jahre auf Schloss Neidstein zu Hause: ARD-Film porträtiert Ottilie von Brand

Zur besten Sendezeit, an diesem Samstagabend um 20.15 Uhr, zeigt die ARD den Film "Ottilie von Faber Castell - eine mutige Frau". Er weckt alte Erinnerungen im Sulzbacher Land.

Die Gräfin mit den dunklen Augen: Ottilie Freifrau von Brand.
von Autor WSLProfil

Für Schlagzeilen sorgte im Jahr 2006 der uralte Adelssitz Neidstein in der Gemeinde Etzelwang. Der spektakuläre Verkauf an den US-Filmstar Nicolas Cage riss das Gemäuer jäh aus seinem Dornröschenschlaf.

Nachdem 1973 der letzte dort residierende Schlossherr, Philipp Theodor Freiherr von Brand gestorben war, wurde es still um das idyllische Landschloss im Westen des Landkreises Amberg-Sulzbach. Zwar verblieb das Adelsgut bei der Familie von Brand, doch die Erben lebten längst schon in den USA. Die seit 1466 währende Familientradition derer von Brand auf Neidstein fand nach 540 Jahren durch den medienwirksamen Verkauf ihr Ende.

Und im September 2006 schrieb die SRZ: "Sollte der neue Schlosseigentümer einmal in der Chronik seiner Vorgänger blättern, dann dürfte die bewegende und ungewöhnliche Geschichte der letzten Gräfin auf Neidstein den amerikanischen Filmstar nicht kalt lassen. Das Leben der Ottilie, Tochter einer superreichen Unternehmensfamilie aus Stein bei Nürnberg und Erbin des weltweit agierenden Bleistiftimperiums A.W. Faber (nach der Heirat mit Graf Alexander von Castell-Rüdenhausen neuer Firmenname Faber-Castell), die aus ihrem "goldenen Käfig" ausbricht und das wahre Glück findet, könnte sicherlich spannenden Drehbuchstoff für Hollywood liefern".

Nun, das Schloss Neidstein hat Nicolas Cage längst wieder weiterverkauft. Statt Hollywood nahm sich jetzt die ARD der Aufgabe an, den Lebensweg der Ottilie in einem Mammutfilm nachzuzeichnen. Er kommt an diesem Samstagabend auf die Bildschirme.

Hintergrund:

Das Glück in der Oberpfalz gefunden

Ottilie Freifrau von Brand, geschiedene Freiin von Faber-Castell, eine anmutige und schöne Frau, lebte 26 Jahre – von ihrer Heirat 1918 mit Philipp Paul Freiherr von Brand bis zu ihrem Tod 1944 – auf Schloss Neidstein. Bei älteren Bewohnern der Gemeinden Etzelwang und Neukirchen lebt die Erinnerung an Ottilie noch immer fort; an jene Gräfin mit den dunklen Augen, die nach einer unglücklichen Ehe auf Schloss Stein ihr Lebensglück in der Oberpfalz gefunden hat. Asta Scheib hat die ungewöhnliche Lebensgeschichte von Ottilie in der lesenswerten Romanbiografie „Eine Zierde in ihrem Hause. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell“ thematisiert.

Erst vier Tage nach der Beisetzung in der Familiengruft derer von Brand an der St. Nikolauskirche in Etzelwang erschien in einer kriegsbedingten Notausgabe der Amberg-Sulzbacher diese schlichte Traueranzeige. Die Trauerfeier, an der zahlreiche Menschen aus dem ganzen Umland teilnahmen, hielt der evangelische Pfarrer Raum von Etzelwang. Ottilie („Tilly“) war am 28. September 1944 im Alter von 67 Jahren unerwartet an den Folgen eines kleinen Eingriffs in der Klinik Hallerwiese in Nürnberg gestorben.
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