14.11.2019 - 18:14 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Bad Neualbenreuth: Natur und Heilwasser im Fokus

Der Jubel im zukünftigen Bad Neualbenreuth ist noch nicht abgeklungen. Aber die Gemeinde arbeitet schon am nächsten Projekt, um ihr Konzept des naturnahen Heilbads weiter mit Leben zu füllen.

Neualbenreuth darf sich künftig "Bad Neualbenreuth" nennen. Gemeinde und Sibyllenbad (rechts) haben die vergangenen Jahre intensiv darauf hingearbeitet. In ihrem Konzept nimmt auch die Natur eine große Rolle ein.
von Martin Maier Kontakt Profil

In der Kommune soll ein Essbarer Wildpflanzenpark (Ewilpa) entstehen. Die deutschlandweit erste Einrichtung dieser Art gibt es in Waldeck. Die Idee und Konzeption stammt von Dr. Markus Strauß, Wildpflanzen-Experte und Initiator der Stiftung Essbare Wildpflanzenparks (Hintergrund). Er stellte am Donnerstagnachmittag im Sengerhof in Neualbenreuth das Projekt vor. "Das passt zu uns und wertet uns als Heilbad noch mehr auf", ist sich Bürgermeister Klaus Meyer sicher.

Neue Ortstafeln kommen

Die Nachricht, dass Neualbenreuth sich künftig Bad Neualbenreuth nennen darf, sorgt seit Mittwoch für Begeisterung (wir berichteten). "Ich durfte hunderte Glückwünsche entgegennehmen und es gibt zig Presseanfragen", freut sich Meyer. Da sei es fast ein wenig schwer, der normalen Arbeit noch nachzukommen. "Es ist schon stressig. Aber das ist positiver Stress", fasst es der Bürgermeister zusammen. Wichtig sei, nicht abzuheben. Mit dem Ewilpa-Projekt zeige die Gemeinde, dass sie ihren Weg konsequent weiter gehen will.

Am Donnerstag hatte Meyer wegen des Bäder-Status noch einmal Kontakt mit dem Innenministerium und dem Landratsamt. Wie es weitergeht, könne er noch nicht abschätzen. Fest steht aber: Die Ortstafeln werden zuerst neu gemacht. Dies habe das Landratsamt zugesagt. "Das ist vorrangig", stellt der Rathauschef fest.

Neben der Natur steht zukünftig aber natürlich weiterhin das Sibyllenbad im Mittelpunkt. Werkleiter Gerhard Geiger war nach der Veröffentlichung der Heilbad-Entscheidung einer der ersten Gratulanten. "Ein Traum geht in Erfüllung", beschreibt er sein Empfinden. Sehr viele Gäste würden ihn seit Mittwochabend gratulieren. "Das macht einfach Spaß." Er spricht von einem riesigen Schub für seine Einrichtung. "Momentan haben wir rund 800 Tagesgäste. Ich glaube, da gibt es jetzt schon noch Steigerungspotenzial." Der Titel "Heilbad" verspreche auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit. In den nächsten Wochen werden sich alle Verantwortlichen zusammensetzen und ausloten, wie sie das Prädikat bewerben wollen. "Da gehen wir PR-mäßig in die Offensive", ist sich Geiger sicher.

"Herzblut spürbar"

Ausdrücklich weist er darauf hin, dass dieser Erfolg nur durch Teamarbeit möglich war. Die gesamte Region habe an einem Strang gezogen. Geiger nennt in diesem Zusammenhang auch den Zweckverband Sibyllenbad, an ihm sind der Bezirk Oberpfalz, der Landkreis Tirschenreuth, die Städte Waldsassen, Mitterteich und Tirschenreuth sowie Neualbenreuth beteiligt.

Landrat Wolfgang Lippert bescheinigt den Neualbenreuthern eine gewisse Hartnäckigkeit. "Und das hat sich ausgezahlt." Seine Begeisterung sei identisch mit der des sehr ehrgeizigen Bürgermeisters Klaus Meyer und dessen Team. Bei dem Besuch der Expertenkommission im Juni war Lippert auch dabei. "Das Herzblut und Engagement der gesamten Bevölkerung war damals spürbar", lobt der Landrat.

Das Prädikat "Heilbad" zeige eine gewisse Exklusivität. Von dieser Anziehungskraft könne der ganze Tourismus im Landkreis profitieren. Möglicherweise motiviere dieser Titel auch einige Beherbergungsbetriebe zu neuen Investitionen, hofft der Landrat auf einen kleinen wirtschaftlichen Schub in diesem Bereich.

Modernes Wohlfühzentrum

"Damit wird das langjährige Engagement des Zweckverbands Sibyllenbad gewürdigt, der seit 1989 mit dem Kurmittelhaus ein modernes Gesundheits- und Wohlfühlzentrum in der nördlichen Oberpfalz betreibt", nimmt auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler Stellung. Die Auszeichnung sei Verdienst des gemeinsamen Wirkens über die Grenzen Neualbenreuths hinaus. Bereits beim Erlangen des Bäderstatus' für Bad Kötzting 2005 sei der Bezirk sehr stark involviert gewesen. Für das Sibyllenbad und das gesamte Stiftland sei "mit der Auszeichnung eine hohe Aufmerksamkeit im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus zu erwarten", zeigt sich Löffler überzeugt.

Hintergrund:

Essbarer Wildpflanzenpark

Bei der Gestaltung von Essbaren Wildpflanzenparks (Ewilpa) werden laut Homepage krautig wachsende Wildpflanzen, Stauden, Sträucher und Bäume gepflanzt, um diese dann kontrolliert verwildern zu lassen. Die Parks sind je nach den örtlichen Gegebenheiten möglichst vielfältig angelegt: Baumhaine und Hecken, Wiesen, Beeren- und Kräutergärten, Streuobstwiesen, Brachflächen und Feuchtgebiete ergeben im harmonischen Zusammenspiel sowohl ein artenreiches Biotop als auch eine idyllische Erholungslandschaft. Ewilpas sollen das ganze Jahr über eine gesunde und schmackhafte Bereicherung des Speiseplans bieten. Als Wildpflanzen gedeihen sie ohne menschliches Zutun. In Waldeck entstand 2016/17 aus insgesamt 13 Teilflächen ein Ewilpa.

Die Entscheidung ist gefallen: Neualbenreuth wird zu Bad Neualbenreuth

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