14.11.2018 - 16:18 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Ein weiterer Rettungsdienst-Standort

In zwölf Minuten von Mitterteich zum Sibyllenbad. Das ist kaum zu schaffen mit dem Rettungswagen. Jetzt ist eine Lösung in Sicht – zur Freude aller Beteiligten.

Die Ortschaft Wernersreuth wird der Rettungszweckverband als Standort für einen weiteren Rettungswagen vorschlagen. Darüber entscheiden muss die Verbandsversammlung am 30. November in Tirschenreuth. Bürgermeister Klaus Meyer, ein Wernersreuther, verwies auf die gute Anbindungen des Orts in alle Richtungen - auch nach Tirschenreuth.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Als Endergebnis wird es ein Resultat geben, mit dem wir alle zufrieden sein können", erklärte der Neustädter Landrat Andreas Meier, Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehr-Alarmierung Nordoberpfalz: Im Rathaus Neualbenreuth präsentierte Geschäftsführer Alfred Rast das Ergebnis ein weiteres Fachgutachtens des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM). "Das Gutachten ist ganz aktuell", so Rast über die Veröffentlichung des 220-seitigen Papiers am 17. Oktober. Dabei wehrte sich auch der Geschäftsführer gegen Vorwürfe in sozialen Medien, der Zweckverband halte Zahlen unter Verschluss.

"Die Erreichbarkeit im Versorgungsbereich der Rettungswache Tirschenreuth entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben!", heißt es in dem Gutachten als Fazit. In Neualbenreuth werde die Fahrzeit in vielen Fällen überschritten. Dies sei ein, so im Gutachten wörtlich, "Distanzproblem". "Der Rettungswagen schafft es einfach nicht", erläuterte Rast und informierte, dass sich die Gutachter für einen zusätzlichen Stellplatz aussprechen, "... irgendwo zwischen Neualbenreuth und Waldsassen".

Konkret werden im Gutachten die "Gemeindeteile Pfaffenreuth/Wernersreuth" als mögliche Standorte genannt. Darüber entscheiden werde die Verbandsversammlung bei ihrer Sitzung am 30. November. Die Geschäftsführung werde als Standort Wernersreuth vorschlagen, so Rast. Er wollte damit aber einer Entscheidung nicht vorgreifen.

"Ich bin Wernersreuther", sagte Bürgermeister Klaus Meyer und unterstrich die guten Anbindungen des Dorfs in alle Richtungen. Der zunächst versuchsweise aufgebaute Rettungswagen-Stellplatz in Griesbach soll dem Gutachten zufolge dauerhaft etabliert werden – nach Ablauf der Versuchsphase zum 31. Dezember, was Bürgermeister Josef Schmidkonz freute. Neualbenreuths Bürgermeister Meyer bat um Verständnis für sein ständiges Nachbohren. "Mir selbst wurde bewusst, dass wir in Neualbenreuth ein Problem haben", berichtete der Bürgermeister über eigene Erfahrungen, als beim Warten auf den Rettungswagen die Zeit nicht vergehen wollte. Zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer nannte einen zusätzlichen Rettungswagen-Standort lobenswert, erinnerte aber an frühere Warnungen aus Waldsassen, dass es dann in Neualbenreuth problematisch werden könnte. Dazu unterstrich Landrat Meier, "dass wir als Zweckverband mit den Gemeinden im Versorgungsgebiet auf der gleichen Seite stehen." Die nun erzielte Lösung sei unterm Strich besser, "als wenn wir es anders gemacht hätten" Landrat Wolfgang Lippert dankte dem Zweckverband für seinen erfolgreichen Einsatz. Die Rettungsdienst-Versorgung in Neualbenreuth habe den Status der Beunruhigung geschaffen. "Jetzt sind der Landkreis und die Bevölkerung optimal versorgt."

Waldsassen würden die gesetzlichen Vorgaben erfüllt; doch auch hier seien Verbesserungen möglich, durch "Reduzierung der Duplizitäten im Versorgungsbereich": Fahrzeuge sind bei Notfällen nicht verfügbar, weil sie schon unterwegs sind – etwa für Krankentransporte ins Klinikum Weiden. Mit dem neuen Standort werde sich bei diesen Fahrten die Situation merklich entlasten, heißt es: Von Pfaffenreuth/Wernersreuth aus seien Einsatzschwerpunkte des Versorgungsbereichs in Mitterteich und Waldsassen binnen 6 beziehungsweise 4 Minuten zu erreichen.

Nun ist noch die Zustimmung der Sozialversicherungsträger nötig, außerdem ein öffentliches Ausschreibungsverfahren. "Wir streben den 1. Juli 2019 an", sagte Rast über den Termin, bis wann der zusätzliche Rettungswagen starten kann. Rast unterstrich die Bemühungen bereits vor fünf Jahren, nach den ersten Bedenken über die geplante Neuordnung. Doch eine solche Lösung wie die jetzt erreichte hätten die Zahlen damals nicht hergegeben. "Und ohne Zahlen lassen sich die Kassen zu nichts bewegen", so Rast über die finanzielle Unterstützung durch die Kostenträger.

Die Vertreter des Zweckverbands und der Integrierten Leitstelle, von links die Bürgermeister Josef Schmidkonz, Klaus Meyer, Peter Merkl, Karlheinz Hoyer sowie stellvertretende Geschäftsleiterin Renate Nastvogel, Herbert Putzer und Jürgen Meyer (Integrierte Leitstelle) sowie Dr. Gudrun Graf, Ärztliche Leiterin beim Rettungszweckverband.

Von links Landrat Wolfgang Lippert, Landrat Andreas Meier und Geschäftsführer Alfred Rast vom Rettungszweckverband.

Bei der Präsentation des Gutachtens im Neualbenreuther Rathaus.

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