„Geschichten aus dem Zottbachtal“ heißt der Titel der neuen CD beim Volk-Verlag in München, die inzwischen auf dem Markt ist. Laut Erika Eichenseer ist die Umgebung von Neuenhammer der „Hotspot“ der Schönwerth-Forschungen, „wie man neudeutsch sagt". Hier hat er die größte Menge an Erzählungen aufgezeichnet“, weiß die Vizepräsidentin der Franz-Xaver-von Schönwerth-Gesellschaft. Das gilt auch für die Ortschaften Lind, Dimpfl, Fichtelberg, Mockersdorf, Gaisheim und Waldau? „Aus Waldau gibt es eine große Menge an Beleggeschichten“, so Eichenseer.
Mit seltenem Ortsbezug
Ganz bewusst hat sie deshalb die Geschichten sowohl auf der CD als auch im Einleger mit den Herkunftsorten bezeichnet, „wo Schönwerth und seine Helfer die Original-Erzähler aufgespürt haben. Diese direkte Ortsbezogenheit finden wir nur ganz selten in Erzählsammlungen.“
Neben den Geschichten vom neuen „Sagen- und Märchenweg im Zottbachtal“, die dort im QR-Code abzuhören sind, ist auch die musikalische Seite der CD von großer Bedeutung. Sie sind voneinander abgegrenzt mit kleinen Musikstücken, die Laiengruppen aus den immer noch ortsbekannten Instrumentenbau-Kursen in Pleystein eingespielt haben. Dem Gruppenleiter der „Regensburger Bordunmusik“, Georg Balling, ist 2003 die „Tibor-Ehlers-Gedächtnismedaille für herausragende Verdienste um die traditionelle Volksmusik“ verliehen worden. 1998 ist das Ensemble mit dem Kulturpreis der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet worden.
Tibor Ehlers war die Seele der vielen Laien-Instrumentenbauern von Dudelsäcken, Drehleiern, Harfen, sogenannten Bassettln (eine tragbare, kleine Form des Kontrabasses), und anderen Instrumenten. Er hat die noch im 18. Jahrhundert überall gespielten und damals so gut wie ausgestorbenen Instrumente rekonstruiert, mit den Teilnehmern nachgebaut und ihnen Spieltechnik und unsägliche Freude vermittelt. Adolf Eichenseer, damals Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, hatte die Idee dazu.
Nach sorgfältigen Recherchen ist daraus ab 1974 in Pleystein ein wunderbares, funktionierendes Seminarprojekt geworden, das 20 Jahre in Pleystein und später in Waldmünchen enormen Zuspruch und großen Erfolg hervorbrachte, obwohl ihm Wastl Fanderl vom Bayerischen Rundfunk keinerlei Überlebenschancen zugestanden hatte. Viele der damaligen Anfänger sind heute perfektionierte Musiker auf diesen Instrumenten, so etwa Georg Balling und seine Familie; andere sind selbst Instrumentenbauer geworden. „Tibor sei Dank“, bemerkt Eichenseer dazu.
Eichenseer erzählt Märchen
In diesem ersten Teil der CD sind auch Ausschnitte der „Ronhofer Bock- und Leiermusik“ zu hören, von jungen Leuten gespielt, die mit Dudelsack, Klarinette, Drehleier und Bassettl eine mitreißende neue Volksmusik unter der Leitung von Friederike Gollwitzer geschaffen haben. Im Anschluss finden die Hörer noch eine Anzahl regionaler Märchen, gesprochen von Erika Eichenseer und untermalt mit bodenständiger Musik.
Roland Frank sowie Edith und Bernhard Hilbich sind das „Trio Collegio“, das die musikalische Umrahmung des zweiten Teils der Zottbach-CD spielt. Sie sind Musikschul-Kollegen aus Neumarkt und seit vielen Jahren Garanten für abwechslungsreiche und unterhaltsame Musikkultur, vorwiegend in der Volksmusik bewandert, aber auch in der klassischen Musik von der Renaissance bis zur Moderne, Gewinner des „Zwieseler Finken“, des „Musikantenlöwen“ und Träger des Kulturpreises der Stadt Neumarkt. Die Gruppe hat über viele Jahre hinweg viele Veranstaltungen des bereits verstorbenen Oberpfälzer Bezirksheimatpflegers Eichenseer begleitet.
Im Volk Verlag sind auch bisher vier Schönwerth-Märchenbücher erschienen, wie Liebes- und Wassermärchen, Wald- und Schauermärchen (www.schönwerth.de/Publikationen). Der fünfte Band „Katsch Kodl“ mit Tiermythen erscheint im Oktober dieses Jahres. Die neue CD könnte vielleicht ein schönes Geschenk zum Muttertag sein. Erhältlich ist sie in Buchhandlungen, vor Ort im Gasthaus „Hammerwirt“ und beim Volk Verlag (volk[at]volkverlag[dot]de) zum Preis von 13,90 Euro. „Diese CD stellt eine Bereicherung für die ganze Region um Neuenhammer dar“, findet Johann Walbrunn. „Sie sollte in keinem Haushalt fehlen. Muttertag wäre eine gute Gelegenheit dazu.“ Nicht zuletzt würdigt der Präsident der Franz-von-Schönwerth-Gesellschaft das herausragende Engagement Eichenseers.
















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