22.10.2019 - 16:37 Uhr
Neuhaus an der PegnitzOberpfalz

Kulturpreis der Pegnitzschäfer geht an Dieter Radl

Die Oberpfalz gibt dieses Mal den Ton an bei der Veranstaltung "Kultur im Wirtshaus" im Krottenseer Gasthaus Zum Löwen.

Der Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft Pegnitzschäfer, Frithjof Schaebs (links) und Laudator Manfred Lehner (rechts) beglückwünschen den Träger der Ernst-Pflaumer-Plakette 2019, Dieter Radl.
von Externer BeitragProfil

Die Literarische Gesellschaft Pegnitzschäfer aus Neuhaus verlieh ihren Kulturpreis 2018, die Ernst-Pflaumer-Plakette, an den Sulzbach-Rosenberger Mundartdichter Dieter Radl.

Als Preisträger wechselten sich bildende Künstler, Musiker, dem Theaterverein D' Veldensteiner, Denkmalschützer und kulturinteressierte Politiker ab. Nach dem Pegnitzer Walter Tausenpfund sei diesmal wieder ein Autor auserkoren worden, erklärte der Vorsitzende der Pegnitzschäfer, Frithjof Schaebs. Mit der einstimmigen Wahl von Dieter Radl wollten die Pegnitzschäfer seine Arbeit als Bewahrer des Brauchtums und seinen Einsatz für den Dialekt seiner Heimatstadt würdigen.

Laudator Manfred Lehner, früherer Leiter der Volkshochschule Amberg-Sulzbach, beglückwünschte sowohl Dieter Radl zu seinem Preis als auch die Pegnitzschäfer zu ihrer "weisen Entscheidung". Er schätze Dieter Radl als Heimatpoet, Wanderer zwischen den Welten und mitfühlenden Philosophen.

Der Heimatpoet Radl habe ein sicheres Gespür dafür, die Heimat - egal wie man sie definiert - als wichtiges Element menschlicher Identität lebendig werden zu lassen. "Mit großer Einfühlsamkeit erklärt er in seinen Texten die Welt. Er nimmt dabei wohl die Schwächen der Menschen wahr, erliegt aber nicht der Versuchung, diese zynisch oder verletzend auszuschlachten", erklärte Lehner. Seine Texte seien von einem heiter-besinnlichen Mitgefühl geprägt.

Hervorzuheben sei sein sicheres literarisches Gespür aufgrund seiner Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Darum sei seine Interpretation von Heimat ein wohltuendes Gegenmittel zu dem Heimatbegriff in der heutzutage manchmal völkisch aufgeheizten Stimmung.

Die Auszeichnung habe ihn überrascht, gestand der frisch gekürte Inhaber der Ernst-Pflaumer-Plakette. Er sehe darin eine Aufwertung und Bestätigung des Dialekts als lebendiges Kulturgut. In einem anschließenden Vortrag seiner Gedichte und Geschichten, die er auch in seinem Mundartbuch "Wäi mir da Schnowl gwaggsn is" veröffentlicht hat, führte Dieter Radl seine Zuhörer - regelrecht angetrieben vom nicht immer sanften, aber ausdrucksstarken Oberpfälzer Dialekt - auf eine Zeitreise in seine Kindheit in der Sulzbacher Bindergasse und durch das Jahr mit seinen Jahreszeiten und Festen. Auch die Schwächen menschlichen Miteinanders und die aktuelle Politik erklärte er mit den Mitteln seiner Heimatsprache. Einen Beweis hatte er am Ende seiner Ausführungen erbracht: Als Oberpfälzer kann man mit wenigen Worten viel ausdrücken. Den Neuhausern, früher selbst einmal Oberpfälzer, gefiel es.

Ein Mitglied der Familie Radl trug zur kurzweiligen musikalischen Umrahmung dieses Kombi-Kultur-Events "Kultur im Wirtshaus" bei. Denn dafür sorgten Sohn Uli an der Gitarre mit dem hervorragenden Klarinettisten Dominik Niklas. Beide Musiker sind als Mundart-Musikkabarettduo Original Bauernsfünfer weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt.

Der Preisträger bei seinen launigen Ausführungen, bei dem sein Dialekt oft wie ein Gegenentwurf zur Globalisierung erscheint.
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