Neukirchen
16.08.2026 - 10:17 Uhr
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10. Mofarennen in Neukirchen: Viel Staub fordert Fahrern alles ab

Beim 10. Mofarennen in Neukirchen verwandeln Hitze und Staub die Rennstrecke in einer Herausforderung. Aber letztlich Durchhaltevermögen und jede Sekunde für einen Podestplatz.

von mfh

Die Namen der Rennteams sprechen für sich: Gratler Racing, Wülde Hund, Zündapps letzte Rache. Auch die Teambezeichnung Kupplungsquäler weckt sofort Bilder im Kopf, bei manch älterem Zuschauer vielleicht auch Erinnerungen an sorglose Jugendtage. Das zehnte Mofarennen in Neukirchen, zugleich das Finale der Serie „Mofacross der Nationen“, verwandelte Neukirchen am Samstag in ein regelrechtes Mekka für Mofa-Crosser.

Die Veranstaltung hat längst Kultstatus. Viele Teams reisen mit "großem Besteck" an. Das reicht von opulentem Ersatzteilvorrat und Reserverädern bis hin zur mobilen Profi-Werkstatt. Diese Mischung aus Schrauberleidenschaft, Improvisation und einem Schuss liebevoller Selbstironie macht den besonderen Charme des Mofarennens aus. Gestartet wurde in den Klassen Original, Seriennah und Tuning. Aber jetzt direkt hinein ins Renngeschehen.

Das typische Flimmern

Neukirchens Bürgermeister Christian Beyer schickt die Mofas auf die Strecke. Über dem Gelände liegt dieses typische Mofacross-Flimmern: ein Mix aus Benzingeruch, erbarmungsloser Hitze und gespannter Erwartung. Nach dem Start kommt der Staub hinzu. Er ist immer schneller, denn egal, wo die Fahrer ihre Maschinen hinlenken, der Staub ist schon da, schränkt die Sicht ein, erschwert das Atmen und setzt die Luftfilter zu.

Gefahren wird kompromisslos. Jede Runde, jede Sekunde entscheidet. Der gefährlichste Gegner sitzt unter dem Tankdeckel. Wenn der Zündfunke aussetzt oder die Sprit-Zufuhr streikt, bleibt nur die Hoffnung, dass man es noch bis zum Fahrerlager schafft. Wer mitten auf der hügeligen Strecke liegen bleibt, muss schieben und verliert Zeit, Kraft und oft den Anschluss. Im Fahrerlager beginnt dann der Wettkampf gegen die Technik. Mechaniker suchen mit geübtem Blick nach dem Fehler. Manchmal ist es ein lockerer Stecker, ein verstopfter Vergaser, ein gerissener Bowdenzug. Manchmal hilft viel Schauen auch nicht und die Ursache bleibt ein Rätsel. Dann endet das Rennen früher als erhofft.

Tankstopp als Choreografie

Ein Tankstopp wird zum choreografierten Ritual. Die Tankanlagen? Selbstgebaut aus Kanistern, Schläuchen und Improvisationsgeschick. Ein Reservekanister mit Tülle tut’s zur Not auch. Viele Teams wechseln in diesem Moment den Fahrer. Nach dem Zieleinlauf bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Statt Erholung warten die Shootout-Rennen. Das ist ein gnadenloses Ausscheidungsformat: Wer Letzter wird, fliegt raus. In der Klasse Original starten nur noch drei Maschinen: „Die einen sind kaputt, die anderen können nicht mehr“, erklärt der Veranstalter John Engelhard.

Wie auch immer: Jeder Start ist ein Sprint, jede Kurve ein Risiko. Am Ende stehen sich zwei Fahrer gegenüber. Bei diesem Duell kann es nur einen Sieger geben. Oder beide fahren gemeinsam durchs Ziel und teilen sich den Preis, einen Kasten Fuchsbeck. Diese Kästen sind sowieso zum Teilen vorgesehen.

Sekt und Jubel

Die Siegerehrung ist eine ehrenvolle Pflicht. Geehrt werden die Gewinner des Neukirchner Rennens und die Sieger der Meisterschaft. Hände werden geschüttelt, Namen verlesen, Jubelrufe branden auf, und die Sektdusche ist wertvoller als jeder Pokal. Doch das Entscheidende spielt sich im Fahrerlager ab, wo Helme neben Ersatzteilen und leeren Kettenspray-Dosen auf dem Tisch liegen. Man redet über verpasste Chancen, über perfekte Runden, über kaputte Teile. Man macht Pläne für die nächste Saison, und das beweist: Die Rennsaison war gut, weil man sie gemeinsam erlebt hat.

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