12.05.2022 - 15:23 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Katastrophenschutz rückt ins Blickfeld der Gemeinden im westlichen Landkreis Amberg-Sulzbach

Ein kleiner Stromerzeuger rattert in der Nacht. Rundherum stehen Feuerwehrkommandanten und Bürgermeister: So sieht die Einstimmung auf einen Vortrag zu einem wichtigen Thema aus.

von Heidi FranitzaProfil

Die Verwaltungsgemeinschaften Neukirchen und Illschwang organisierten für ihre Mitgliedsgemeinden einen Vortrag von Oberbrandmeister Michael Werner, der das Katastrophenschutzkonzept der Stadt Schnaittenbach vorstellte. Ein Schreiben der Regierung der Oberpfalz forderte bereits 2018 die Gemeinden auf, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen. Die Flut im Ahrtal 2021 oder die Schneekatastrophe im Januar 2019 in Südbayern unterstrichen diese Notwendigkeit.

"Mit der Ausarbeitung eines örtlichen Katastrophenschutzkonzepts gilt es, kritische und strukturrelevante Bereiche innerhalb einer Kommune zu identifizieren und Lösungsansätze und Hilfestellungen zu erarbeiten, die im Schadensereignisfall ein örtlicher Krisenstab umsetzen kann", erklärte er. Dieser Krisenstab sollte aus Führungskräften der Feuerwehr und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung zusammengesetzt sein und bei Bedarf durch Ärzte und Seelsorger ergänzt werden. Zum Konzept selbst gehöre eine zentrale Anlaufstelle für alle Betroffenen in einem möglichen Schadensgebiet, sozusagen ein Ankerpunkt. Dieser notstromversorgte "Leuchtturm" wäre dann auch der Sitz des Krisenstabs.

Die Fragen bei Stromausfall

Am Beispiel eines großflächigen, lange andauernden Stromausfalls spielte die nötigen Fragestellungen durch: "Wie können Wasserversorgung und -entsorgung aufrechterhalten werden? Wo müssen Notstromaggregate für die Pumpen eingesetzt werden? Wie kann über einen längeren Zeitraum die Kommunikation gewährleistet werden? Ist die Betankung der Notstromaggregate sowie der städtischen Fahrzeuge sowie der Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sicher gestellt?"

Die medizinische Versorgung ist ein Bereich, der eine dünn besiedelte Flächenkommune wie das Birgland vor eine große Herausforderung stellt. Derzeit gebe es, wie Bürgermeisterin Brigitte Bachmann sagte, keine verlässlichen Zahlen, wie viele Patienten auf eine lebenserhaltende Technik angewiesen sind und wie deren Funktion sichergestellt werden kann.

Bürger-Info auf 16 Seiten

Das Katastrophenschutzkonzept berücksichtigt die Infrastruktur einer Gemeinde mit besonderen Objekten wie Kindergärten, Schulen oder Altenheime, Versorgungseinrichtungen wie Supermärkte, Tankstellen oder Banken und schließlich die Gemeindeverwaltung mit Feuerwehr und Rettungsdiensten.

Für Schnaittenbach umfasst das Katastrophenschutzkonzept 64 Seiten. Werner verschwieg nicht, dass die Stadt auch Geld in die Hand nehmen musste, um manche Lösung realisieren zu können. Insgesamt summierten sich diese Investitionen auf 30.000 Euro. Zur Information der Bevölkerung dient eine 16-seitige Broschüre.

Hintergrund:

Hilfreiche Dinge, wenn der Strom länger ausfällt

  • Ein batteriebetriebenes Radio und ausreichend Batterien, um Nachrichten empfangen zu können
  • Eine geladene Powerbank zum Aufladen des Handys
 
 

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