Neunburg vorm Wald
22.11.2023 - 16:11 Uhr

Blauer Montag in Neunburg diesmal ganz auf Österreich ausgerichtet

"O du mein Österreich" lautete das Motto des "Blauen Montags", den der Kunstverein Unverdorben im Gasthaus Sporrer im Rahmen des elften Kunstherbsts organisierte.

Rezitator Karl Stumpfi ließ die Werke von Wiener Poeten und Satirikern lebendig werden. Den musikalischen Teppich dazu legten (von links) Jürgen Zach, Klaus Götze und Franz Schöberl. Bild: wel
Rezitator Karl Stumpfi ließ die Werke von Wiener Poeten und Satirikern lebendig werden. Den musikalischen Teppich dazu legten (von links) Jürgen Zach, Klaus Götze und Franz Schöberl.

Der Titel "O du mein Österreich" wurde dem gleichnamigen Marsch von Franz von Suppè entnommen, mit dem die "Hausband" des Kunstvereins Unverdorben den "Blauen Montag" eröffnete. An dem Abend wurde das Nachbarland Österreich in den Blick genommen.

Rezitator Karl Stumpfi, der sich selbst als "gebürtiger Austrianer aus dem Innviertel" bezeichnete, las Texte von bekannten Wiener Poeten, Satirikern und Kabarettisten. Aus der Gedichtsammlung von Josef Weinheber war das Dialektgedicht "War net Wean" vertreten, in dem typische Besonderheiten von Wien zum Vorschein traten. In seinen Lautgedichten, "Mit ana schwoarz`n Tint`n" folgte ein Bekenntnis von H. C. Artmann zu seiner Heimat Österreich, die ehedem nur aus Erzherzogtümern, Herzogtümern und Grafschaften bestand. Als gebürtiger Österreicher gelang dem Rezitator der Dialekt sehr gut, wenngleich er kommentierte: "Auch für Österreicher ist der Wiener Dialekt wie eine Fremdsprache, für die man eigentlich einen Simultandolmetscher bräuchte."

In einer Satire wurde der "Tag der rot-weiß-roten Fahne" aufs Korn genommen. Mit genialer Mimik und Gestik sowie vollem Körpereinsatz stellte Karl Stumpfi in der "Neujahrsrede eines Besoffenen" die schrecklichen Verhältnisse dar, die ein Jahr vor dem ersten Weltkrieg geherrscht hatten. Stumpfi erweckte die Werke von Anton Kuh, Helmut Qualtinger und anderen zum Leben und bereitete den vielen Gästen vergnügliche Stunden. Mit ihren eigenwilligen Cover-Versionen der Lieder von Hubert von Goisern ("Brenna tuat`s guat"), Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros, STS und anderen setzte die "Unverdorbenen-Combo" mit Jürgen Zach (Bassgitarre, Gesang), Klaus Götze (Gitarre) und Franz Schöberl (Akkordeon) den musikalischen Glanzpunkt. Abgerundet wurde der Abend mit bayrischen "Neunburger Gstanzln" und dem Dank des Vorsitzenden Peter Wunder.

 
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