26.07.2019 - 16:13 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Die Gestalter sind beim neuen Neunburger Stadtviertel am Zug

Der Stadtrat trägt am Donnerstagabend das Seine zum Gelingen des Projektes "Alte Gärtnerei - Stadtmarkt und Wohnen" bei. Über das Aussehen dieses neuen Viertels können sich im Herbst Kreative ihre Köpfe zerbrechen.

Der Stadtrat hat den baurechtlichen Rahmen für das Gelände an der Neukirchner Straße geschaffen. Ein Architektenwettbewerb entscheidet über Form und Gestaltung des neuen Stadtviertels.
von Irma Held Kontakt Profil

Lückenschluss

Ausschließliches und ausdrückliches Lob gab es von allen Fraktionen in der Stadtratssitzung zum Projekt des "FEE Versorgungswerks" an der Neukirchner Straße. Sämtliche dafür nötigen baurechtlichen Schritte fanden in Anwesenheit von Anwohnern die ungeteilte Zustimmung des Gremiums. Bürgermeister Martin Birner informierte kurz über das Vorhaben. Geplant sei eine Verdichtung wie bereits in Ballungsräumen üblich. Das heiße ungenutzte Dachflächen von großen Einzelhandelsobjekten würden mit Wohnungen überbaut. Und genau das passiere mit dem früheren Gärtnerei-Gelände. Mit dem Architektenwettbewerb verband der Bürgermeister die Hoffnung, dass ein Stadtviertel geschaffen werde, das in der Öffentlichkeit Akzeptanz finde und über die Region hinaus als architektonisches Aushängeschild wahrgenommen werde.

Von seiten der Stadt ist eine Kostenübernahme-Vereinbarung mit dem Bauherrn abzuschließen. Geändert werden müssen auch Flächennutzungs- und Bebauungsplan. Das ehemalige Gärtnerei-Gelände wird als Sondergebiet ausgewiesen. Projektkoordinator Hans Eibauer sprach vor dem Gremium von einer großen Lücke mitten in der Stadt, die geschlossen werde. Das ortsansässige Unternehmen möchte auch zum Gewinnen von Mitarbeitern Wohnraum möglichst nah an der Firma schaffen.

Es seien maximal drei großflächige Einzelhandelsbetriebe vorgesehen, darunter ein Discounter und ein Vollsortimenter. Die Haupterschließung erfolgt über die Neukirchner Straße. Der Architektenwettbewerb bringe "hoffentlich ein Ergebnis, das uns alle zufrieden stellt". Er dankte Stadt, Bürgermeister und Verwaltung für die sehr zustimmende Begleitung der Maßnahme. Martin Scharf, Vorsitzender der FW-Fraktion, sieht in dem Projekt eine Symbiose von Einzelhandel und Wohnen. Er sei gespannt, was den Architekten einfalle. Es würde hohe Qualität geschaffen, verbunden mit dem Anspruch über die Region hinaus zu strahlen. Christoph von Wenz zu Niederlahnstein (CSU) hakte beim Schallschutz nach.

Toller Innenstadtbereich

Ein Gutachten lag dem Gremium bereits vor. Im Genehmigungsantrag würden auch Schallwerte eingearbeitet, die Änderungen beinhalten könnten, sagte dazu eine Mitarbeiterin des Ingenieurbüros Weiß. Eibauer zufolge enthält der Bebauungsplan ebenfalls Festsetzungen, was die Schallemissionen betreffe. Diese würden auch an die Architekten weitergegeben. Alexander Trinkmann sprach für die CSU-Fraktion von einem tollen neuen Innenstadtbereich. Die Investitionen in Wohnraum mit einem Versorgungszentrum seien zu begrüßen.

Margot Weber, SPD-Fraktionsvorsitzende, sieht in dem Projekt einen Vorteil darin, dass der Einzelhandel wieder an die Stadt heranrücke, nach dem Motto "Leben findet Innenstadt". Bereits eingangs bedauerte der Bürgermeister, dass das Versorgungsangebot in Gewerbegebiete an der Peripherie abgewandert sei.

Das Projekt:

Einzelhandel und Wohnen

Das "FEE Versorgungswerk" plant auf 1,4 Hektar der ehemaligen Gärtnerei Roßkopf an der Neukirchner Straße Einzelhandel und Wohnen. Unter dem Projektnamen "Alte Gärtnerei - Stadtmarkt und Wohnen" stehen ebenerdig 4500 Quadratmeter für Einzelhandel zur Verfügung. 8000 Quadratmeter werden als Park- und Verkehrsflächen ausgewiesen. 1000 Quadratmeter bleiben frei. Sie werden als Grün- und Abstandsflächen gebraucht. Über den Märkten werden 50 bis 60 Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts für Singles. Paare und Familien gebaut. Geplant ist, einen Teil der Wohnungen nach den Richtlinien des staatlich geförderten Wohnungsbaues und dem Barriere freien Bauen zu errichten. Mit dem Vorhaben wird eine Baulücke am südöstlichen Rand der Altstadt geschlossen.

Der Wettbewerb:

Kreative Vorschläge

Um das Quartier ansprechend zu gestalten und für Akzeptanz in der Bevölkerung zu sorgen, wird ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Nach den Worten von Projektkoordinator Hans Eibauer startet nach der ersten Auslegung zur Öffentlichkeits- und Bürgerbeteiligung, die am 9. September endet, der Wettbewerb. Etwa 15 Büros - mit Renommee, aber auch junge Architekten - werden dazu eingeladen. Eine Realisierung einer der prämierten Ideen werde mit vereinbart. Im ersten Quartal 2020 trete eine Jury zusammen und wähle aus, um sich dann schnellstmöglich der Genehmigungsplanung widmen zu können. Laut Eibauer sehen die weiteren Zeitrahmen so aus, dass im Spätherbst nächsten Jahres die Baugenehmigung vorliegen soll. Gerechnet wird mit eineinhalb Jahren Bauzeit. Fertig sein soll das neue Stadtviertel im ersten Halbjahr 2022.

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